Flintlock-Fantasy tut sich auf dem deutschsprachigen Buchmarkt traditionell eher schwer, da für die meisten Leser*innen Fantasy und Schusswaffen nicht zusammenpassen. Umso erstaunlicher, dass Brian McClellan für Cross Cult wohl ganz gut funktioniert hat. Die Zahl der Amazon-Wertungen und Rezensionen ist doch relativ hoch. Ich wollte Band 1 immer mal lesen ...
Ein Blick zurück ...
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Ja, mich hat auch überrascht, dass das anscheinend gut genug funktioniert hat, um nicht nur eine Trilogie komplett zu bringen, sondern auch noch die zweite gleich hinterher zu schieben. Klar, der Overhead bei Cross Cult ist deutlich kleiner als bei den Publikumsverlagen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie z.B. Übersetzungen besser bezahlt haben als Heyne, Piper & Co (die ja ihrerseits alles andere als fürstliche Honorare zahlen), das sind Faktoren, die einen Titel schneller in die Gewinnzonge bringen als bei den "Großen". Trotzdem, eine gewisse Menge an Büchern muss auch Cross Cult verkauft haben, und da kann man sich dann schon fragen, warum bei CC funktioniert (hat), was bei den großen Publikumsverlagen eher nicht funktioniert (bzw. in einem ganz anderen Segment).
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Ich habe bei Cross Cult deutlich weniger pro Normseite erhalten, als bei den Publikumsverlagen. Anders könnten sie es wohl kaum finanzieren.
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Ich habe bei Cross Cult deutlich weniger pro Normseite erhalten, als bei den Publikumsverlagen. Anders könnten sie es wohl kaum finanzieren.
Ja, sowas habe ich auch schon mal läuten gehört (z.T. auch von Leuten, die für CC Comics übersetzt haben). Und klar, anders waren und sind manche Sachen nicht finanzierbar. Und wie die Übersetzer und Übersetzerinnen damit klar kommen, dass am Ende vom Geld noch reichlich Monat übrig ist, ist ja schließlich deren Problem. Man muss sich ja nicht unbedingt einen so schlecht bezahlten Beruf aussuchen (hat kürzlich mal wieder jemand zu mir gesagt).

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also den Michael Scott Rohan habe ich ja seit nicht allzu langer Zeit hier zu Hause... Das wird also gelesen - möglichst bald!
Und bei dem Wexler kann ich dir nur zustimmen, gero! Den fand ich wirklich überragend!
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Ja, da wird es Wexlers neuestes Projekt auch nicht leicht haben. Military Fantasy mit Schlachtschiffen (die im Original aber auch noch nicht in Buchform vorliegt).
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aber das klingt doch super! Ich hoffe auf die Buchform!
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Nachdem ich fast eine Woche im Münsterland war, wollte ich eigentlich vorgestern mit dem weitermachen, was ich vor einiger Zeit angefangen habe, doch dummerweise hat mich jetzt eine Erkältung (incl. Matschbirne) erwischt. Ich werde trotzdem versuchen, hier in den nächsten Tagen ab und an was zu schreiben – und fange heute endlich damit an, denn sonst wird das Ganze irgendwie unsinnig.
Vorgestern hatten wieder einmal ein paar Autoren Geburtstag, zu denen ich hier im Forum was sagen kann und möchte, und der erste davon ist der Brite Neal Asher, der am 04. Februar 65 Jahre alt geworden ist. Wer sich für SF interessiert und derzeit auf dem deutschen Markt keine geeigneten aktuellen Werke findet, kann zumindest mal einen Versuch mit dem Autor machen, der hierzulande zwischen 2001 und 2014 recht präsent war und dessen Bücher – wie ein kurzer Check gezeigt hat – ziemlich problemlos gebraucht zu bekommen sind. Ashers Romane spielen fast alle im sogenannten Polis-Universum (im Original Polity Universe), sind aber nicht allzu eng miteinander verzahnt bzw. teilen sich in zwei oder drei Unterzyklen auf . Wer den Autor lieber mit einem Einzelroman antesten will, kann das mit Die Zeitbestie (2005; OT: Cowl (2004)) tun. Den habe ich vor 20 Jahren zumindest angelesen, aber irgendwie sind Neal Asher und ich nicht so richtig von innen heraus kompatibel – sprich: ich habe die Lektüre iirc nicht nur bei diesem Roman früher oder später abgebrochen. Aber das liegt wahrscheinlich nur an mir; immerhin attestiert John Clute Asher in der SF-Encyclopedia: "In the complicated nest of associations and influences that marks twenty-first-century Space Opera, Asher's work clearly acknowledges the influence of Iain M Banks's Culture sequence, as well as the more intricately Cosmological work of Dan Simmons; but has a velocity all its own." Zumindest was die "velocity" angeht, bin ich ganz seiner Meinung – und wer bin ich, um mich über den Rest mit John Clute zu streiten?

