Vorschauen 2021 (Frühjahr - Sommer)

  • Liebe Kinder*, seid bereit - gleich ist wieder Vorschauzeit!

    Und alle, die auf Bücher harren, werden auf den Bildschirm starren,

    voller Freude (oder mit Verdruss?) - ganz egal, denn jetzt ist Schluss

    mit den dummen Büttenreimen ... ich geh derweil 'ne Runde weinen ...


    Okay, nach dieser launigen *hust* Einführung - seht es mir nach, die Welt ist manchmal schwer zu ertragen, und dann kommt man eben auf dumme Ideen - geht's gleich zum ersten Kandidaten:


    Auf Tor-online.de kann man sich schon seit gestern die neuen Fantasy- und Science-Fiction-Bücher im Frühjahr 2021 von Fischer Tor ansehen. Sieben Titel, davon drei TB-Ausgaben von bereits im HC erschienenen Titeln, vier echte Neuerscheinungen. Davon sind zwei deutschsprachige Originale (man hat einen weiteren erfolgreichen Selfpublisher "entdeckt"), zwei Übersetzungen.


    Nun ja ...


    * - sorry für das "Kinder", aber "Forumosen" würde den Rhythmus zerhauen, "Freunde" wäre unfair gegenüber den "Freundinnen" ... und ewig nachdenken wollte ich nicht. ;)

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Wir hatten das Thema am Forentreffen ja schon:

    Warum gibt es immer mehr deutsche Bücher oder Bücher in deutscher Sprache mit englischem Titel?


    Kommt mir das nur so vor oder sind es tatsächlich relativ wenige Neuerscheinungen? Ich muss zugeben, dass ich die Vorschauen der letzten Jahre nicht sonderlich aufmerksam angeschaut habe. Sind die Verlage jetzt in der Coronazeit vorsichtiger geworden?


    Insgesamt auffallend viele Jugendbücher und sehr viele Liebesgeschichten. Wobei darunter wieder viele weibliche Autoren sind. Alle age mag ich ja eigentlich ganz gerne. Ich gebe es zu. Aber diese ständigen Liebesgeschichten sind dann doch nicht so meins.

  • @ herb:

    :hi5:


    @ Bohemé:


    Warum es immer mehr deutsche/deutschsprachige Bücher mit englischem Titel gibt? Hey, weil's cooool ist. (Wahrscheinlich würde ein anderes Adjektiv besser passen, aber ich bin momentan nicht up to date, was in den "sozialen" Netzwerken gerade für ein Begriff angesagt ist. Früher wär's auf alle Fälle cool gewesen. ;))


    Bei Fischer Tor waren auch die letzten Programme schon recht klein. Und da man iirc niemals mehr (oder deutlich mehr) als zwölf Titel pro Halbjahr gemacht hat, fällt's natürlich auf, wenn es jetzt ein Drittel weniger sind (und um besagtes Drittel wollte die S.Fischer-Verlegerin ja die Titelzahl der S.Fischer Verlage insgesamt reduzieren - hat sie zumindest bei ihrem Amtsantritt verkündet). Wobei ich die Zahl der wirklich neuen Titel erschreckend finde. Aber vielleicht sind das ja alles tatsächlich noch Corona-Folgen, und ab nächstem Sommer geht's wieder rund ... :zweifel:


    Ob Piper den Ausstoß verringert hat, kann ich nicht sagen. Im Piper-Programm ist selten etwas dabei, das mich interessiert, deshalb schaue ich da immer nur kurz rein und kann daher nicht sagen, ob sich die Titelzahl im Vergleich zu den Programmen davor deutlich verändert hat. Ein bisschen weniger dürfte es geworden sein - aber das ist jetzt auch nur ein Gefühl.


    Auffallend viele Jugendbücher. Check. Auffallend viele Liebesgeschichten. Check. Viele Autorinnen. Check. (Vergleiche das doch mal mit der Best-of-Liste des Time Magazines ... also mit der zweiten Hälfte der Titel. Da sind dann noch ein paar mehr Bücher dabei, in der die aktuellen "social issues" thematisiert werden, aber viel Jugendbuch, viele Liebesgeschichten, viele Autorinnen, die Diversität repräsentieren.)


