Huch, gleich zwei Mal nacheinander etwas von mir... habe gerade mal wieder einen Schub fiktionale Literatur eingelegt. 
Jetzt habe ich Die lange Erde ausgelesen, eine Kooperation von Terry Pratchett und Stephen Baxter und Auftakt zu einer ganzen Reihe.
Von Baxter kannte ich vorher nichts, der Name war mir nur im Sci-Fi-Kontext bekannt, von Pratchett kenne ich einige Scheibenwelt-Romane, die Tiffany-Reihe und "Nation", so viel zu meinem Hintergrund.
Die "Lange Erde" beschreibt ein Multiversum aus Möglichkeiten, in dem es neben "unserer" Erde (der Datum) eine (nahezu?) unendliche Vielfalt an Parallelwelten gibt, die sich in unterschiedlichem Ausmaß von unserer Erde unterscheiden. Mittels einer simplen Erfindung wird es den Menschen möglich, in diese verschiedenen Erden zu wechseln, was natürlich zu riesigen gesellschaftlichen Umbrüchen und groß angelegten Erkundungs- und Besiedelungstrips führt. Die Haupthandlung folgt dem Forschungsluftschiff Mark Twain, dessen Besatzung aus dem natürlichen Wechsler Joshua und seinem Begleiter Lobsang besteht, der angeblich die Wiedergeburt eines tibetanischen Mechanikers in Form eines hochentwickelten Computer ist.
In dieser Kurzform hört es sich schräger an, als es sich beim Lesen anfühlt...
Bei der "Langen Erde" findet man einiges von Pratchett's Schreibstil und Humor wieder, aber das Buch ist auf keinen Fall ähnlich abgedreht wie die Scheibenwelt, was glaube ich auch einige schlechte Internet-Kritiken von Pratchett-Fans zu dem Buch erklärt. Ich hatte Spaß beim Lesen, aber so richtig überzeugt hat mich das Buch trotzdem nicht. Gerade in der Mitte gab es große Längen, in denen viele verschiedene Welten besucht wurden, es aber keine durchgehende Handlung oder einen Spannungsbogen gab. Manchmal trägt ja auch einfach der "sense of wonder" so ein Buch, aber dafür waren mir die Welten dann etwas zu eindimensional bzw. die Besuch dort zu kurz und oberflächlich. Hinzu kommt, dass es außer Joshua und Lobsang keine richtigen Hauptpersonen gibt - erst gegen Ende schließt sich eine weitere Wechslerin der Expedition an, die für ein wenig Abwechslung sorgt, und in den letzten Kapiteln gibt es ein bisschen "Action" und eine Auflösung für erste Fragen.
Soweit ich das verstanden habe, setzen die weiteren Bücher die Reihe eher lose fort und schließen auch erst Jahre später an. Daher werde ich hier erstmal nicht weiterlesen, so viel Lust auf mehr hat mir der erste Band nicht gemacht - da interessieren mich andere Dinge auf meinem SUB einfach stärker. 