Neue Buchgedanken

  • Kings of the Wyld von Nicholas Eames ist ein höchst unterhaltsamer Fantasyroman, dessen eigentliche Story um die Rettung der Tochter durch die gealterte Söldnertruppe recht seicht ist, was aber durch die vielschichtigen und grundsympathischen Figuren wettgemacht wird. Außerdem ist er richtig gut geschrieben, ohne Füllmaterial mit abwechslungsreichen und spannenden Kapiteln. Hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß mit einem Fantasyroman. Gar nicht so Grimdark wie erwartet, sondern mit vielen parodistischen Elementen, einer im Kern aber ernsten Geschichte.


    Hätte gerne ausführlicher über das Buch berichtet, und warum es mir so gut gefallen hat, aber leider fehlt mir momentan die Zeit dafür.

  • Normalerweise äußer ich mich ja nicht sehr oft über ein Buch bevor ich es nicht zu Ende gelesen habe, aber bei City of Golden Shadow muss ich mal kurz die Regel brechen...


    Bin jetzt 200 Seiten drin, ein sehr emotionales und sehr langsames Buch, das viele tolle Ideen hat, die heute einfach Realität sind...Seuchen, Virtual Reality, Dekadenz und Dark Net...und nach Michael J Sullivans locker flockigem Auftakt zu Riyria einfach 4 Gänge zurück im Tempo und 4 Gänge hoch in der Bedeutungsschwere. Aber was ich jetzt gerade am Ende von Abschnitt 1 gelesen habe...öhm..joa...von 0 auf 100 in nullkommanix. Meine Herrn. Ab ins Bett, ich brauch ne Pause...

    Mit Schirm, Charme und McClane


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    And now the page before us blurs.

    An age is done. The book must close.

    We are abandoned to history.

    Raise high one more time the tattered standard

    of the Fallen. See through the drifting smoke

    to the dark stains upon the fabric.

    This is the blood of our lives, this is the

    payment of our deeds, all soon to be

    forgotten.

    We were never what people could be.

    We were only what we were.


    Remember us

  • :kicher: oh ja, Otherland... lange her aber sicher immernoch toll! Ich mochte am liebsten den dritten Teil, bis dahin wird so schön die Spannung aufgebaut...


    Aber ich will mich auch mal wieder zu einem Buch äußern, das hier schon mal - meines Wissens - besprochen wurde:

    Django Wexler - the thousand names

    Wie ihr mich ja kennt, gibt's jetzt wenig Info zum Inhalt. Nur kurz: Magie trifft auf Musketen ist die Zusammenfassung. Dazu gehört eine Rebellion, die niedergeschlagen werden will durch eine Art Fremdenlegion. Das ist die sehr kurze Kurzfassung der Geschichte.

    Erst mal vorweg: das Setting gefällt mir sehr, sehr gut. Es müssen ja nicht immer Schwerter und Pferde sein. Nein, skurile Figuren wie der Chef der Kanoniere namens "Preacher", der seine Wummen mit göttlichen Inschriften versieht, weil sie dadurch besser treffen und länger halten sind doch auch mal eine Abwechslung! ;)

    Dazu kommt ein Colonel, der viel Sarkasmus mit sich bringt und eine klasse Führungspersönlichkeit für die Armee ist.

    Geschrieben ist die Geschichte im Wechsel aus der Sicht seines direkten Untergebenen Captain Marcus d'Ivoire, der meist sehr pragmatisch an die Probleme rangeht, viel Erfahrung im Feld hat und als Führungsoffizier eigentlich meist nur seine Truppe an erster Stelle stehen hat - der sehr menschliche Held in der weißen Rüstung. Die zweite Hauptperson ist Winter - eine als Mann verkleidete Frau, für die das Militär die Flucht aus ihrem alten Leben geboten hat. Sie ist an vielen Stellen - nennen wir es kreativ. ;)

    Was gibt's zu sagen: es passiert mir selten, dass ich nach unter 100 Seiten weiß, dass das Buch wie für mich geschrieben ist. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt durch eine solch dichte Geschichte mit so vielen Aspekten und Punkten, dass ich schon gar nicht weiß, wo ich anfangen soll zu loben. Ich hab das Buch gestern beendet und meine erste Assoziation war doch tatsächlich: Boah, der passt gut zu meinen Glen Cook-Büchern! :D wer mich kennt, weiß was das für ein Lob ist! ;)

    Ganz einfach: ich liebe dieses Buch. ich werde mir alle anderen auf jeden Fall auch besorgen und lesen. Ich hoffe, dass das Niveau so hoch bleibt und ich hier wieder mal eine Reihe (und evtl. sogar einen Autor) gefunden habe, der sich in die Top 5 meiner persönlichen Rangliste schreibt. Ich bin einfach restlos begeistert von den Ideen bzgl. Magie und Militärtaktik, den beiden unglaubich sympathischen Hauptpersonen und der Geschichte, die ja jetzt erst ihren Anfang genommen hat. Ja, ich werde berichten!


    Aber jetzt muss ich erst mal mein zweites Highlight weiterlesen: Robert Jackson Bennett... :D Wir warten mal, was Gerd dazu schreiben wird... ;)

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Michael Moorcock - Mutter London

  • Den Wexler fand ich auch gut - Band 1 & 3 besser als Band 2 (aus dem Grund, den Dassem auch erwähnt hatte), aber Band 4 war für mich der mit Abstand beste Band der Reihe. Der war richtig stark. Also freu dich schon mal drauf :thumb:


    Bennett hat mich auch gut gefallen (im Vgl. zu euch mit ein paar Abstrichen, allerdings), sodass ich mir auch seine anderen Bücher geholt hatte - American Elsewhere hatte ein ganz interessante Atmosphäre. Kann ich auch empfehlen.