    Das mit den "ständigen Liebesgeschichten" ist für mich der Hauptunterschied zwischen dem, was früher mal (sagen wir bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts) unter dem Label "Young Adult" in der Fantasy gelaufen ist (da sind dann Namen wie Ursula Le Guin, Patricia McKillip, P.C. Hodgell, Cherry Wilder und etliche andere dabei) und was heute im Jugendbuch, das man zum All-Age-Buch gemacht hat, hauptsächlich läuft. Was wiederum für mich ein wesentlicher Grund ist, einen großen Bogen um Jugendbuch/All Age zu machen. (Das liegt natürlich an mir und meinem Alter und meinem Desinteresse daran, den hormonell bedingten Irrungen und Wirrungen irgendwelcher Teenies zu folgen, auch wenn sie nebenbei natürlich noch die Stadt, die Welt oder das Universum retten. ;))

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Da is jetzt aber nun wirklich gar nix dabei! :( enttäuschend...

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Michael Moorcock - Mutter London

  • Ha, gut, dass Bohemé schon gefragt hat -:), denn mir geht es bei den Vorschauen ebenso. An sich mag (mochte?) ich im Zweifelsfall all age Geschichten durchaus, und wenn man anfängt, sich bei der jeweiligen Anzeige die Handlung durchzulesen, klingt manches ja erst nicht so übel (daran, dass überall der Jugendwahn durchschlägt, bin ich schon fast gewöhnt) ... und dann wird es doch wieder alles viel zu "romantisch". Das ist ja schön und gut, und es freut mich, wenn es für die Verlage funktioniert, aber meins ist das in diesem Umfang eben nicht. Aber wie ihr schon so schön sagt, mehr Gelegenheit, einmal die gehorteten Bücher anzugehen.


    Eine Frage hätte ich aber, falls jemand die entsprechenden Bücher gelesen hat oder eben aus guten Gründen nicht: Der Pehov scheint ja immens gut zu funktionieren, so viel, wie von ihm verlegt wird. Um manche der Bücher / Reihen bin ich hin und wieder herumgeschlichen, bin aber immer zurückgeschreckt (sei es wegen des Stils oder wegen Orks und Co.; aber zumindest scheinen es keine Liebesgeschichten zu sein -;)) - aber würde es sich lohnen, sich doch einmal auf ein Experiment einzulassen, oder eher doch nicht?

  • @ Seyra:


    Man scheint bei den Verlagen der Überzeugung zu sein, dass es für diese Art Geschichten eine ausreichend große Leserschaft (Leserinnenschaft?) gibt, und anscheinend ist die auch größer als die Zahl der an Geschichten ohne die Überbetonung des romantischen Elements Interessierten. Also macht man weiter - und wird weiterhin weitermachen - so lange die Zahlen einigermaßen stimmen. :nixweiss:


    Was Pehov angeht, habe ich nur den ersten seiner auf Deutsch erschienenen Romane gelesen (und zwar im Schnelldurchgang auf Englisch); iirc hatte der eine nervige, unsympathische Hauptfigur und war ansonsten völlig beliebig und belanglos. Einen zweiten Versuch mit einem seiner späteren Zyklen habe ich nie gemacht, was viel mit den Umständen zu tun hat, unter denen ich den o.g. Roman lesen musste. (Dafür kann der Autor nichts, aber mir hat es ihn halt verleidet). Von daher kann ich dir nichts weiter zu Pehov sagen. Im Zweifelsfall musst du einfach mal ausprobieren, wie du mit ihm klarkommst.


    Aber zurück zum eigentlichen Thema - Lübbe hat die Vorschauen online gestellt!


    :zweifel:


    Lübbe Taschenbuch Belletristik Frühjahr 2021

    ONE Frühjahr 2021


    :heul2:


    Die Lübbe-HC-Vorschau und die Eichborn-Vorschau habe ich mir gespart, denn da ist (außer einer illustrierten Gaiman-NA bei Eichborn) nichts Phantastisches zu finden. Boje und Baumhaus habe ich mir auch gespart, weil Kinderbuch. Und LYX habe ich mir auch gespart, weil ... weil's halt LYX ist. :floet: (Okay, so gesehen hätte ich mir auch ONE sparen können, aber dann würde noch deutlicher werden, wie mager das dieses Mal ist. Andererseits hat ONE zwei der hundert besten Fantasyromane aller Zeiten im Programm ... :naughty:)

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  • @ gero

    Danke!

