Books, People & Publishing (Mark II)

  • Elric

    Wenn das so ist, wende ich mich beizeiten vertrauensvoll an dich, was ein geeignetes Testobjekt angeht -;).


    Denn mir geht es momentan auch so, dass ich kaum Zeit zum Lesen habe - und wenn ich Zeit hätte, sollte ich wohl etwas anderes tun :wacko: -, weshalb sich die ungelesenen Bücher immer weiter stapeln, ganz im Sinne des von gero erwähnten überschrittenen Speicherplatzes.

  • Elric

    Wenn das so ist, wende ich mich beizeiten vertrauensvoll an dich, was ein geeignetes Testobjekt angeht -;).

    Immer gerne, liebe Seyra! :D

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Michael Moorcock - Mutter London

  • Theoretisch hätte dieses Posting vielleicht besser in den Eis-und-Feuer-Thread gepasst, aber der ist erstens seit viereinhalb Jahren tot und zweitens ziemlich lang, so dass ich dann eher einen neuen aufmachen müsste. Aber ob sich das lohnen würde? :nixweiss:


    Okay, dann also hier. Die meisten werden es möglicherweise schon mitbekommen haben, aber falls nicht: Wie The Hollywood Reporter schon vor gut einer Woche gemeldet hat, hat George R.R. Martin einen exclusiven Fünf-Jahres-Vertrag mit HBO abgeschlossen "to develop more programming for the network and its streaming service, HBO Max". Laut gut unterrichteter Kreise - wie es immer so schön heißt - soll ihm das eine Summe im mittleren achtstelligen Bereich einbringen (das wären dann etwa +/- 50 Mio $). Für die Kohle muss er natürlich auch was tun, d.h. er wird sich nicht nur um die fünf sich in der Entwicklung befindenden Projekte aus dem ASoIaF-Umfeld bzw. -Setting kümmern (und natürlich auch um House of the Dragon, das schon grünes Licht bekommen hat), sondern ist auch für die Entwicklung der Serien-Adaptionen von Nnedi Okorafors Who Fears Death (2014; dt. Wer fürchtet den Tod (2017)) und Roger Zelaznys Roadmarks (1979; dt. Straße nach überallhin (1981)) zuständig und wird bei beiden Serien auch als Executive Producer fungieren.


    Und natürlich schreibt er weiterhin an The Winds of Winter. (Als echter Fan würde ich mir übrigens, was das angeht, keine Sorgen machen, denn wir wissen doch: "Winter is coming!" :biggrin2:)

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Nur für die, die Interesse an ein bisschen Hintergrundinfos haben:


    Schon vor ein paar Monaten ist im Three Crows Magazine ein (langes!) Interview mit Brian Catling erschienen, dessen Erstling The Vorrh (der inzwischen zur Vorrh Trilogy ausgebaut wurde) im englischen Sprachraum zumindest in einer bestimmten Nische recht viel Beachtung gefunden hat und zu dem sich Pogo hier in den Buchgedanken mal geäußert hat (auf der nächsten Seite folgt dann eine etwas andere Meinung).


    Für mich erklärt das, was Catling im Interview sagt, viel von dem, warum ich mit The Vorrh - trotz der unbestreitbar vorhandenen Bild- und Wortgewalt - nie so richtig warm geworden bin und mir auch die Folgebände nicht zugelegt habe. (Früher hätte ich das vielleicht aus Neugier sogar gemacht, aber inzwischen muss ich sparsamer mit meinen finanziellen und Platz-Ressourcen umgehen. Andererseits experimentiere ich immer noch gern ... und mach das gerade auch mal wieder mit einem ebenfalls sehr ungewöhnlichen Auftaktband zu einer Trilogie ...;))

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Martha Wells ist eine der Autorinnen, die vom noch vorhandenen BP-Team sehr geschätzt wurde und wird, und wir haben immer bedauert, dass ihr niemals der große Durchbruch gelungen ist bzw. sie nie den Erfolg gehabt hat, den sie eigentlich verdient gehabt hätte. Kaeferl hat sich hier anlässlich von Martha Wells' 50. Geburtstag mal über ihre (damals vorliegenden Bücher) ausgelassen und in dem Beitrag auch den o.g. Aspekt angesprochen.


