Vorschauen 2024/2025 (Herbst - Winter)

  • Wir müssen reden: Die ersten Verlage zeigen uns nun auch offiziell, was Sie im Herbst/Winter auf den Markt bringen. Was soll ich sagen, der erste Eindruck ist nicht sehr verheißungsvoll, sondern heiß, heißer, am gefühligsten. Es wird ein Fest der Romantacy.:love::love::love:


    Das macht die Auswahl für diejenigen, die etwas Anderes suchen, deutlich kleiner.:gewalt::dwarf2::twak:

  • Ich habe es geahnt und befürchtet und hatte vermutlich deswegen auch noch gar keine Lust, mich nach den neuen Vorschauen umzusehen.


    Aber es nützt ja nichts. Und ich bin mir sicher, dass auch dieser Kelch an uns vorübergehen wird.

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Okay, here we go ...


    Den Anfang macht auch dieses Mal wieder Piper:


    Piper Herbstprogramm 2024 - Fantasy und Science Fiction


    Zum Programm an sich sag ich mal lieber nichts; ein Großteil fällt bei mir schlicht thematisch oder aufgrund der blödsinnigen Tendenz zu englischen Titeln von vornherein unter den Tisch. Und nein, ich glaube nicht, dass mir dadurch etwas wirklich Lesenswertes entgeht. :biggrin2:

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Auch die Knaur-Vorschau ist schon draußen, die besteht allerdings fast nur aus Romantasy (und Markus Heitz und Christopher Paolini).


    Knaur Fantasy Herbst-Winter 2024 | Hardcover - Paperback - Taschenbuch


    Ach ja - bei der Romantasy muss the title of the book natürlich in English sein ...

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Bei Klett-Cotta sind die Vorschauen auch schon da ... und die Hobbit Presse ist inzwischen ebenfalls vom Romantasy-Virus befallen. (Ja, ja, ich weiß - man will und muss Bücher verkaufen. Trotzdem .... :egal:)


    Neuerscheinungen Hobbit Presse Fantasy Herbst 2024


    Außer einem neuen Roman von Peter S. Beagle und etlichen Neuauflagen (mit gestaltetem Buchschnitt bei allen Titeln, die man der TikTok-Community schmackhaft machen will oder schmackhaft machen zu können glaubt) bietet die Vorschau herzlich wenig von dem, für das die Hobbit Presse mal gestanden hat: Fantasy. :whoop:

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Es ist ein Trauerspiel. Für Klett-Cotta auch ein wenig Pech, dass "The Navigator's Children" erst im November 2024 im Original erscheint. Sonst hätten sie wenigstens Tad Williams im Programm.

  • Ich hatte das mit den Farbschnitten so verstanden, dass man damit eine übersichtlich große Käuferschicht anspricht.

    Wenn jetzt auch große Verlage viel Neues und Klassiker noch mal mit Farbschnitt machen, welche Käuferschicht genau spricht man da an? Oder sind die Auflagen/VK-Zahlen mittlerweile wirklich so weit unten, dass man sich mit dem zufrieden gibt?


    Wann Schwartz den Roman geschrieben hat, weiß man ja nicht. Aber so gibt es wenigstens 1 SF-Roman im Piper-Programm.


    Ganz generell muss man natürlich immer wieder sagen: Der normale Leser hat 0 Ahnung, in welchem Verlag der Roman von Autor Y erschienen ist. Das interessiert den auch nicht. Er möchte nur den Roman von Autor Y haben.


    Was ich sagen will: Wer das nicht mag, wird sicher woanders was finden, das ihn interessiert.

  • Wir müssen reden: Die ersten Verlage zeigen uns nun auch offiziell, was Sie im Herbst/Winter auf den Markt bringen. Was soll ich sagen, der erste Eindruck ist nicht sehr verheißungsvoll, sondern heiß, heißer, am gefühligsten. Es wird ein Fest der Romantacy.:love::love::love:

    Ich fürchte, an der Romantasy (und Cozy Fantasy) führt für die größeren Verlage aktuell nichts vorbei, das wird nur noch mehr werden. Alles andere verkauft sich einfach nicht gut genug (was auch für die Redaktionen sehr frustrierend ist), wie ich es gerade auch schmerzlich bei einem Titel erlebe, für dessen Kauf ich verantwortlich bin, obwohl der ganz toll ist.

