Ein Blick zurück ...

  • Im Hörspielbereich scheint Francis - zumindest dann, wenn es um die Umsetzung von Genreliteratur gegangen ist - einer der besten und beliebtesten Autoren gewesen zu sein, wobei ich das nicht nur an der Menge der Hörspiele festmache, die er geschrieben hat (denn er hat ja noch viel mehr gemacht als die Sachen, die ich aufgezählt habe - aber Masse ist/hat ja nicht immer Klasse ;)), sondern vor allem auch daran, wie viele Leute, die sich in diesem Bereich auskennen oder Zugang dazu haben (im Gegensatz zu mir), über ihn sprechen.


    Als PR- oder generell als SF-Autor fand ich ihn immer "unauffällig".

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • So. Wie gestern mehr oder weniger angedroht, kommt heute der Text, der eigentlich für gestern geplant war, was bedeutet, dass es um einen Autor (und natürlich auch sein Buch) geht, der gestern Geburtstag hatte. Der Geburtstag war der 100., und der Auto heißt Roderick MacLeish – und damit genug der Vorrede.


    Roderick MacLeish wurde am 15. Januar 1926 in Bryn Mawr, Pennsylvania, geboren und ist am 01. Juli 2006 im Alter von 80 Jahren verstorben. Er war hauptberuflich Radio-Kommentator und hat ein gutes halbes Dutzend Bücher (Sachbücher und Romane) geschrieben, darunter mit Prince Ombra (1982) auch einen Fantasyroman. In Prince Ombra (dt. Prinz Ombra (1986)) geht es um den uralten, immer wieder aufs Neue ausgefochtenen Konflikt zwischen Gut und Böse; denn alle paar Jahrhunderte betritt das absolut Böse in Gestalt von Prinz Ombra die Welt, und ihm stellt sich immer ein Krieger entgegen, der sich von Geburt an seiner Aufgabe bewusst war (weil er nämlich kein Oberlippengrübchen hat ;) ). Wenn dieser Held versagt, stürzt die Welt in ein dunkles Zeitalter voller Unfrieden und Kämpfe. Als Prinz Ombra in dem kleinen zeitgenössischen Städtchen Stonehaven in Maine auftaucht, muss sich ihm logischerweise die aktuelle Manifestation dieses etwas anderen "ewigen Helden" entgegenstellen – doch leider ist besagter Held ein neunjähriger Junge namens Bentley Ellicott mit einem verkrüppelten Bein. Zum Glück findet Bentley in dem Psychiater (und C.G.-Jung-Jünger) Dr. Kreistein einen weisen Mentor (seinen Merlin, sozusagen) und hat in der unter einer Sprachstörung leidenden Slally eine Freundin, auf die er sich in jeder Situation verlassen kann …


    Das ist - so weit ich mich erinnere - mehr oder weniger die Ausgangssituation der Geschichte, über deren Ausgang man sich in Anbetracht der Weltlage durchaus Fragen stellen könnte (nein, keine Sorge, dies ist eine Geschichte, und in Geschichten – besonders in amerikanischen Heldengeschichten – siegt immer das Gute). Ich selbst habe tatsächlich nur noch vage Erinnerungen an das Ganze; möglicherweise hat das mit den kindlichen Protagonisten zu tun, die funktionieren für mich nämlich öfter mal so gar nicht. (Kleiner Schlenker: Fünf-Freunde-Bücher habe ich als Kind gehasst.) Generell scheint der Roman aber ganz gut angekommen zu sein. Außerdem – denn manchmal sollten diese Texte ja auch einen gewissen Mehrwert über das Ausgraben obskurer Autorinnen und Autoren hinaus bieten – kann man an Prince Ombra sehr schön sehen, wie sich die … nennen wir es Philosophie der Covergestaltung über die Jahre verändert hat, von der Erstausgabe im HC (die so gar nicht nach Fantasy aussieht) über die amerikanische und die englische TB-Ausgabe in den 80ern bis hin zur letzten TB-Version von Anfang dieses Jahrtausends. (Und hier noch - in der Hoffnung, dass der Link funktioniert - für alle die, die es interessiert, das Cover der deutschen Ausgabe.)