    Aber besagter Beitrag ist 2014 erschienen, und mittlerweile ist Martha Wells dank ihrer Murderbot Diaries, die mehrfach für die wichtigsten SF-Preise nominiert wurden und diese teilweise auch gewonnen haben, längst zur Bestseller-Autorin aufgestiegen, was wir ihr von Herzen gönnen. Anfang der Woche wurde nun vermeldet, dass Tordotcom Publishing einen "Six Book Deal" mit Martha Wells abgeschlossen hat, der drei weitere Murderbot Diaries und drei bislang nicht weiter spezifizierte Titel beinhaltet, über die bislang noch nichts bekannt ist. Allerdings gibt es einen kleinen Hinweis, denn Martha Wells hat über den Deal gesagt: "It’s been such a great experience working with Lee Harris and Irene Gallo and everyone else at Tordotcom. I’m so happy this contract will let me be able to continue that, and let me get back into writing fantasy again, as well as more Murderbot."


    Es scheint also ganz so, als würde Martha Wells sich parallel zu den Murderbot-Bänden auch wieder der Fantasy zuwenden wollen, was mich persönlich sehr freut, denn ihre Fantasy war immer originell und interessant (wie man ja in Kaeferls Geburtstagstext nachlesen kann), und ich habe es immer bedauert, dass außer der Übersetzung von The Death of the Necromancer (als Necromancer) nie weitere Fantasy von ihr auf Deutsch erschienen ist.*


    Aber vielleicht ändert sich das ja in Zukunft, denn die Murderbot Diaries wurden übersetzt und sind auch hierzulande recht erfolgreich. Was zumindest die Chance erhöht, dass auch andere (vor allem: neue) Titel von Martha Wells übersetzt werden, wenn sie denn vorliegen (und man bei ihrem deutschen Stammverlag oder sonstwo der Meinung ist, die Sachen würden ins Programm passen bzw. sich in Deutschland verkaufen lassen). Bis dahin wird es zwar noch einige Zeit dauern, aber ich finde es immer irgendwie beruhigend, zu wissen, dass irgendwo Autorinnen oder Autoren an etwas werkeln, bei dem die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass es mir gefällt, wenn es dann irgendwann erscheint. :biggrin2:


    * - Zu meinen Zeiten als Mitherausgeber der Excalibur-Reihe hatten wir einen Wells-Roman (Wheel of the Infinite) eingekauft, und afaik war der zwar schon übersetzt, als die Entscheidung gefallen ist, die Reihe einzustellen, wurde aber - wie etliche andere, bereits angekündigte Titel - nicht mehr veröffentlicht.

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Wäre denn irgendeine von Wells alten Fantasyreihen besonders empfehlenswert? Bei Fantasyliterature.com kommen die alle eher so mittelprächtig gut weg, aber am Murderbot hatte ich schon enormen Spaß.

    "Tell me, Tool, what dominates your thoughts?"
    "I think of futility, Adjunct."
    "Do all Imass think about futility?"
    "No. Few think at all."
    "Why is that?"
    "Because Adjunct, it is futile.”