Auch Stewart O'Nan ist gestern 65 Jahre alt geworden, doch damit enden die Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Asher aber auch schon wieder. Denn während Asher durch und durch ein Genre-Autor ist, zählt der in Pittsburgh geborene O'Nan zum Kreis der literarischen Mainstream-Autoren, dem allerdings gelegentliche Abstecher in zB Horrorgefilde nicht fremd sind. So hat er beispielsweise mit Stephen King zusammen die Erzählung A Face in the Crowd (2012; dt. Ein Gesicht in der Menge (2013)) verfasst, die ebenso wie drei seiner (wenn ich mich nicht verzählt habe) inzwischen 20 Romane in der ISFDB gelistet ist. Über The Speed Queen (1997; dt. Die Speed Queen (1998)) kann ich dabei nichts sagen, über The Night Country (2003; dt. Halloween (2004)) nur, dass es in diesem Roman afaik um die Geister von im Vorjahr bei einem Autounfall verstorbenen Teenagern geht, die an Halloween zurückkehren, und was das für Auswirkungen auf ihre Freunde und Verwandten und die anderen Einwohner ihres Städtchens hat, aber an A Prayer for the Dying (1999; dt. Das Glück der Anderen (2000)) konnte ich mich gleich wieder erinnern, als ich die ersten zwei Sätze des (deutschen) Wikipedia-Eintrags gelesen habe. Ja, der Roman hat einen ausführlichen Eintrag in der deutschen Wikipedia (den man allerdings nicht lesen sollte, wenn man vorhat, das Buch zu lesen), und er ist in vielerlei Hinsicht verdammt harter Tobak. Es geht um eine Diphtherie-Epidemie, die ein paar Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in dem kleinen Kaff Friendship irgendwo in Wisconsin ausbricht, und wie die Hauptfigur – der Nordstaatenveteran Jacob Hansen, der in Friendship als Sheriff, Prediger und Leichenbestatter fungiert – und die anderen Bürger und Bürgerinnen von Friendship damit umgehen. An die ungewöhnliche Erzählperspektive (zweite Person Singular) muss man sich vielleicht gewöhnen, aber wenn man mal einen etwas anderen Horrorroman – ich darf Das Glück der Anderen so nennen, denn der Roman wurde 1999 in der Kategorie "Best Novel" mit dem International Horror Guild Award ausgezeichnet – lesen will, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen.
Über Stewart O'Nans andere Bücher kann ich nichts sagen, denn ich habe tatsächlich nur Das Glück der Anderen gelesen (weil mir irgendwer – und ich glaube auch, ich weiß, wer – das Buch empfohlen hat), aber irgendwann einmal werde ich mir bestimmt noch den einen oder anderen Titel von ihm anschauen.
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So. Nachdem ich es gestern noch ganz kurz vor Mitternacht geschafft habe, den vorherigen Beitrag rauszuschieben (damit das "vorgestern" im Text noch stimmt), will ich jetzt noch schnell die zwei Autoren nachliefern, die ebenfalls am 04. Februar Geburtstag hatten (und über die ich was schreiben will, weil ... weil ich es halt will
).Da wäre zunächst einmal Hugh Walker alias Hubert Straßl, der am Mittwoch seinen 85. Geburtstag feiern konnte (ich hoffe zumindest, dass er sich guter Gesundheit erfreut und tatsächlich feiern konnte). Über Hugh Walker haben wir schon vor zehn Jahren anlässlich seines 75. Geburtstag einen Text im Blog gebracht, der auch heute noch mehr oder weniger genauso geschrieben werden könnte - mit dem Zusatz, dass die Hugh-Walker-Werkausgabe bei Emmerich Books & Media inzwischen inzwischen komplett ist (zu der u.a. auch eine monumentale und/oder tolle Magira-Ausgabe in einem oder zwei Bänden gehört).
Womit wir zum zweiten nachgelieferten Autor kämen, dessen Werk komplett außerhalb meiner normalen Lesevorlieben liegt. Hmm ... das klingt jetzt irgendwie schräg ... ich meine damit, dass er keine wie auch immer geartete Phantastik geschrieben hat, die den Großteil meines beruflichen und privaten Lesespektrums abdeckt. Aber manchmal lese ich auch andere Sachen, historische Romane zB ... oder Krimis. Und durch seine Krimis habe ich Anfang der 1990er Jahre auch Bekanntschaft mit Friedrich Glauser gemacht, dessen Geburtstag sich am 04. Februar zum 130. Mal gejährt hat. In seinen Krimis habe ich dann die Bekanntschaft von Wachtmeister Studer gemacht, einer von Georges Simenons Kommisar Maigret beeinflussten/inspirierten Figur, die jedoch genügend eigenständige Züge aufweist, um nicht als Kopie zu gelten. Glauser sind in seinen Krimis mMn großartige Milieustudien gelungen, und sein Wachtmeister Studer ist ein Polizist mit einem Herz für Verlierer, der einem spätestens auf den zweiten Blick sympathisch wird. Es gibt über Friedrich Glauser - der, um es ganz deutlich zu sagen, aus mehreren Gründen eine arme Sau war - einen sehr ausführlichen Wikipedia-Eintrag, der als Ausgangspunkt für viele weitere Seiten dienen kann ... wenn's einen denn interessiert.
In den 70er, 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren Glauser und sein Werk (das aus viel mehr als nur seinen Kriminalromanen besteht) immer mal wieder in der öffentlichen Wahrnehmung präsent (es gab 1976 - 1980 sogar drei Fernsehfilme mit Wachtmeister Studer), aber inzwischen scheint er wieder in Vergessenheit geraten zu sein. Auch deshalb wollte ich ihn hier einfach mal erwähnen.
Wie's mit den Geburtstagskindern vom Donnerstag und Freitag weitergeht, weiß ich noch nicht. We'll see ...
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Ich fühl mich hier immer so völlig unbelesen …
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Naja ... dafür hast du's im Leben wahrscheinlich zu was gebracht ...