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Ich kann verstehen, dass du nicht neugierig auf den Roman geworden bist. Ich hätte gerne ein bisschen was Aussagekräftigeres geschrieben, aber dazu hätte ich nochmal reinlesen müssen - und da Prinz Ombra sich nicht dort befindet, wo ich ihn vermutet habe, konnte ich das nicht. :nixweiss:


    Was die Fünf Freunde angeht, gönne ich es all denen, die Spaß an den Büchern oder Hörspielen hatten. Für mich waren diese neunmalklugen Kinder halt nichts, was dann eben u.a. bis heute die Auswirkung hat, dass ich mich mit kindlichen Hauptfiguren häufig schwertue. Was es bei Roderick MacLeish ein bisschen interessanter macht, ist die Tatsache, dass seine Hauptfiguren eher zu einer marginalisierten Gruppe gehören. Ich weiß aber nicht mehr, wie gut das letztlich umgesetzt ist, deshalb wollte ich darauf auch nicht näher eingehen, nachdem mir klar geworden ist, dass ich den Roman nicht so schnell finden werde.


    Edit: Tippdingse ...

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • @ Pogo:


    Der Link funktioniert nicht. Und weil ich kein Mod mehr bin, kann ich ihn auch nicht reparieren. :nixweiss:

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Brauchen tun wir das im Moment sicher nicht, und unbedingt werden will ich das auch nicht.


    Bevor das Forum umgezogen ist, hatten wir das halt mal aufgeteilt, damit es zumindest zwei Leute gibt, die eingreifen können, wenn es mal Probleme oder Stress gibt, und Simone nicht unbedingt jeden Tag reinschauen muss, wenn ich eh online bin. Beim Umzug ist das wohl verloren gegangen, und wie gesagt, brauchen tun wir das im Moment nicht.


    (Ich habe es Pogo auch nur mitgeteilt, weil ich das früher einfach repariert und ein edit hinterlassen hätte.)

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Da ich hier nur was schreibe, wenn's hier was zu schreiben gibt (und ich Lust habe, was zu schreiben ;)), kann es auch öfters mal vorkommen, dass hier nichts passiert. Heute wäre eigentlich so ein Tag gewesen - denn die Möglichkeit, einen Beitrag über Richard Carlyon und dessen einzigen Fantasyroman The Dark Lord of Pengersick (1976; dt. Der schwarze Lord von Pengersick (1978)) zu schreiben, hat mich eher nicht gereizt (auch wenn der Roman in der Kategorie Kinderbuch auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis gestanden hat) -, aber dann ist mir eingefallen, dass ich aus einem ganz bestimmten Grund darauf hinweisen könnte, dass David Lynch heute 80 geworden wäre, wenn er denn noch leben würde.


    Über David Lynch hier ein bisschen ausführlicher zu schreiben, ist mMn angesichts seines jeweiligen ausführlichen Eintrags in der englischen und der deutschen Wikipedia mehr als überflüssig (mal ganz davon abgesehen, dass ich gar nicht so der große Lynch-Spezialist bin), allerdings wollte ich die Gelegenheit nutzen, darauf hinzuweisen, dass seit kurzem bei arte.tv seine Kultserie Twin Peaks verfügbar ist - und zwar alle drei Staffeln (von 1990, 1991 und 2017) - die das serielle Erzählen im TV auf eine neue Stufe gehoben hat. Wer Agent Cooper und die Einwohner von Twin Peaks mit all ihren kleinen und großen Geheimnissen schon kennt, hat ja vielleicht Lust auf ein Wiedersehen. Wer die Serie noch nicht kennt ... hätte jetzt fast ein Jahr lang die Gelegenheit, sie kennenzulernen.