  • @ Kah:


    In dem oben verlinkten Blogbeitrag sind ja drei Rezensionen verlinkt, die imho schon zeigen, in welche Richtung die betreffenden Bücher gehen. City of Bones hat ein originelles Setting (und mit Khat eine Hauptfigur, die manchmal mMn ein klitzekleines bisschen wie eine Vorgängerversion von Murderbot klingt - aber da kann mich auch die Erinnerung trügen), The Death of the Necromancer ist mit Gaslight Fantasy mit Locke-Lamorra-Einschlag eigentlich ganz treffend beschrieben, und Cloud Roads ist ein bunter, durch den Verzicht auf Menschen sehr anderer abenteuerlicher Fantasyroman. Was Ile-Rien und die Raksura-Bände angeht, ist aber Kaeferl die wesentlich kompetentere Ansprechpartnerin, die hat in beiden Settings mehr gelesen als ich. Mir hat auch The Wheel of the Infinite mit seinem asiatisch geprägten Setting, den Sand-Mandalas (die mich aufgrund ihrer Bedeutung für die Welt ein bisschen - nur ein bisschen - an die Patterns in Zelaznys Amber-Romanen erinnert haben) und einer kompetenten, nicht mehr ganz jungen weiblichen Hauptfigur gut gefallen.


    Generell finde ich, dass eine von Wells' Stärken in ihren auf überzeugende Weise charakterisierten Figuren liegt; außerdem sind ihre Settings vielleicht nicht grundlegend neu oder wahnsinnig originell, haben aber meistens eine Komponente, die sie dann doch wieder zu etwas Besonderem macht. Und sie kann halt einfach sehr schöne abenteuerliche Geschichten mit einem mal mehr, mal weniger ernsten Unterton/Unterbau schreiben. (Um da mehr in die Details zu gehen, müsste ich jetzt in manche Sachen nochmal reinschauen, denn meine - generell positiven - Erinnerungen sind halt durch die Jahre schon ein bisschen verblasst bzw. eher Erinnerungen an Anmutungen und Gefühle als an konkrete Details.)


    Auf Martha Wells' Homepage gibt es aber zu allen ihren Bücher Leseproben, die anscheinend meistens das komplette erste Kapitel umfassen; da solltest du zumindest feststellen können, ob du mit dem Stil ihrer früheren Sachen klarkommst.

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Martha Wells stand bei mir tatsächlich schon vor Murderbot hoch im Kurs, und ich mochte eigentlich alles, was ich gelesen habe. Man erkennt auch ihren Stil in manchen Dingen durchgehend wieder, aber pauschal würde ich sagen, die Prä-Murderbot-Sachen lesen sich etwas subtiler (völlig wertungsfrei), im Worldbuilding bleibt es oft "wolkiger" (obwohl ich die Konzepte alle mochte). Aber die Stärken sind gleich, gute Figuren, schöne Abenteuergeschichten.


    Ich würde spontan am ehesten zu "Death of the Necromancer" raten, wenn dir das Setting überhaupt zusagt. Das Ende ist ein bisschen meh, aber ansonsten ist es ein sehr solider Roman mit schöner Figurenriege und gutem Pacing. Liest sich aber sicher deutlich anders als Murderbot, nicht ganz so nah an den Figuren, noch plotlastiger. "The Cloud Roads" (& Fortsetzungen) ist aber vielleicht erzählerisch ausgereifter, aber auch da kommt's drauf an, ob dich die Thematik interessiert (viel "found family" neben den Abenteuern).


    Ich bin gespannt, wie ihre neue Fantasy wird!

  • Alan Moore, der (zumindest mMn) bedeutendste englische Comic-Autor der letzten vierzig Jahre (wenn nicht überhaupt) hat einen "six-figure deal" mit Bloomsbury abgeschlossen, und zwar for a “groundbreaking” five-volume fantasy series as well as a “momentous” collection of short stories.


    In der Kurzgeschichtensammlung - die wohl Illuminations heißen wird und im Herbst 2022 erscheinen soll - reicht das thematische Spektrum von den vier Apokalyptischen Reitern bis zu Boltzmann-Gehirnen (wobei das irgendwie zu Moore passt ;)); der Fantasyfünfteiler mit dem Titel Long London soll ab 2024 erscheinen, und dazu heißt es: The series will move from the “shell-shocked and unravelled” London of 1949 to “a version of London just beyond our knowledge”, encompassing murder, magic and madness. Bloomsbury said it “promises to be epic and unforgettable, a tour-de-force of magic and history”.