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Von Neal Asher hatte ich total viel Gutes gehört, einige in meinem Bekanntenkreis mochten seine Bücher sehr, aber als ich dann vor ca. 20 Jahren Der Drache von Samarkand gelesen habe, konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Allerdings kann ich mich auch kaum noch dran erinnern und weiß nicht mehr, wieso. Irgendwann lese ich es noch einmal.
Von Stewart O'Nan habe ich Halloween gelesen und fand es toll, könnte aber nicht mehr sagen, worum es geht. Das Glück der Anderen steht seit 20 Jahren ungelesen im Regal, das hatte ich mal günstig bei 2001 bestellt, aber schon auf der ersten Seite hatte mich die Perspektive abgeschreckt. "Diese trägen Tage gefallen dir." Es wird jemand direkt angesprochen, und dann auch noch im Präsens, wie in Sandor Marais Wandlungen einer Ehe, das ebenfalls nur angelesen direkt daneben im Regal steht. Das war damals so gar nicht meins. Heute stört mich so was weniger, muss ich auch noch mal versuchen.
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Naja ... dafür hast du's im Leben wahrscheinlich zu was gebracht ...


Ah, Du meinst die Gedichte …

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@ lapis:
Ich bin immer beeindruckt, wenn jemand Gedichte schreibt/schreiben kann, die sowohl vom Inhalt als auch von der Metrik her über meine Büttenreden-Reime hinausgehen. Meine Frau kann das im Gegensatz zu mir auch.
@ Pogo:
Was Asher angeht, sind wir uns wohl einig. Ich werde wahrscheinlich auch noch einmal einen Versuch machen, bevor ich die Bücher irgendwann weggebe, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass das mit mir und dem Neal nichts wird.
Halloween von Stewart O'Nan hatte ich mir sowieso schon vorgenommen, als ich den obigen Beitrag geschrieben habe; deine Aussage bekräftigt meine Ansicht, dass das eine gute Idee sein könnte. Mich hat die Erzählperspektive in Das Glück der Anderen damals komischerweise kaum gestört (obwohl diese "literarischeren" Ansätze generell nicht unbedingt mein Ding sind). Ich glaube, das Buch hat damals bei mir sehr schnell einen Lesesog erzeugt, und wenn der erstmal da ist, sind stilistische Spielereien für mich oft nicht mehr sonderlich wichtig.
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Ok, schreiben wir hier noch schnell was. Die potentiellen Geburtstagskinder vom Donnerstag lassen wir jetzt mal aus, weil … ach, ist nicht wichtig, bzw. am Freitag hatten wir zwei 100er, das ist vielleicht interessanter.
Da wäre zunächst Howard L. Cory, dessen (naja) Geburtstag sich am Freitag, den 06.02., zum 100. Mal gejährt hat. Das Problem ist, Howard L. Cory ist eine fiktive Person, denn er ist nur das Pseudonym, unter dem das Ehepaar Julie Ann und Jack Owen Jardine während ihrer Ehe (die von 1958 bis 1968 Bestand hatte) zwei SF-Romane verfasst hat, von denen wiederum einer sich zumindest anfangs als Fantasy tarnt. Kompliziert? Ach was.

