Ein Blick zurück ...

  • :lachtot: das Gefühl kenne ich mit Gero schon seit Jahren! Aber das ist bei Leuten, die sich beruflich mit Büchern beschäftigen, ja schon beinahe zu erwarten, oder!? Also mach dir keinen Kopf drüber, lies einfach weiter freudig mit und lass dich inspirieren! ;) Manchmal ist dann was dabei, das die beiden auch nicht kennen und du kannst den Spieß umdrehen. ;)


    Gero, Pogo: einfach weitermachen! :D

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    "Fleas are like lying politicians. There is no being rid of them in any permanent sort of way." - Croaker


    Tad Williams - Osten Ard

  • @ Ender:


    Ich muss jetzt aber doch nochmal nachfragen. Raymond Feist, Fritz Leiber, Brian Lumley ... das sind doch keine "abgefahrenen Insidertipps", oder? Die drei waren alle drei auf dem deutschen Buchmarkt mit 'ner zweistelligen Anzahl Bücher präsent. (Gut, das ist schon ein Weilchen her, aber sooo lange jetzt ja auch wieder nicht.) Und Rosa Montero muss man gewiss nicht lesen und erst recht nicht kennen - aber zumindest Ersteres gilt ja für alle Autorinnen und Autoren, über die ich mich hier gelegentlich auslasse.


    Aber schon recht, ich habe verstanden. Und deshalb hat es heute (bzw. gestern) auch keinen neuen Text gegeben. Eigenlich hatte ich nämlich vor, mir gleich mal wieder selbst zu widersprechen und - wie bei Brian Lumley - bei einem zweiten Autor den zweiten Todestag zu nutzen und hier kurz was über ihn zu schreiben. Denn Fred Chappell, um den es gegangen wäre, hat zwar dieses Jahr noch Geburtstag, aber der fällt ausgerechnet in eine Zeit, in der schon ein paar andere Kandidaten in der Warteschlange stehen. Und deshalb dachte ich ... aber ihr wollt ja nicht ... :nixweiss:































    Äh ... just kidding. :biggrin2:


    Hat doch eh niemand geglaubt, dass ich das ernst meine, oder?

    Nein, der Grund, warum es gestern keinen Text gegeben hat, ist der gleiche, aus dem es auch in den nächsten paar Tagen keinen (längeren) Text von mir geben wird: Timpi und ich müssen aus familiären Gründen für ein paar Tage ins Münsterland, und wir werden zwar ein Tablet mitnehmen, aber auf dem werde ich sicher keine langen Texte schreiben. Ihr habt also tatsächlich ein paar Tage Ruhe vor mir.

    Doch heute ist nicht alle Tage - ich komm' wieder, keine Frage. :cool:

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Von Krondor's Sons würde ich dir jetzt nicht total abraten, auch wenn ich den ersten der beiden Romane ziemlich schwach fand (iirc hat mit Prince of the Blood mein Hadern mit Feist als Geschichtenerzähler angefangen), aber wenn du dir einen Gefallen - einen großen Gefallen! - tun willst, lass die Finger von The Riftwar Legacy! (Ein Blick in den deutschen Wikipedia-Artikel über Raymond Feist wird dir verraten, dass ich durchaus die Kompetenz für eine solche Aussage habe ... :secr: )

    Besser spät als nie antworten. ja diese Videospiel-Ver...literaturung? Gibt es ein Pendant zu Verfilmung? Romanfassung?! Naja, anyway. Das muss wirklich nicht sein und wird wohl nur angeschafft wenn ich sonst alles gelesen habe, es tatsächlich gut fand und dann meinem Komplettierungswahn nicht Herr werde...Aber da ich einer der wenigen bin, dem die Empire trilogie nicht gefallen hat, dafür die Originalreihe besser und auch da die Bücher am meisten mag, die eigentlich am unbeliebtesten sind schauen wir mal wie die Reise weitergeht...ab und zu bin ich einfach in nostalgischer Classic Epic Fantasy Stimmung

    Mit Schirm, Charme und McClane


    ------

    And now the page before us blurs.

    An age is done. The book must close.

    We are abandoned to history.

    Raise high one more time the tattered standard

    of the Fallen. See through the drifting smoke

    to the dark stains upon the fabric.

    This is the blood of our lives, this is the

    payment of our deeds, all soon to be

    forgotten.

    We were never what people could be.

    We were only what we were.