    Timpi hat mit ihrem Rewatch schon angefangen. Ich werde mir Twin Peaks sicher im Laufe des Jahrs nochmal anschauen. Und dann vielleicht auch was dazu schreiben (was ich nur aus der Erinnerung ganz sicher niemals tun werde).

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Danke für den Tipp. Wobei ich es eigentlich ganz praktisch finde, wieder diesen "äußeren Rahmen" zu haben, d.h. die Serie innerhalb eines gewissen - und in diesem Fall ja recht großzügigen - Zeitrahmens anschauen zu müssen, wenn ich sie denn sehen will. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass Sachen, die auf der Festplatte liegen (oder meinetwegen auch als DVD/BluRay im Regal stehen), da dann auch lange liegen (bzw. stehen) bleiben, denn ... man kann sich die ja auch morgen oder übermorgen oder nächste Woche anschauen. :nixweiss:


    Ist natürlich möglicherweise ein Phänomen, das nur bei mir auftritt, aber wie gesagt, momentan bin ich ganz happy mit der Aussicht, irgendwann dieses Jahr wieder mal Twin Peaks komplett sehen zu können. (Nein, ich habe die Serie nicht als Konserve.)

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Heute ist mal wieder ein Tag (wobei ... eigentlich sollte ich "war" schreiben, denn er ist ja schon fast wieder vorbei), an dem es das eine oder andere Jubiläum gegeben hat, und zu einem davon würde ich wirklich gerne mal wieder einen Blogbeitrag machen.


    Heute ist z.B. der 120. Geburtstag von Robert E. Howard. Der Text - eigentlich eher das Textchen - zum 75. Todestag von Two-Gun Bob am 11. Juni 2011 war übrigens der erste dieser bei uns intern "Jubitexte" genannten Kategorie. Damals wusste ich noch nicht so recht, wie die Texte aussehen sollten, oder wo wir - wo ich - mit den Texten hinwollte(n), das hat sich dann im Laufe der Zeit trotz des gelegentlichen Schluckaufs entwickelt. Und eigentlich habe ich noch immer Lust darauf, diese Texte zu schreiben - nur tue ich mich damit (vielleicht auch der langen Pause geschuldet) gerade eher schwer. Deswegen ja auch diese Ausweichtexte hier. ;)


    Anyway, REH hätte sicher einen umfangreicheren, aussagekräftigeren Text verdient, aber da scheue ich momentan doch den Aufwand, Vielleicht zum 125. Geburtstag in fünf Jahren ... :nixweiss: (Andererseits gibt es gerade zu Howard im Netz jede Menge Material; da "fehlt" jetzt ganz sicher keiner ausgerechnet von mir, denn irgendetwas Neues könnte ich auch nicht liefern.)


    Heute ist außerdem der 95. Geburtstag von Pat O'Sheah - und zu der (bzw. ihrem Roman The Hounds of the Morrigan (1985)) habe ich anlässlich ihres fünften Todestags am 03. Mai 2012 tatsächlich etwas im Blog geschrieben. Wie man an dem Text schön sehen kann, geht es da nicht um eine irgendwie tiefer gehende Analyse oder sowas; die Intention war eigentlich (und ist es im Prinzip immer noch), einfach die Bandbreite des Genres aufzuzeigen, um das es in der Bibliotheka Phantastika in erster Linie geht. Dass da gelegentlich auch am äußersten Rand dieses Genres angesiedelte, auf den ersten (und manchmal auch zweiten) Blick etwas obskure Autoren oder Autorinnen ebenso dazugehört haben/dazugehören wie gelegentliche Ausreißer in Richtung SF, Horror oder auch historischer Roman sowie die irgendwann erfolgte Ausweitung auf Comics, hat mit dazu beigetragen, dass es doch einige Zeit ziemlich viel Spaß gemacht hat ... und vielleicht auch bald wieder Spaß macht, denn - wie eingangs erwähnt - es gibt schon noch Kandidaten, bei denen ich bedauere, dass ich es nie geschafft habe, etwas über sie zu schreiben.