    Ich weiß, dass hier nicht mehr viele Comic-Interessierte sind, aber für mich sind das faszinierende Neuigkeiten, denn ich halte Moore - über den ich hier anlässlich seines 60. Geburtstag mal ein bisschen was geschrieben habe - nicht nur für einen großartigen Comic-Autor, sondern auch für einen der besten phantastischen Erzähler unserer Zeit (der sich halt bis vor kurzem hauptsächlich auf Comics konzentriert hat). Seine ... hm ... nennen wir sie "rand-phantastische" Kurzgeschichtensammlung Voice of the Fire (1996) und sein ebenso rand-phantastischer Romanerstling Jerusalem (2016; ein - in mehrfacher Hinsicht - Monstrum von einem Roman, in dessen Mittelpunkt Moores Heimatstadt Northampton steht), sind gewiss in mancherlei Hinsicht gewöhnungsbedürftig. Andererseits ist Moore ein Autor, der sich unglaublich gut im Genre auskennt (wie man u.a. an den ersten Bänden der League of Extraordinary Gentlemen unschwer erkennen kann) und mit Genrekonventionen und -elementen hervorragend spielen kann, so dass ich mir von einem mehr im Genre angesiedelten Werk zunächst mal sehr viel verspreche.


    Anyway, es wird ja noch einige Zeit dauern, bis wir da was zu Gesicht bekommen. Bis dahin freue ich mich einfach, dass Bloomsbury zumindest dann und wann die Harry-Potter-Millionen dazu benutzt, was wirklich Interessantes und nicht unbedingt "Mainstreamiges" zu machen.


    Alan Moore wird zwar schon Anfang 70 sein, wenn der erste Band von Long London erscheint, aber ich traue ihm trotzdem zu, das, was er da anfängt, auch in einer überschaubaren Zeitspanne durchzuziehen, denn dass er das grundsätzlich kann, hat er bei seinen großen Comicprojekten mehrfach bewiesen.


    Mehr Infos gibt's da, wo ich die Nachricht auch her habe, nämlich beim Guardian.

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • @Martha Wells Empfehlungen

    Danke an alle, ich denke ich versuchs mal mit dem Necromancer, Einzelbände sind ja fast mal was besonderes und Locke Lamora mag ich sehr.

    "Tell me, Tool, what dominates your thoughts?"
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    "Do all Imass think about futility?"
    "No. Few think at all."
    "Why is that?"
    "Because Adjunct, it is futile.”

  • Threepwood: Bisher konnte man mich mit Comics nicht gerade hinter dem Ofen hervorlocken. Von etwas länger zurückliegenden Kindheitserfahrungen mit Entenhausen einmal abgesehen. Die waren allerdings sehr schön. Da ich mittlerweile aber mit dem Gedanken spiele, mir die Comics (Graphic-Novels) zu Snowpiercer zuzulegen, die dank der Serienadaption ja auch eine gewisse Fortsetzung erfahren, bin ich dem Gedanken, mich vermehrt damit zu befassen, nicht mehr ernsthaft abgeneigt. Und bis 2024 ist es ja auch noch etwas hin, um diesen kulturellen blinden Fleck etwas mit Leben zu füllen.


    Du - oder jemand anderes - kannst nicht zufällig ein oder zwei Worte zu den Snowpiercer-Comics verlieren? So in Richtung, ob sich das lohnt?