    Remember us

  • @ McClane:


    Tu, was du nicht lassen kannst (oder glaubst tun zu müssen). Aber sage hinterher nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. ;)



    @ Ender:


    Ich habe das auch nicht als Kritik aufgefasst. Dein Einwurf hat sich nur angeboten, ein bisschen ironisch auf ihn einzugehen. Ansonsten kann ich nur sagen, lies irgendwann tatsächlich mal Sprecher für die Toten, das ist schon ein verdammt guter Roman.



    @ all:


    Ich hätte heute ein paar interessante Kandidaten für den "Blick zurück" gehabt, aber von denen scheiden dann auch wieder ein paar aus, weil ich vielleicht (bald) noch einen entsprechenden Blogtext machen will und weil ich nach anderthalb Tagen Rumgeglitsche auf matschigen bis vereisten Straßen (vorgestern und gestern) und 500 km zum Glück weder matschiger noch vereister Autobahn (heute) mit ein paar schnuckeligen Windböen einigermaßen müde bin. Vielleicht kann ich mich heute noch zu einem kurzen Text aufraffen, ansonsten ... gibt's den dann vermutlich morgen. We'll see ...

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • So, jetzt hat Ender es auch von wirklich allen relevanten und nicht relevanten Personen gehört. Wenn er Sprecher für die Toten dieses Jahr nicht liest, verstößt ihn die Ralfheit und er muss zu den Ralphs

  • Ich war gestern dann doch zu müde oder lustlos, und so richtig von innen heraus berstend vor kreativer Energie bin ich auch heute noch nicht, deshalb werfen wir jetzt einfach nur einen vergleichsweise kurzen Blick auf eine Autorin, die ich schon für gestern auf dem Schirm hatte.


    Gelegentlich kommt es vor, dass Autorinnen oder Autoren, die eigentlich Mainstream schreiben (und mit ihren Büchern dort auch erfolgreich sind), aus welchen Gründen auch immer einen Abstecher ins Genre machen. Das Ergebnis leidet allerdings manchmal darunter, dass diese Autorinnen oder Autoren von den Themen und / oder Erzählkonventionen des auserwählten Genres keine oder nur wenig Ahnung haben und der betreffende Roman bei den Genrefans schlicht untergeht, während das Stammpublikum irritiert wegen der Abwendung vom Mainstream ist. Oder so ...


    Bei Anne Rivers Siddons, die am 09. Januar 1936 in Faiburn - einer kleinen Stadt im US-Bundesstaat Georgia - als Anne Rivers geboren wurde und deren Geburtstag sich folgerichtig gestern zum 90. Mal gejährt hat, war zumindest Ersteres nicht der Fall. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass Stephen King ihrem Roman The House Next Door (1978), der sich um ein verfluchtes Haus dreht, in seinem Sachbuch Danse Macabre ein ganzes Kapitel gewidmet hat (und ihn dort mit Shirley Jacksons Klassiker The Haunting of Hill House vergleicht). The House Next Door war nach ihrem Erstling Heartbreak Hotel (1976) erst ihr zweiter Roman; daher konnte sie auch kein noch nicht wirklich vorhandenes Stammpublikum verprellen. Und mit ihrem dritten Roman hat sie sich 1981 wieder dem Mainstream zugewandt und war mit diesem und den folgenden Romanen, in denen sich ihre große Verbundenheit mit den amerikanischen Südstaaten zeigt (wie Wikipedia sagt), sehr erfolgreich. Vielleicht war dies der Grund, warum sie bis zu ihrem Tod am 11. September 2019 nie einen zweiten Abstecher ins Genre gemacht hat, vielleicht ist ihr aber auch einfach kein Stoff mehr eingefallen, der sich für eine Umsetzung als Genreroman geeignet hätte.


    Beim Genrepublikum (und der Kritik) war The House Next Door nämlich sehr gut angekommen, und das durchaus berechtigt; die positive Kritik von Stephen King war in dieser Hinsicht kein Ausreißer. Der Roman beginnt mit dem Ehepaar Colquitt und Walter Kennedy, die in der Vorortsiedlung irgendeines Städtchens in den Südstaaten ein zufriedenes, nicht sonderlich aufregendes Leben führen. Ein bisschen Aufregung gibt es, als ein junger Architekt auf dem verwilderten Grundstück neben ihrem ein überaus modernes Haus baut (die Kennedys hatten den "Dschungel" vor bzw. neben ihrer Haustür genossen), doch so richtig aufregend und durcheinandergerüttelt wird ihr Leben erst, als deutlich wird, dass mit dem Haus irgendetwas nicht stimmt, denn allen Menschen, die dort einziehen, stößt nach einer gewissen Zeit irgendetwas Schlimmes zu ...