    Die überbetonten Liebesgeschichten sind vermutlich wirklich eher für Leserinnen gedacht, argwöhne ich einmal; an sich habe ich auch nichts dagegen, solange die Charaktere sympathisch sind und die Handlung sich nicht ausschließlich darum dreht. Es wird halt nur insgesamt irgendwann öde, wenn kaum noch anderes zu finden ist (und Fantasy sollte halt nun einmal eine andere Kategorie sein als die typische Liebesromansparte).

    In Sachen Pehov auch herzlichen Dank für die Information -:). Da das auch nicht verlockender klingt als die damaligen Hinweise, soweit ich mich entsinne, lasse ich lieber weiterhin die Finger von dem Autor. Mich hätte dieses "Tag der Geister" interessiert, aber ich gehe einmal davon aus, dass sich Pehovs Art des Schreibens nicht groß verändert haben wird. Und was du schilderst, klingt einigermaßen abschreckend auf meine Lesevorlieben -;).


    Zu den Vorschauen: Die sind allesamt ausgesprochen traurig. Und ich dachte, das vergangene halbe Jahr wäre trist ...

  • Lustig. Gestern war sie'e noch nicht. :nixweiss:


    Danke fürs Verlinken, Wurling.


    Ich könnte jetzt noch was Lustiges sagen, aber wozu. Die Dinge sind, wie sie sind ...

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Lustig. Gestern war sie'e noch nicht. :nixweiss:

    Ich hatte heute nachmittag eine göttliche Eingebung, aber auch der Gott ist nicht einverstanden, mit dem, was die Verlage uns Lesern im nächsten Jahr kredenzen. Das ist eher low carb, auch bei Knaur. Bastei Lübbe ist anscheinend im Hungerstreikmodus. Fischer Tor wärmt mehr auf, als frisch zu kochen und ist selbst dabei sparsam im Umgang mit den geistigen Lebensmitteln. Piper köchelt, wie gehabt, seine Buchstabensuppe auf halber Flamme statt ordentlich aufzutischen und was auszuprobieren. Und was ich auf der hompage von Penguin Random House (geht nicht noch ein zusätzliche Name mehr, damit es nicht so langweilig wird?) bisher gesehen habe, ist noch ok, aber auch weniger.... und der Hennen legt doch tatsächlich schon wieder elfische Eier. Hat bei Fischer Tor anscheinend nicht wirklich eingeschlagen, mit seiner Trilogie.....

    Und bitte, Gerd, sag doch was Lustiges zu dem Ganzen. Du kannst das viel besser und bringst es auch eher auf den Punkt. Würde mich echt interssieren und heitert sicher auf. ;):)

  • Und bitte, Gerd, sag doch was Lustiges zu dem Ganzen. Du kannst das viel besser und bringst es auch eher auf den Punkt. Würde mich echt interssieren und heitert sicher auf. ;):)

    Ich finde, du hast das schon sehr treffend und gut gemacht. :biggrin2:


    Außerdem fehlen ja noch ein paar Verlage - neben PHR (Penguin Random House ist viel zu lang und klingt nicht mal annähernd so gut wie Harcourt Brace Jovanovich) z.B. Klett-Cotta - und vielleicht wird dann alles noch viel lustiger.


    Ich warte mal, bis ich mein inneres Lächeln wiedergefunden habe, dann lass ich mich vielleicht tatsächlich noch über die Programme aus; viele Titel, zu denen man was Sinnvolles sagen könnte, sind's ja wirklich nicht. :nixweiss:

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  • Klett-Cotta bringt acht Titel und bleibt sich ziemlich treu, zeigt VLB-TIX. Um in Wurlings Bild zu bleiben: Zwischen guter Hausmannskost und raffinierten Speisen.


    Bei Knaur fiel mir vor allem auf, dass Brandon Sanderson bereits bei seinem dritten deutschen Verlag gelandet ist.

    Und fehlt nicht "Die Rückkehr der Zwerge" von Heitz? Soll ja in zwei Teilen erscheinen. Da hätte ich gedacht, dass zumindest der erste im Frühjahr herauskommt.

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