  • @Käferl: ja, gut, ich hab Martha Wells auf meine Liste... ;)


    Threepwood: hm, Alan Moore...ganz ehrlich: der Blurb von dir oben klingt spannend - und könnte mir auf jeden Fall gefallen. Da warte ich mal ab. :D

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Michael Moorcock - Mutter London

  • @ Vertigo:


    Ich kenne von Snowpiercer/Schneekreuzer nur den Comic und den Film. Der Film adaptiert nur etwa die Hälfte des Comics (der insgesamt aus drei Teilen besteht, die alle in der deutschen Ausgabe drin sind) und verändert ein paar Dinge, bleibt aber in der Grundaussage nahe beim Comic.


    Der Comic hat eine interessante Entstehungsgeschichte. Der erste Teil ist als Le Transperceneige 1983 (in A Suivre) bzw. 1984 (als Album) erschienen (Text: Jacques Lob, Zeichnungen: Jean-Marc Rochette) und hat einen Umfang von 108 Seiten. Für den Texter Lob war die Geschichte damit zu Ende erzählt, doch Rochette hätte die Geschichte gerne weitergesponnen, und ein paar Jahre nach dem Tod von Lob (1990) hat er sich mit Benjamin Legrand einen neuen Szenaristen/Texter gesucht, und das Ergebnis waren die beiden Fortsetzungen L'Arpenteur (1999) und La Traversée (2000) mit jeweils 66 Seiten. Die deutsche Ausgabe beinhaltet wie gesagt diese drei Teile (als Der Entflohene, Der Landvermesser, Die Überquerung), wobei der zweite und dritte Teil sich inhaltlich deutlich (es kommt eine völlig neue Komponente ins Spiel) und grafisch spürbar, aber nicht allzu gravierend vom ersten unterscheiden.


    Da ich die Netflix-Serie nicht kenne, weiß ich nicht, wie die sich zum Comic und/oder zum Film verhält. Wenn du den Film kennst und er dir gefallen hat, ist der Comic mMn eine interessante Ergänzung, in der halt ein paar Schwerpunkte anders gesetzt sind als im Film. (Generell ist es bei beiden ja so, dass man nicht allzu lange über das Szenario nachdenken darf, denn ... das kann eigentlich nicht funktionieren. Aber da man von den Bildern durch die Geschichte getragen wird - und die das in beiden Fällen gut machen -, kann man sich halt auch einfach darauf einlassen und all das, was eher nicht so richtig logisch ist, einfach ausblenden.)


    In Frankreich gibt es übrigens - vermutlich aufgrund des Films - drei weitere Fortsetzungen, wieder mit anderen Szenaristen und teil sehr umfangreich (Band 4), teils in Farbe (Band 5 und 6).


    Ich hoffe, deine Frage ist einigermaßen beantwortet. Ansonsten frag einfach nach.


    Fun Fact: Irgendwie scheinen unsere französischen Nachbarn von neuen Eiszeiten und Zügen fasziniert zu sein, denn 1980 - also drei Jahre, bevor Le Transperceneige in A Suivre veröffentlich wurde - ist mit La compagnie des glaces von G.-J. Arnaud der erste Band einer gleichnamigen postapokalyptischen Serie erschienen, die in Frankreich sehr erfolgreich war (allein die Urserie umfasst 63 Bände, dazu kommen noch zwei oder drei deutlich kürzere Ableger), und in der eine sich im Bann einer neuen Eiszeit befindliche Erde von Eisenbahngesellschaften beherrscht wird, deren Züge die letzten Reste der Zivilisation miteinander verbinden. (Okay, das wollte jetzt niemand wissen, aber so what ...)

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Das ist eine sehr hilfreiche, unerwartet ausführliche Antwort. Vielen Dank.


    Den Film habe ich vor einigen Jahren einmal angefangen aber recht schnell wieder ausgeschaltet. Wahrscheinlich nicht die richtige Stimmung für den Film und trotz Interesse habe ich seitdem keinen neuen Versuch gewagt.