    Einer davon ist Michael Scott Rohan, der heute 75 Jahre alt geworden wäre, wenn er nicht bereits am 12. August 2018 gestorben wäre. Bei ihm - der einer der wenigen Autoren ist, bei dem das so häufig nur aus vermarktungstechnischen Gründen benutzte "tolkienesk" als Beschreibung seiner Trilogie The Winter of the World (1986-88; aka Der Winter der Welt (1994)) berechtigt ist - war das Haupthindernis dafür, einen Artikel über ihn und seine Werke zu schreiben, dass wir lange kein Geburtsdatum hatten. Ja, blöder Grund, nichts zu schreiben - aber so war das halt. :nixweiss: Seit seinem Tod ist auch sein Geburtsdatum bekannt, aber 2021 habe ich keinen Artikel auf die Reihe gekriegt, und dieses Jahr ... habe ich einen halben. Blöderweise sitzt noch ein anderer Artikel in der Pipeline, mit dem ich mich gerade herumschlage, und der vorher dran wäre. Und momentan ... sind die äußeren Umstände gerade sehr, sehr ... kompliziert. :egal: Andererseits haben wir auch schon früher sehr verspätete Beiträge gebracht, und vielleicht opfere ich auch den in der Pipeline und mache den MSR-Text fertig (denn übermorgen steht schon der nächste Kandidat vor der Tür). Aber um nicht nur über Nicht-Beiträge zu schwadronieren, gibt's jetzt noch einen Link, denn immerhin haben wir Der Amboß aus Eis, den ersten Band der Trilogie Der Winter der Welt im Dezember 2012 zum Buch des Monats gemacht, und in dem Text steht mehr als genug, um sich ein erstes Bild von dem Autor zu machen, wenn man ihn nicht kennt.

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

    Edited once, last by gero ().

  • Als ich 16 Jahre alt war und mit einem Kreuzbandriss flachlag, habe ich mir vor der OP einige Bücher gekauft. Das erste Buch des Blutes von Clive Baker, Der Herr der Ringe von Tolkien und die damals drei Bände der Pfortenwelt-Trilogie von Michael Scott Rohans. Die habe ich dann sogar noch vor Herr der Ringe gelesen und war schwer begeistert, dass es zwar in unserer Welt spielt, diese aber in Randbereichen an eine andere, phantastischere angrenzt, in der Piraten und magische Wesen auf Schiffen unterwegs sind. So was kannte ich damals noch nicht und hatte viel Spaß mit den drei Büchern. Ein Reread vor ein paar Jahren ist dann aber gescheitert, weil ich den ersten Band nicht so wirklich gut geschrieben fand, die Figuren flach und ich meine, es wäre auch etwas sexistisch gewesen. Früher war ich da unkritischer und hatte kein Auge für so was. Trotzdem habe ich schöne Erinnerungen an die Reihe. Vielleicht versuch ich es irgendwann noch einmal mit einem Reread.

  • @ Pogo:


    Michael Scott Rohans Winter of the World (d.h. die ursprüngliche Trilogie) ist einer der ganz wenigen Mehrteiler, die sich in Bezug auf ihre mythologische Kraft und Tiefe mit Tolkiens LotR messen können. Als ich The Anvil of Ice gelesen habe, musste ich immer mal wieder innehalten (wie man so schön sagt) und ein paar Mal tief durchatmen, wenn mir klar wurde oder ich zumindest geahnt habe, auf welche uralten (vor allem nordischen) Mythen der Autor da anspielt. In den beiden Folgebänden war der Effekt nicht mehr ganz so groß, aber er war immer noch da, und die Trilogie als Ganzes steht bei mir tasächlich "ganz oben im Regal" (wie ich es nenne), und ich halte sie für weithin unterschätzt. (Man muss natürlich den Stil mögen, der einem beim Lesen über weite Strecken wirklich das Gefühl vermittelt, eine alte Chronik zu lesen - zumindest im Original; ich habe The Winter of the World nie auf Deutsch gelesen.)