    Anne Rivers Siddons löst sich in ihrem Roman, der als Das Haus nebenan (1994) auch auf Deutsch erschienen ist, von einigen typischen Erzählkonventionen, die sich in dieser Art Literatur häufig finden, und lässt eine Geschichte, die als eine Art Sozialstudie beginnt, langsam und allmählich in etwas Unheimliches und Beunruhigendes abkippen, ohne dabei einen einzigen "Geist" zu bemühen. Mir hat Anfang der 90er Jahre ein Lektor von The House Next Door vorgeschwärmt, woraufhin ich ihn pflichtschuldigst gelesen habe ... und überrascht feststellen musste, dass er tatsächlich sehr gut ist. ;)

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  • @ Pogo:


    Das wundert mich nicht, denn im Gegensatz zu den USA, wo der Roman doch einige Auflagen erlebt hat und somit auch im Buchhandel immer mal wieder präsent war, ist die deutsche Version wohl ziemlich sang- und klanglos untergegangen. Ich wäre auch nicht auf The House Next Door aufmerksam geworden, wenn ich keinen Tipp bekommen hätte. :nixweiss:


    Heute ... tja, heute hatte ich eigentlich geplant, etwas zu Jasper Fforde zu schreiben, der heute seinen 65. Geburtstag feiern kann, wobei der gute Mann fast schon zu fleißig ist, um ihn im - zumindest angedachten - Rahmen dieser Forumstexte zu würdigen. Andererseits wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, mich durch einen Beitrag hier vor dem Blogtext zu drücken, den Fforde eigentlich verdient hätte. Einem Blogtext (nicht nur über/zu Fforde) steht nämlich zunächst einmal meine bereits erwähnte allgemeine Unlust (inc. wenig Muße und einer sich rar machenden Muse ;)) im Weg, in diesem speziellen Fall aber vor allem auch, dass ich mit Jasper Ffordes Romanen nicht ganz so viel anfangen kann, wie ich gerne wollte. Das gilt jetzt vor allem für seine Romane um Thursday Next, in die ich trotz mehrerer Anläufe nie so richtig reingekommen bin, aber auch für ein, zwei andere Werke. The loss is mine, wie ich in solchen Fällen zu sagen pflege, und bei Fforde bedauere ich das wirklich. :egal:


    Anyway, ich schaffe hier und heute keinen Text zu Jasper Fforde, was bedeutet, dass er vielleicht doch noch irgendwann einen Blogtext bekommt. Ich werde sicher noch einen Versuch mit seinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Karnickel-Buch machen und mir auch seine beiden bisher veröffentlichten Shades of Grey Bände mal anschauen. (Und auch nochmal Kontakt zu Thursday Next aufnehmen.) Aber all das kann und wird noch dauern.


    Ob ich hier heute Nacht noch was anderes mache, weiß ich noch nicht genau. Ich habe eine Idee, aber ... ach, das wäre dann noch nicht mal ein "abgefahrener Insidertipp", sondern allenfalls unnützes Wissen. Hmm. mal sehen ...

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  • Am Sonntag – sprich: gestern – war der 80. Geburtstag des auf SF und Phantastik (was in diesem Fall eher Horror bedeutet) spezialisierten Herausgebers, Kritikers und Autors Patrice Duvic, der am 11. Januar 1946 in Orsay im Département Essonne in der Region Île-de-France geboren wurde, aber seinen Geburtstag nicht mehr feiern konnte, weil er bereits am 25. Februar 2007 verstorben ist. In seiner Heimat wurde er zunächst durch seine Interviews mit angloamerikanischen und französischen SF-Autoren* bekannt und war danach vor allem als Herausgeber von Anthologien, Collections** und ganzen Verlagsreihen aktiv. Die Zahl seiner eigenen Veröffentlichungen ist hingegen überschaubar, und seine gut ein Dutzend Erzählungen und vier Romane (von denen einer eine Novelisation war) scheinen keine allzu großen Spuren in der französischen SF- und Phantastikszene hinterlassen zu haben.