Fangen wir am Anfang an: Da Jack Owen Jardine das Pseudonym Howard L. Cory nur für The Mind Monsters und The Sword of Lankor (beide 1966) benutzt hat – sprich: die Werke, die er zusammen mit seiner Frau geschrieben hat (allein war er als Larry Maddock unterwegs) - und besagtes Pseudonym sich auf den Bühnennamen (Corrie Howard) der 30 Jahre lang als Schauspielerin und Tänzerin aktiven Julie Ann bezieht, können wir ja einfach mal sagen, hinter Howard L. Cory verbirgt sich vor allem Julie Ann Jardine. Dem steht natürlich entgegen, dass die Neuauflage von The Sword of Lankor (2014) unter dem Jack-Owen-Jardine-Pseudonym Larry Maddock erschienen ist, aber wisst ihr was? Julie Ann Jardine wurde am 06. Februar 1926 geboren, und ihr 100. Geburtstag ist die einzige Gelegenheit, ihrer hier an dieser Stelle mit einem kleinen Beitrag zu gedenken – und Jack Owen Jardine tut's nicht weh … *
Zu the The Mind Monsters kann ich nichts sagen, aber the The Sword of Lankor liest sich über weite Strecken wie ein S&S-Roman, entpuppt sich letztlich jedoch als eine Art Sword-&-Planet-Roman (weswegen er wohl auf dem Backcover als "a terrific science-fiction adventure of the Burroughs Type" angepriesen wird) und ist unterm Strich überraschend lesbar.** Was weniger mit dem nur begrenzt richtigen Burroughs-Vergleich zu tun hat, als vielmehr damit, dass der auf dem fernen Planeten Lankor spielende Roman mit dem als Söldner eingeführten großen und starken Schwertkämpfer Thuron und dem kleinen katzenähnlichen Gaar, dessen Finger so flink sind wie sein Verstand, ein erstaunlich gut funktionierendes Duo als Hauptpersonen präsentiert, und dass die auch stilistisch recht ordentliche, actionreiche Geschichte sich zT anders entwickelt als erwartet. In den 60er Jahren ist Einiges an S&S bzw. S&P geschrieben und veröffentlicht worden, das bei einem Vergleich mit The Sword of Lankor deutlich schlechter wegkommt – auch wenn der Roman zum Ende hin durch einen … nennen wir es Continuity-Fehler leider ein paar Punkte einbüßt. Das eigentliche Ende ist dann aber durchaus gelungen und versöhnt einen letztlich wieder mit dem Buch.
* – das Ganze wird noch ein bischen komplizierter, wenn man bedenkt, dass die NA von The Mind Monsters unter "Larry Maddock & Howard L. Cory" erschienen ist, was darauf hindeutet, dass "Cory" tatsächlich eher Julie Ann Jardine war (ihr Anteil am Sword aber vielleicht geringer als an den Gedankenmonstern …)
** – sonst hätte ich die zerfledderte Loseblattsammlung, die in den Zeiten, in denen es noch sowas wie "surface mail" gab, einer meiner Ebay.com-Bestellungen "als Geschenk" (oder um den Platz besser auszunutzen?) beigefügt war, ganz sicher nicht gelesen

Der zweite geplante Text kommt ... vielleicht nachher. Ich will diesen noch vor Mitternacht draußen haben.
edit: Tippdingse, Tippdingse ...