    Die erste Staffel der Netflixserie habe ich bei Erscheinen mal nebenher laufen gelassen. Auch nicht das, was ich als besonders überzeugend bezeichnen wollte und eigentlich hätte es damit auch sein Bewenden gehabt. Vor allem erschien mir das Finale doch arg konstruiert, was in Anbetracht der Gesamtprämisse schon eine Kunst für sich ist. Nur kam es dann doch ganz anders. Man wagte es, Sean Bean für eine bedeutende Rolle in der zweiten Staffel zu bestätigen und fängt mich damit natürlich direkt ein. Ein paar Folgen später packt mich die ganze Thematik dann doch ordentlich und jetzt bin ich soweit, dass mich das "Universum" genug interessiert, dass ich nicht nur gespannt auf eine dritte Staffel warte, sondern auch der Film wieder sehr weit nach oben gerutscht ist. Nicht zu vergessen das literarische Werk. Das man an das Gesamtkonstrukt nicht allzu viel geistige Kapazitäten verschwenden sollte, sondern einfach die Show genießt, ist dabei glaube ich ein Selbstgänger.

    Wissenschaftlich versierte Menschen mögen mir gerne erklären, wieso das so abgebildet alles sinnvoll ist und auch langfristig funktionieren kann. :saint:


    Bezüglich der Einordnung der Comics war ich mir nicht ganz sicher, ob der Film auch inhaltlich auf den ersten drei basiert, ob die eine eigene Handlung abbilden oder ob der Film an sie anknüpft. Die Zeitleiste, die dazu im Internet kursiert, war nur bedingt hilfreich. Wenn ich die hier aber einmal zugrunde lege, meinst du "Fortsetzung" vermutlich im Sinne eines Prequels?

    So oder so hilft dein Beitrag den Werken vermutlich, einen weiteren Abnehmer zu finden.



    Ruhig immer weiter heraus mit solch Nebenbeigesagtem. Wenn ich mir die Cover so anschaue, dürfte die Inspiration zur Optik nicht so fernliegend sein. Und an sich würde es wohl auch mein Interesse wecken, wenn es sich nicht schon um eine (nach Internetangaben) 98-teilige Reihe handeln würde. Die Grundprämisse ist auch hier irgendwie interessant. Nur dann doch nicht interessant genug, dass ich - obwohl abgeschlossen - in diese Reihe eintauchen werde. Vielleicht irgendwann einmal.

  • Das ist eine sehr hilfreiche, unerwartet ausführliche Antwort. Vielen Dank.


    ...


    Bezüglich der Einordnung der Comics war ich mir nicht ganz sicher, ob der Film auch inhaltlich auf den ersten drei basiert, ob die eine eigene Handlung abbilden oder ob der Film an sie anknüpft. Die Zeitleiste, die dazu im Internet kursiert, war nur bedingt hilfreich. Wenn ich die hier aber einmal zugrunde lege, meinst du "Fortsetzung" vermutlich im Sinne eines Prequels?

    So oder so hilft dein Beitrag den Werken vermutlich, einen weiteren Abnehmer zu finden.

    Naja, was die Ausführlichkeit angeht, verweise ich ja gerne auf ein mal mehr, mal weniger abgewandeltes Brandon-Sanderson-Zitat: "I'm a fantasy translator, and we are not known for brevity". ;)


    Ansonsten - stimmt, zwei der Fortsetzungen/neuen Alben sind Prequels. Das passt auch, weil die in der Bédéthèque gezeigten Seiten aus den beiden Alben keine vereisten Landschaften zeigen. (Ich hatte nur kurz in die Bédéthèque geschaut, weil ich nicht mehr genau wusste, wann das zweite und das dritte Album erschienen sind, und habe erst bei der Gelegenheit gesehen, dass es inzwischen noch drei mehr gibt.)