    Wesentlich wichtiger war seine Tätigkeit als Herausgeber; neben Anthologien wie Isaac Asimov présente (11 Bände) oder einzelnen Autoren wie A.E. van Vogt, Norman Spinrad oder Thomas M. Disch gewidmeten Kurzgeschichten-Sammelbänden gilt dies vor allem für die Verlagsreihen Fiction (1985 bis '87 bei Editions La Découverte – eine SF-Reihe, die u.a. durch eine originelle Covergestaltung auffiel) und Terreur, eine von 1989 bis 2003 bei Presses Pocket laufende Horrorreihe, in der so ziemlich alle Autoren und Autorinnen veröffentlicht wurden, die in den 80er und 90er Jahren in den USA und England in der Horror- und Phantastik-Szene Rang und Namen hatten (wie man hier sehr schön sehen kann).

    Was Veröffentlichungen in Deutschland betrifft, ist es Patrice Duvic nicht besser ergangen als den meisten seiner französischsprachigen Kolleginnen und Kollegen, denn neben einer einzigen Kurzgeschichte – "Die Augen auf den Schmetterlingsflügeln" in: Herbert W. Franke (Hrsg.): SF International 1 (1980)*** – hat es nur noch Terminus (1988; OT: Terminus (1986)), die Novelisation eines im Gefolge von Mad Max II entstandenen "SF-Endzeit-Truckerfilms", dessen Drehbuch Patrice Duvic selbst verfasst hat (oder an dem er mitgearbeitet hat – das ist nicht so ganz klar) nach Deutschland geschafft. Bedauerlicherweise wird auf dem Cover und dem Buchrücken als Verfasser "Patrice Duvice" genannt, was die Suche nach dem deutschen Buch einigermaßen mühsam macht.

    Zu dem Film kann ich nichts sagen. Ich habe ihn vermutlich gesehen (denn in den 80er bin ich öfter mal für SF- und anderen Trash ins Kino gegangen), kann mich aber an so gut wie nichts mehr erinnern. Und in die Novelisation reinzuschauen, habe ich nicht mehr geschafft. :nixweiss:


    * - das ist nicht 100%ig überprüfbar, aber anscheinend hat er tatsächlich ausschließlich Autoren interviewt.

    ** - ich bin normalerweise kein Freund der "Verdenglischung" der deutschen Sprache, aber wenn man Kurzgeschichten-Sammelbänden von mehreren oder einem Autor sprachlich knapp unterscheiden will, bieten sich halt Begriffe wie Anthologie und Collection einfach an; und im Forum ... nehme ich es eh nicht so genau. :biggrin2:

    *** - ich mag's ja kaum glauben, aber anscheinend wurde die KG (die ursprünglich in Omni erschienen ist) aus dem Englischen übersetzt; ob Patrice Duvic sie selbst auf Englisch verfasst hat oder ob sie für die Veröffentlichung in Omni übersetzt wurde (es also einen französischen Originaltitel gibt), lässt sich auf die Schnelle nicht feststellen - und irgendwelche Klimmzüge, um das zu recherchieren, werde ich gewiss nicht machen ... :egal:


    So, das war jetzt eine kleine Portion Nerdwissen, das niemand braucht - aber so what ... :cool:

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Sagt jemandem zufällig der Name Thomas Tryon etwas – und zwar, bevor er oder sie sich den Eintrag zu Tryon in der deutschen oder englischen Wikipedia anschaut? Hilft vielleicht ein Buchtitel der Erinnerung auf die Sprünge? Der Kult möglicherweise? Oder Das andere Gesicht? Macht es jetzt klick? Ja? Schön für dich. Alle anderen können – wenn sie denn wollen – hier jetzt ein bisschen was über den am 14. Januar 1926 in Hartford, Connecticut, geborenen Schauspieler und Autor Thomas Lester Tryon erfahren.

    Wäre "Tom" Tryon Schauspieler geblieben, wäre sein heutiger 100. Geburtstag gewiss kein Grund, hier einen kleinen Text über ihn zu schreiben (auch wenn er in dem in Schwarzweiß gedrehten SF-Fim I Married a Monster from Outer Space den Außerirdischen gespielt hat), doch da er sich Anfang der 70er Jahre entschlossen hat, Schriftsteller zu werden (vielleicht, weil er nie den großen Durchbruch in Hollywood geschafft hat – trotz der Titelrolle in Otto Premingers The Cardinal bzw. Der Kardinal)* und mit Horroromanen angefangen hat, die dann auch gleich zu Bestsellern wurden, kann ich das, was ich hier gerade treibe, schon irgendwie begründen. ;)