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Ok, ich sehe schon, allzu abgefahren in Bezug auf Werk und/oder Verfasser sollte das hier nicht werden. Nun denn. Dummerweise habe ich letzte Nacht noch einen Text geschrieben, den ich nicht umsonst geschrieben haben möchte und auch nirgendwo anders hinstellen kann; deshalb wird's jetzt nochmal obskur, und zwar so richtig (und auch ziemlich traurig).
Ich habe eingangs des vorigen Artikels etwas von "zwei 100ern" geschrieben, und das ist prinzipiell auch richtig, denn am 06.02. hat es tatsächlich zwei 100er-Jubiläen gegeben – allerdings war nur eines davon ein 100. Geburtstag. Das andere war ein 100. Todestag, denn an besagtem 06. Februar 1926 ist Emma Frances Dawson in einem Krankenhaus in San Francisco gestorben. Wer bitte war Emma Frances Dawson? Diese Frage habe ich mir am letzten Freitag auch gestellt, denn auch ich habe zuvor Emma Frances Dawson nur dem Namen nach gekannt (d.h., ich hatte ihren Namen irgendwann und irgendwo mal gehört oder gelesen). Das, was ich daraufhin beim Recherchieren herausgefunden habe, hat mich dann jedoch dazu veranlasst, sie hier heute kurz zu erwähnen, um sie zumindest für einen kurzen Moment dem Vergessen zu entreißen.
Die Musikerin, Musiklehrerin, Dichterin, Übersetzerin und Kurzgeschichtenautorin Emma Frances Dawson wurde wahrscheinlich im Mai 1839 in Bangor, Maine, geboren. 1861 ließen sich ihre Eltern scheiden, und so um 1880 herum hat sie zusammen mit ihrer Mutter Salome "Lola" Emerson an der amerikanischen Westküste gelebt. Lola Emerson war anscheinend gesundheitlich stark angeschlagen, und Emma Dawson hat den Unterhalt für sich und ihre Mutter verdient, indem sie Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben, aus mehreren Sprachen übersetzt und als Musiklehrerin gearbeitet hat.
Der größte Teil der phantastischen Kurzgeschichten und Erzählungen, die Emma Dawson in den 1880er Jahren in literarischen Zeitschriften u.ä. veröffentlicht hat, ist 1897 in dem Sammelband An Itinerant House and Other Stories erschienen – und die Titelstory ist als "Ein Haus auf Wanderschaft" (übersetzt von Oliver Plaschka) tatsächlich in der von Erik Hauser und Frank Rainer Scheck herausgebenen Anthologie Aut Diabolus Aut Nihil (2014) enthalten (und ist afaik Dawsons einzige Veröffentlichung auf Deutsch).
Ob Emma Dawson auch nicht-phantastische Geschichten geschrieben hat, weiß ich nicht. Oder ob sie mehr phantastische Geschichten geschrieben hat als die vierzehn, die in der (im Vergleich zur Originalausgabe um vier Stories ergänzten) 2007er-Version von An Itinerant House … drin sind. Es ist manchmal schwierig, an einigermaßen vernünftige und belastbare Infos über lang verblichene Autorinnen und Autoren zu kommen, und in diesem Fall fußt so ziemlich mein ganzes Wissen auf dem Beitrag über Emma Frances Dawson in dem großartigen Blog Tellers of Weird Tales von Terence E. Hanley, der sich immer wieder als schier unerschöpfliche Fundgrube in Bezug auf Informationen über die Weird-Tales-Autorinnen und -Autoren erweist.
In besagtem Blog habe ich auch den Beitrag gefunden, der letztlich den Ausschlag gegeben hat, hier etwas über eine seit 100 Jahren tote, hierzulande völlig unbekannte und gewiss auch im und für das Phantastik-Genre reichlich unbedeutende Autorin zu schreiben. Denn da ist ein Artikel aus dem San Francisco Examiner vom Januar 1931 abgebildet, der so beginnt: "Unconscious from hunger, cold and months of privation, Miss Emma Frances Dawson, one of the eminent literary figures of early San Francisco, was taken yesterday from a Palo Alto cottage, where she had lived in poverty and seclusion for twenty years, and placed in the Palo Alto hospital." Und etwas weiter unten: "Scantily clad in old, tattered garments, Miss Dawson lay on the uncarpeted floor with her head in the ashes of the fireplace. Mice squealed about the squalid room. Two parrots chattered from their cages. Two small jars of jam covered with dust were the only food in the place. A chair, an unused cot, a stove and newspapers which served as rugs were the only furniture."
Emma Frances Dawson ist 86 Jahre alt geworden, doch zumindest die letzten 20 davon hat sie anscheinend in völliger Armut gelebt. Ich finde so etwas immer einigermaßen erschütternd ...
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Okay, begeben wir uns in für Forumos vertrautere Gefilde.