  • Aber das jetzt alles mit Farbschnitt zugekleistert wird, sogar Klassiker wie "Blume für Algernon" (großartiges Buch!), ist dann wieder so ein Extremausschlag, mit dem ein Trend, der für die Verlaga gut dosiert vermutlich noch längerfristig gute Einnahmen bedeutet hätte, jetzt frühzeitig verbrannt werden könnte. Bisher hatte ich schon so etwas wie Farbschnittfantasy als Untergenre im Kopf, also das nur eine ganz bestimmte Art von Young-Adult-Fantasy und Romantasy dazu passt.

  • Boah, Piper is echt schlimm!

    Bei Knaur is einfach nix dabei und bei Klett-Cotta hab ich auf der LBM schon in die Ann Leckie reingelesen - sehr interessant...

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Michael Moorcock - Mutter London

  • Boah, Piper is echt schlimm!

    Bei Knaur is einfach nix dabei und bei Klett-Cotta hab ich auf der LBM schon in die Ann Leckie reingelesen - sehr interessant...

    Ann Leckies Rabengott stammt aber aus dem Frühjahrsprogramm, der hat - trotz "gestaltetem Buchschnitt" - nichts mit dem zu tun, was bislang so aufgemotzt wurde (sprich: Romantasy). Im Gegenteil, das ist ein origineller, sehr interessanter Fantasyroman, bei dem ich mich über den Farbschnitt ja eh geärgert habe, weil er dadurch mMn in der falschen Ecke verortet wird. Und wenn man sich die Zwei-Sterne-Rezis bei Amazon anschaut, wird klar, dass die TikTok-Fraktion (bzw. ein nicht unerheblicher Teil davon) mit einem stellenweise sehr langsam erzählten Buch so gar nichts anfangen kann.


    Aber inzwischen scheint ein Farbschnitt ja so eine Art universales Verkaufsargument zu sein (also das genaue Gegenteil des Unique Selling Point, den man sonst ja gerne sucht). Blumen für Algernon mit Farbschnitt - da kann man ja nur Augenbluten bekommen.:heul2:

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Ich war vor zwei, drei Monaten in einer Buchhandlung, in der sich eine noch recht junge Buchhändlerin sehr liebevoll um dieses Genre - also Romantasy & Young Adult & New Adult, Hauptsache Farbschnitt :biggrin2:- kümmert, und das war in der Auslage dann schon ein richtiger Farbrausch. :eek7:


    Und der Farbschnitt (oder auch gestaltete Buchschnitt, denn es geht ja nicht nur um Farbe) an sich würde mich auch gar nicht so sehr stören, wenn die Romantasy (die eigentlich fast immer dem YA-Bereich zuzurechnen ist) nicht die Fantasy aus den Regalen verdrängen würde. Aber es ist nunmal, wie es ist. :nixweiss:


    Wenn alle Vorschauen vorliegen, wird man genauer sehen können, was noch für Nicht-Romantasy- und Nicht-Farbschnitt-Fans übrig bleibt. Ich fürchte allerdings, das wird sehr, sehr mager werden.


    So what, ich lese eh fast nur noch auf Englisch, und da gibt's immer noch interessante andere Sachen (auch wenn der Markt sich vor allem in den USA ebenfalls drastisch verändert hat).

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Ich fürchte, an der Romantasy (und Cozy Fantasy) führt für die größeren Verlage aktuell nichts vorbei, das wird nur noch mehr werden. Alles andere verkauft sich einfach nicht gut genug (was auch für die Redaktionen sehr frustrierend ist), wie ich es gerade auch schmerzlich bei einem Titel erlebe, für dessen Kauf ich verantwortlich bin, obwohl der ganz toll ist.