    Da mich The Winter of the World so beeindruckt hat, habe ich mir dann natürlich Chase the Morning - den ersten Band der Spiral bzw. der Pfortenwelt-Trilogie - sehr schnell zugelegt, als er herausgekommen ist. Und ich hatte damals auch richtig viel Spaß mit dem Buch, das allerdings (wie die ganze Pfortenwelt) etwas ganz anderes ist als der Winter. Für mich ist Chase in erster Linie ein Fantasy-Abenteuerroman, wenn ich ihn kategorisieren müsste, vergleichbar - nicht direkt, aber wenn überhaupt - mit Sachen wie The Far Kingdoms von Cole/Bunch, auch wenn es natürlich signifikante Unterschiede gibt. Was ich faszinierend fand und finde, war das Konzept der Spiral dieses ... naja, sagen wir Anderswelten-Systems, in dem die Anderswelt an bestimmten Stellen quasi "um die Ecke" liegt. Mit dem (für mich) genial erdachten und beschriebenen Setting können die Figuren - zumindest im ersten Band - nicht ganz mithalten, oder sagen wir, es können nicht alle mithalten. Und Steves Blick auf seine Sekretärin war iirc durchaus ... äh ... konservativ-männlich. (Andererseits gibt's mit Mad Mall eine Frauenfigur, die ich sehr positiv in Erinnerung habe.) Aber ganz grundsätzlich ist es natürlich so, dass in SF und Fantasy aus dieser Zeit gerne mal Inhalte auftauchen, die man heute als sexistisch oder rassistisch bezeichnen würde (und die es mit dem Blick von heute auch sind), die aber zur Entstehungszeit der Geschichte sozusagen Standard waren und über die man weggelesen hat, weil sie mehr oder weniger dem entsprochen haben, was man um sich herum erlebt hat oder erleben konnte. Ist halt auch immer die Frage, wie viel Raum derartige Inhalte einnehmen oder auch wie drastisch sie präsentiert werden. (Steves Blick auf die Frauen ändert sich iirc im Laufe der Trilogie - aber die Hand dafür ins Feuer legen würde ich nicht. ;))

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Heute ist/war ein lustiger Tag, denn heute haben wir vier interessante, sehr unterschiedliche Geburtstagskinder*, die auf der Zeitachse auch beträchtlich streuen. Das jüngste dieser Geburtstagskinder wird heute 85 - und kann seinen Geburtstag tatsächlich noch feiern (oder genießen, oder ... naja, man weiß es nicht, aber es lebt auf alle Fälle noch), während das älteste dieser Geburtstagskinder heute maximal noch für eine Komparsenrolle in Jason und die Argonauten geeignet wäre, denn es wurde heute vor 250 Jahren geboren (und schon vor mehr als 200 Jahren zu Grabe getragen).


    Sehen wir uns zuerst diese beiden an (die anderen beiden hebe ich mir für nach dem Sportstudio auf ;)) und beginnen diesen Blick zurück mit einem Mann, dem heutzutage - wenn man sich den Blätterwald anlässlich seines 250. Geburtstags anschaut - in jeder Hinsicht mehr Beachtung geschenkt wird als das zu seinen Lebzeiten der Fall war, denn bei seinen deutschen bzw. deutschsprachigen Zeitgenossen war E.T.A. Hoffmann bei weitem nicht so angesehen wie in Teilen des europäischen Auslands. (Um ehrlich zu sein, hat mich dieses Rauschen im deutschen Blätterwald sogar ein bisschen überrascht, weil ich eher der Meinung war, dass Hoffmann - außer in bestimmten universitären Kreisen - mittlerweile fast ein "vergessener Autor" ist, aber da habe ich dann wohl falsch gedacht. :nixweiss: )