Vorgestern - ja, ich hinke schon wieder hinterher, aber heute sind wir schnell durch ... äh ... also vorgestern hatte u.a. der am 09. Februar 1951 geborene Dave Luckett Geburtstag. Luckett ist ein australischer, wenn ich das richtig sehe praktisch ausschließlich im Bereich Young Adult bzw. Jugendliteratur aktiver Autor, dessen Tenabran Trilogy (A Dark Winter (1998), A Dark Journey und A Dark Victory (beide 1999)) hierzulande 2001 von Heyne als Tenebra-Trilogie (Dunkler Winter, Dunkle Reise und Dunkle Burg) veröffentlicht wurde. Die Trilogie hat in Australien die Kritiker und in Deutschland zumindest manche Leser überzeugt (siehe Amazon-Rezis), außerdem wurden der erste und der dritte Band in Australien mit dem Aurealis Award (der erste als Best Fantasy Novel, der dritte als Best Young Adult Novel) ausgezeichnet. Last but not least prangt auf dem Backcover der Heyne-Ausgabe die Aussage: "Australiens Antwort auf Robert Jordan!"
Das ist ja mal ein Wort.

Ich meine, dass ich damals in die Bücher reingeschaut habe und dass sie mir zu "jugendbuchig" waren und man ihnen einen gewissen "Lernauftrag" angemerkt hat (was ich damit meine, merkt man sehr schnell, wenn man in die Bücher reinblättert). Aber das geht ja vielleicht nur mir so. Vielleicht kann die Tenebra-Trilogie ja für den einen oder die andere auch eine Art "Notreserve" für diese schrecklichen fantasylosen Zeiten (bezogen auf im weitesten Sinne "klassische" Fantasy) sein. Das muss/sollte jede/r für sich selbst rauskriegen. Und falls irgendjemand tatsächlich die Bücher liest, nicht wundern: Der Klappentext für den dritten Band hat mit dem Inhalt nichts, aber auch gar nichts zu tun. Der war ganz sicher für ein anderes Buch gedacht. (Für welches? Keine Ahnung ... bzw ich habe einen vagen Verdacht, kann den aber nicht problemlos verifizieren.)
Ansonsten hatte vorgestern noch Timothy Truman Geburtstag, der ist 70 Jahre alt geworden. Über Timbo will ich schon lange mal was schreiben, weil er einer meiner Lieblings-Comickünstler ist. Mach ich vielleicht auch noch, aber wenn, dann im Blog oder eventuell im Comicthread, denn das wird vermutlich ein bisschen ausführlicher als das, was ich in diesem Thred so zu schreiben gedenke.
Morgen - Quatsch, heute - wäre auch wieder ein Comickünstler dran. Mal sehen, wie sich der Tag entwickelt ...
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David Luckett sagt mir gar nichts. Bei den deutschen Covern klingelt auch nichts. Aber danke für den Hinweis, der sehr hilfreich ist, da ich gerade an einem Artikel über australische Fantasyautor*innen arbeite bzw. demnächst damit anfangen will.
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Oh, das klingt spannend. Wird es da um australische Fantasyautorinnen und -autoren generell gehen oder konzentrierst du dich auf die, die - von was weiß ich ... Trudi Canavan bis Patricia Wrightson - auch hierzulande verlegt wurden?
edit: den "alphabetischen Bogen" weiter gefasst

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Ich habe mir da noch keinen Überblick verschafft. Mal schauen, wie viele es gibt. Vor allem würden mich auch jene interessieren, die australische Geschichte und/oder Mythen der indigenen Bevölkerung mit einbinden.
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