    Thomas Tryons Debut war The Other (1971; dt. Das andere Gesicht (1973)), die Geschichte der 13-jährigen Zwillingsbrüder Niles und Holland Perry, die sich zwar verdammt ähnlich sehen, es aber nur äußerlich sind, denn während Holland zu üblen Streichen neigt, ist Niles ein richtig netter Kerl. Und in diesem Sommer, in dem die erweiterte Großfamilie sich in der Farm versammelt hat, um den Tod des Vaters der Zwillinge zu betrauern, der vor kurzem einem schrecklichen Unfall zum Opfer gefallen ist, werden Hollands Streiche immer übler …

    In seinem zweiten Roman Harvest Home (1973; dt. Der Kult (1974)) flieht Theodore Constantine mit seiner Frau und seiner unter Asthma leidenden Tochter aufs Land in die Neuengland-Staaten. Dort finden er und seine Familie in einem kleinen Dörfchen nicht nur viel bessere Luft als in der Großstadt, sondern auch ein wunderbares Haus, nette Nachbarn und jenes einfache, naturnahe Leben, von dem sie immer geträumt haben. Bis sie zu einem seltsamen, nach alten Traditionen gefeierten Erntefest eingeladen werden ...

    Obwohl Thomas Tryon mit seinen beiden ersten Romanen sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik sehr erfolgreich war und theoretisch der nächste Horrorsuperstar hätte werden können, hat er sich mit seinem nächsten Roman Lady (1974; dt. Lady (1975)) vom Horror abgewandt und ist erst vier Jahre nach seinem Tod am 04. September 1991 mit seinem letzten, posthum erschienenen und nicht von ihm selbst vollendeten Roman Night Magic (1995; dt. Night Magic (1998)) wieder zum Genre zurückgekehrt.


    Auch wenn Der Kult mehrere Nachauflagen erlebt hat, sind die deutschen Ausgaben von Thomas Tryons ersten beiden Romanen inzwischen längst vergriffen; wer gerne subtil und psychologisch überzeugend geschriebenen Horror mag, könnte auf Flohmärkten oder bei Second-Hand-Versendern zweifellos viele deutlich schlechtere Bücher finden.


    Und wer sich noch detaillierter über Thomas Tryon informieren möchte - z.B. darüber, dass sowohl The Other wie auch Harvest Home verfilmt wurden und er für den erstgenannten Film das Drehbuch selbst verfasst hat - sei auf die bereits o.g. Wikipedia-Einträge verwiesen.


    * - das ist natürlich nur eine Vermutung

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Oh ... das war dann vielleicht doch ein bisschen zu nerdig. :zweifel:

    Ich werde ein bisschen nachdenken und den Text, den ich heute eigentlich bringen wollte, zumindest auf morgen verschieben. Der ist nämlich auf eine ganz andere Weise nerdig. Aber ich habe ja angekündigt, dass ich hier ein bisschen rumexperimentieren werde; von daher ... wird man sehen.


    So. Und jetzt mache ich es mir mal ganz einfach. Denn am 14. Januar - also gerade noch gestern - hat sich noch ein Geburtstag gejährt, denn gestern wäre Hans Gerhard Franciskowsky 90 Jahre alt geworden. Vielen wird dieser Name nichts sagen. Manchen wird auch der Name H.G. Francis nichts sagen (das war das Pseudonym, das Franciskowsky für den größten Teil seiner Veröffentlichungen benutzt hat). Außer den Perry-Rhodan-Lesern und -Leserinnen. Und allen, die gerne Hörspiele wie z.B. Commander Perkins oder Die drei ??? oder TKKG oder H.G. Francis' Gruselserie und noch etliche mehr gehört haben.


    Anlässlich seines 90. Geburtstags hat der NDR gestern ein kleines Feature über den am 03. November 2011 an den Folgen eines Schlaganfalls verstorbenen H.G. Francis veröffentlicht, das man sich hier anhören und durchlesen kann.

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Durch seine Skripts für die Drei-Fragezeichen-Hörspiele hat H. G. Francis meine Kindheit stark geprägt. Zwar hat er sich da so manchen Fehler erlaubt, wie die Folgenbesprechungen im Bobcast mit Andreas Fröhlich zeigen, der die Originalskripte vorliegen hat, aber Francis war ein Meister darin, die Story der jeweiligen Bücher auf auf das Wesentliche zu reduzieren, wodurch schöne, knackige Hörspiele von 50 Minuten Länge herauskamen. Heute werden sie auf Teils 80 Minuten völlig unnötig in die Länge gezogen und dadurch unglaublich langatmig.


    Die Horror-Hörspiele aus seiner Feder habe ich auch gerne gehört und meinen Freunden vorgespielt, damit die sich so richtig gruseln. Was dazu führte, dass manche nicht mehr mit mir spielen durften.

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