    Ich selbst bin alles andere als ein Hoffmann-Spezialist, und deshalb mache ich mir es jetzt einfach und verlinke auf zwei für alle Interessierten frei zugänglichen Beiträge, einmal im Tagesspiegel (250 Jahre E.T.A. Hoffmann: Die süßen Schauer des Unheimlichen) und einmal auf die kurze Sendung über E.T.A. Hoffmann in der Reihe "Klassiker der Weltliteratur" in der ARD-Mediathek.


    Seinen 85. Geburtstag kann heute Gary K. Wolf - nicht zu verwechseln mit dem langjährigen Locus-Rezensenten Gary K. Wolfe - feiern, über den ich eigentlich gar nichts schreiben wollte, auch wenn seine drei SF-Romane aus den 70er-Jahren (Killerbowl (1975), A Generation Removed (1977) und The Resurrectionist (1979)) es tatsächlich als Killerspiel (1981), Aktion Gnadentod (1982) und Zwischen hier und nirgendwo (1981) nach Deutschland geschafft haben. Doch dann habe ich gesehen, dass Gary K. Wolf auch die Grundlage für einen Film geschaffen hat, den vermutlich etliche Forumosen kennen: Falsches Spiel mit Roger Rabbit (OT: Who Framed Roger Rabbit (1988)) ist nämlich eine etwas freiere Adaption seines Romans Who Censored Roger Rabbit (1981), der hingegen nie übersetzt wurde (zumindest habe ich keinen Hinweis auf eine Übersetzung gefunden). 1991 hat Wolf mit Who P-P-P-Plugged Roger Rabbit? einen zweiten Roger-Rabbit-Roman geschrieben, der eine Fortsetzung des Films und nicht seines Romans darstellt, und 2013 kam mit Who Wacked Roger Rabbit? noch ein weiterer Roman auf den Markt, über ich erst mal nichts weiß (und mich auch nicht mehr schlau mache, weil ich gleich was anderes vorhabe :biggrin2:). Das soll es zu Gary K. Wolf dann auch gewesen sein.


    * - es gibt natürlich mehr als vier; die vier sind die, die mM für "uns hier" vielleicht interessant sein könnten und die einen "runden" (sprich einen "5er"- oder "10er"-) Geburtstag haben.



    edit: Wenn man ein * macht, sollte man es auch erklären ... :floet:

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

    Edited once, last by gero ().

  • Da ich letzte Nacht keine Lust mehr hatte, der heutige Tag sich aber sehr wahrscheinlich anders entwickeln wird als gedacht, hier ganz schnell was zu den beiden anderen gestrigen Geburtstagskindern, die gestern beide 115 Jahre alt geworden wären.


    Da hätten wir zunächst mal C.L. Moore, zu der wir schon vor langer Zeit - sprich: im April 2012 anlässlich ihres 25. Todestags - einen kurzen Beitrag im Blog gebracht haben, in dem wir ein bisschen was über ihre wichtigsten Werke und ihre Stärken und Schwächen erzählt haben.


    Und dann wäre da noch René Barjavel, ein für die französische SF sehr wichtiger und in seinem Heimatland immer noch hoch angesehener Autor, dessen SF-Erstling Ravage (1943 - deutsche Übersetzung Fehlanzeige) in Frankreich anscheinend immer noch Schullektüre ist. Zu Barjavel wollte ich eigentlich - auch vor dem Hintergrund, dass ich der Phantastik jenseits des Rheins generell ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen möchte - einen Beitrag im Blog bringen. Ob das klappt ... wird man sehen. (Ich bin halt demnächst erst mal wieder für ein paar Tage weg, und der MSR-Text und noch ein anderer warten auch noch auf ihre Vollendung.)