    Ach, Pogo - diese Erfahrung machen alle, und zwar mehrfach! - die ein bisschen direkter mit den entsprechenden Lektoraten zusammenarbeiten. Frag mich mal bei meinen Gefühlen in Sachen Daniel Abraham (wo ich darum kämpfen musste, dass das Long Price Quartet nicht nach dem zweiten oder dritten Band abgesetzt wurde) oder Ken Scholes oder nochmal Daniel Abraham (als Daniel Hanover) oder bei David Anthony Durham, den ich nicht nur ganz stark empfohlen, sondern ab Band zwei auch übersetzt habe.


    Das ist dann schon sehr frustrierend. :8[:


    Und zu Excalibur-Zeiten hat es diese Gefühle auch schon gegeben.

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Wenn alle Vorschauen vorliegen, wird man genauer sehen können, was noch für Nicht-Romantasy- und Nicht-Farbschnitt-Fans übrig bleibt. Ich fürchte allerdings, das wird sehr, sehr mager werden.

    Bei Fischer Tor wird es im Herbstprogramm noch keine Romantasy geben, nur einmal Cozy-Fantasy. Das liegt teilweise aber auch daran, dass der Lektor sich mit Romantasy ebenso wenig auskennt wie ich. Aber in späteren Programmen könnte sich das durchaus ändern, wenn auch nicht so stark wie bei Piper oder Knaur.


    Mit Five Broken Blades von Mai Cordland. gibt es allerdings auch was mit Farbschnitt (den gab es beim Hennen aber auch schon vor ein paar Jahren). Der Roman scheint mir aber, obwohl er in den USA im Verlag von "Fourth Wing" erschienen ist, eher klassische Fantasy zu sein. Nur mit etwas koranischen Einflüssen. Was nicht schlecht sein muss, ich lese gerade Die Legende vom Tränenvogel und bin nach 10% bisher sehr angetan.

  • Dann bin ich auf Fischer Tor gespannt und drücke die Daumen, dass die Verkaufszahlen steigen, damit es künftig nicht zu Cozy wird.


    P.S. Bin bei der Legende auch angetan und stehe am Anfang von Teil 2 (also auch etwa 10 Prozent gelesen).

  • Okay, überredet, in den Tränenvogel werde ich jetzt auch mal reinschauen. :cool:


    Fischer Tor macht aber vermutlich wieder vergleichsweise wenig Titel, oder? Ich meine, verglichen mit der Romantasy- und Farbschnitt-Woge, die da auf uns zurollt, ist das dann ja nur ein Tröpfchen ... na gut, meinetwegen auch ein Rinnsal. :biggrin2:


    Vor dem Wochenende habe ich noch gedacht: Ach, ja, das ist jetzt alles nicht so toll - aber bedenke, es könnte schlimmer kommen. Am Wochende habe ich mich dann ein bisschen intensiver mit dem VLB beschäftigt, und ich muss sagen, es kommt schlimmer ... :heul2:

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Fischer Tor macht aber vermutlich wieder vergleichsweise wenig Titel, oder? Ich meine, verglichen mit der Romantasy- und Farbschnitt-Woge, die da auf uns zurollt, ist das dann ja nur ein Tröpfchen ... na gut, meinetwegen auch ein Rinnsal. :biggrin2:

    Ja, sind nur drei Fantasytitel. Dieses Mal überwiegt die SF. Und ich muss mich hier korrigieren, das Buch von Olivie Blakewird vom Verlag bei Amazon als Romantasy angekündigt. Hätte ich jetzt nicht gedacht, weil die Atlas-Bücher ja in eine andere Richtung gehen. Scheint mir aber eher Marketing zu sein, sieht mir mehr nach einem klassischen Hexenroman aus.

  • Nochmal zum Thema Farbschnitt:

    Die Leipziger Buchmesse war an den beiden Tagen, an denen ich dort war, durchaus sehr gut besucht - aber doch noch so übersichtlich, dass man an alle Stände gut herankam.

    Ausnahmen waren die von "Bücherbüchse" und "Chest of Fandoms": das sind 2 Verlage, die sich auf bunt verzierten Buchschnitt spezialisiert haben und dort gab es riiiiiiesige Schlangen und extra organisierte Zugangsbeschränkungen. Unglaublich. Da wurde mir das Ausmaß dieses Hypes so richtig bewusst. Ein Wahnsinn. Ich glaube, wer das mittlerweile nicht anbietet, kann gleich einpacken.

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