    Okay, dann sieht das Ganze wohl so aus: bei den französischen Ausgaben 1-4 entspricht die Erscheinungschronologie der Handlungschronologie, die Ausgaben 5 und 6 sind Prequels. Die deutsche Ausgabe umfasst die franzöischen Alben 1-3, der Film ist aber nur eine Adaption/Interpretation des ersten Albums. Bei den englischen Ausgaben wurden die französischen Ausgaben 2 und 3 zu einem Band zusammengefasst , deshalb sind in der von dir verlinkten Timeline nur drei Bände nach der Serie bzw. parallel zum Film einsortiert. Die beiden Prequels bleiben die beiden Prequels, aber es soll wohl noch ein drittes geben, von dem in der Bédéthèque allerdings noch nichts zu sehen ist.


    Verwirrend. :gruebel:


    Anyway, ich fühle mich mit dem Schneekreuzer gut und ausreichend versorgt und werde wahrscheinlich keine weiteren Comic-Ausflüge in die Welt des Eises und der Finsternis *hust* mehr unternehmen.



    Elric


    Ist ja noch 'ne ganze Weile hin. Und du kannst dir ziemlich sicher sein, dass ich das im Auge behalten und mir den ersten Band dann auch kaufen werde, wenn er erscheint. Immerhin ist Moore einer meiner Lieblingserzähler (auch wenn er den Schluss der League ziemlich verkackt hat, sorry).

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • "Verwirrend" trifft es gut. Das Ganze ist doch etwas unübersichtlicher, als zunächst vermutet. Mit deiner Einschätzung der Gesamtlage dürfte ich am besten damit fahren, mir die englischen Bände 1 - (ggfs.) 3 zuzulegen und von dort dann weiter nach vorne zu schreiten - oder der Veröffentlichung zu folgen. Wie auch immer man das jetzt umschreiben möchte. Das hat auch den Vorteil, dass ich nicht erst schauen muss, wo und wie ich an eine ordentliche Ausgabe der deutschen Veröffentlichung kommen kann (gebraucht X/) und dann das Folgeproblem der Veröffentlichung(en) habe. Doch, das sieht so herum doch ganz gut machbar aus. ^^

  • Elric


    Ist ja noch 'ne ganze Weile hin. Und du kannst dir ziemlich sicher sein, dass ich das im Auge behalten und mir den ersten Band dann auch kaufen werde, wenn er erscheint. Immerhin ist Moore einer meiner Lieblingserzähler (auch wenn er den Schluss der League ziemlich verkackt hat, sorry).

    Da antworte ich jetzt mal ganz frech drauf. immerhin hat mir Elric mel eine ganz tolle Ausgabe von "Watchmen" geschenkt. :verlegen::biggrin2:

    Außerdem habe ich noch "V wie Vendetta" und "die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen". Wie viele Bände gibt es von der Liga? Ich habe Band eins und zwei auf deutsch. Das Ende in Band Band zwei war wirklich sehr seltsam. :nixweiss: Wobei ich da auch nicht weiß wieviel da aus ursprünglichen Kurzgeschichten zusammengebastelt wurde.

    Na dann bin ich mal gespannt, was da noch so kommt.

  • Wer hätte es gedacht, Tad Williams' 3. band Navigator's Children wird wieder mal in zwei Teile geteilt :D Der Gute kann einfach keine Trilogie schreiben!


    Antizipierter Release 2022 und Teil 2(4) dann 6 - 12 Monate später. Immerhin bekommen wir die zweite "Novelle" in diesem Universum dieses Jahr im November.


    Irgendwie hatte ich es ja aber schon erwartet, als ich irgendwo mal gelesen habe, dass das Manuskript wohl 1800 Seiten haben würde...

    Mit Schirm, Charme und McClane


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    And now the page before us blurs.

    An age is done. The book must close.

    We are abandoned to history.

    Raise high one more time the tattered standard

    of the Fallen. See through the drifting smoke

    to the dark stains upon the fabric.

    This is the blood of our lives, this is the

    payment of our deeds, all soon to be

    forgotten.

    We were never what people could be.

    We were only what we were.


    Remember us

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