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  • Heute - bzw. mittlerweile gestern - konnte übrigens Brian McClellan seinen 40. Geburtstag feiern, der das Glück hatte, dass sich der als Comicverlag gestartete Cross Cult Verlag seiner angenommen hat, denn seine beiden Trilogien aus dem Powder-Mage-Universum - The Powder Mage Trilogy (2013 - 2015) und Gods of Blood and Powder (2017 - 2019) - sind als Powder-Mage-Chroniken (2018/19) und Die Götter von Blut und Pulver (2022/23) komplett auf Deutsch erschienen, was heutzutage ja beileibe keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Darüberhinaus hat Cross Cult mit Im Schatten des Feldmarschalls: Geschichten aus dem Powder-Mage-Universum (2021; OT: In the Field Marshal's Shadow (2015)) und Das Feuer der Revolution: Novellen aus dem Powder-Mage-Universum (2021; OT: Powder Mage Novella Collection #1 (2016)) zwei Bände mit im gleichen Setting spielenden kürzeren und längeren Erzählungen veröffentlicht (was generell noch viel weniger eine Selbstverständlichkeit ist), und inzwischen mit Im Schatten des Blitzes (2024; OT: In the Shadow of Lightning (2022)) auch den ersten und bislang einzigen Band von McClellans neuem, nicht im Powder-Mage-Universum spielenden Zyklus The Glass Immortals herausgebracht. Man darf gespannt sein, wie sich die Übernahme von Cross Cult Entertainment durch Penguin Random House auf das Buchprogramm des in Ludwigsburg beheimateten Verlags auswirken wird. Dass es PRH vor allem darum gegangen ist, einen Fuß in den boomenden Manga- und Manhwa-Markt zu bekommen, ist klar, Ob die Romansparte in etwa so, wie sie war, bleiben darf, oder ob sie schrumpfen oder ganz verschwinden wird ... wird man sehen.


    Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass seine Romane und Erzählungen fast komplett auch auf Deutsch vorliegen, würde Brian McClellan durchaus einen Blogbeitrag verdienen - also mal angenommen, ich mache mit denen irgendwann weiter. Das Problem ist da allerdings aus, dass ich außer Promise of Blood, dem ersten Band der Powder Mage Trilogy, nichts von McClellan kenne. Ich habe mir 2013 die Auftaktbände von zwei "Flintlock" Fantasy-Zyklen gekauft, nämlich Promise of Blood und The Thousand Names, den ersten Band von Django Wexlers Fünfteiler The Shadow Campaigns; ich habe beide gelesen und dann beschlossen, dass ich den Wexler weiterlesen werde - und ich habe diese Entscheidung nicht bereut, denn The Shadow Campaigns hat mir unterm Strich sehr gut gefallen. Das sagt nichts über die Qualität der beiden Zyklen in Bezug aufeinander aus, sondern nur, dass ich einen davon gelesen habe und mir das Spaß gemacht hat. Der Wexler hat vom Bauchgefühl halt irgendwie besser gepasst, aber es kann sein - und in Anbetracht der Richtung, in die sich der Fantasy-Buchmarkt seit einiger Zeit entwickelt, ist das gar nicht mal so unwahrscheinlich -, dass ich den McClellan irgendwann weiterlese. Und wenn ich dann was über ihn und seine Bücher zu sagen habe, gibt's vielleicht einen Blogbeitrag. :nixweiss:


    (Über Django Wexler und The Thousand Names habe ich damals tatsächlich relativ zeitnah was im Blog geschrieben - mit dem Effekt, dass der Beitrag inzwischen hoffnungslos veraltet ist und dringendst überarbeitet werden müsste. Das kommt davon, wenn man meint, ganz schnell was über einen aufstrebenden, interessanten neuen Autor schreiben zu müssen ... ;))

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