    Warte jetzt auch darauf, dass er seine 2. Trilogie schnell beendet, an der bin ich definitiv auch interessiert

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  • Abaddon´s Gate - James S. A. Corey


    Quote

    Even with the distance between Ceres and the Ring, the vast empty ocean of space, the news that some idiot’s cheapjack ship had gone in one side of the alien structure and hadn’t come out the other should have only taken about five hours. It had happened two days before. That’s how long the various governments watching the Ring had been able to cover it up.


    Ein Jahr nachdem das Protomolecule einen großen Ring im All gebildet hat, kommt jemand auf die Idee, hindurchzufliegen und wird an einen Ort versetzt wird, zieht das einen ganzen Haufen Leute an.


    Holden will eigentlich so weit weg vom Ring wie möglich, wird aber gezwungen dorthin zu fliegen.


    Die Pristerin Anna, die lügt und Leute tasert um Menschen zu helfen, ist Teil einer PR-Aktion mit vielen anderen medienwirksamen Personen.


    Der Ex-Soldat Bull ist Sicherheitschef auf der Behemoth, dem größten, kampfunfähigen, Schlachtschiff im Sonnensystem, das die OPA samt unfähigen Captain schickt, um sie zu representieren.


    Melba/Clarissa verfolgt einen Plan um sich an Holden für die Zerstörung ihrer Familie zu rächen.


    In dem Buch gibt es jetzt gleichzeitig mehr und weniger über die Aliens, denn was man erfährt wirft viel mehr neue Fragen auf als vorher.

    Das Buch ist auch langsamer und ruhiger als die Vorgänger, aber es erzählt nicht eine Version der selben Geschichte.

    Die religiöse Frage, was es zu bedeuten hat, dass die Menschheit nicht Gottes einzige Schöpfung ist, wird irgendwie fallen gelassen.

    Ich bin mir auch nicht sicher, wohin die Autoren mit dem Melba/Clarissa Strang wollten, das bleibt irgendwie offen.

    Auch das Ende der letzten Actionszene ist merkwürdig.

    Lustig ist, dass ich bei Caliban´s War noch Gesang hab, Holden ist infiziert mit Millerisem, und jetzt hat er eine Miller-Erscheinung die ihn verfolgt.


    Es hat mir gefallen, aber nicht ganz so wie die anderen beiden.

  • @Pogo:


    The Rage of Dragons ist eines der Bücher, zu denen ich in einem meiner nächsten NWotW-Postings was schreiben wollte/werde (wenn ich es schaffe, mich aus dem Motivationsloch rauszuwursteln, in das ich dummerweise vor ein paar Tagen geplumpst bin ... :8[:), wobei das auch eher ein Hinweis auf das Buch sein wird, das mir aufgefallen ist, das ich aber noch nicht gelesen habe. Von daher kann ich hier jetzt wenig Sinnvolles sagen, außer, dass Orbit sich mal wieder einen Autor geschnappt hat, der als Self-Publisher vergleichsweise erfolgreich war, und ihn nochmal mit den Mitteln eines Großverlags vermarktet.


    Das Buch an sich klingt nicht uninteressant, und die Lobeshymnen der Autorenkollegen und -kolleginnen sind beeindruckend, aber das ist halt auch a mixed bunch, der sich da äußert. Außerdem gibt es ein paar Sachen, die mir nicht so viel Lust auf das Buch machen ... oder sagen wir weniger, als ich Lust auf andere Bücher habe. Und da ich mein Budget zusammengestrichen habe bzw. mich noch viele andere Bücher & Comics interessieren, ist The Rage of Dragons erstmal nur auf der Wunschliste gelandet. :nixweiss:


    Falls du es irgendwann lesen solltest, bin ich gespannt, was du sagst.

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Falls du es irgendwann lesen solltest, bin ich gespannt, was du sagst.

    Ich denke schon. Diese Besprechung von Daniel Green hat mich darauf neugierig gemacht. Ich stimme mit seinem Buchgeschmack nicht immer überein, aber er hat mich schon auf das tolle Kings of the Wyld aufmerksam gemacht.


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  • Ich bin kein großer Fan von Daniel Greene, besonders da er mir in einigen Sachen sehr..."biased" vorkommt und sich glaube ich auch oft einfach der beliebten Meinung der Massen etwas anschließt (oder seine Meinung irgendwann dahingehend etwas revidiert), zumindest kommt es mir so vor - aber sein Review zu RoD habe ich mir damals auch angeschaut, wodurch mir das Buch auf den Radar geflogen ist.


    Bei Rage of Dragons habe ich ein wenig das Gefühl, der Band wird als neue Offenbarung der Fantasy gehyped, ähnlich positiv durch die Bank weg, wie Anthony Ryan's Blood Song damals, wobei da die Meinungen zum weiteren Verlauf der Reihe etwas stark abfallend sind.


    Mehr kann ich aktuell dazu leider auch nicht sagen, ich denke aber wenn du auch wieder eine schnelle revenge-story lesen willst bist du da nicht verkehrt (basierend auf den reviews, die ich jetzt so gelesen habe...)

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  • IBei Rage of Dragons habe ich ein wenig das Gefühl, der Band wird als neue Offenbarung der Fantasy gehyped, ähnlich positiv durch die Bank weg, wie Anthony Ryan's Blood Song damals, wobei da die Meinungen zum weiteren Verlauf der Reihe etwas stark abfallend sind.

    Ryn's "Blood Song" hatte mich damals auch schwer begeistert. Nicht, weil er was Neues erzählt hätte, sondern WIE er die bekannte Motive erzählt hat. Das hatte sich im zweiten Band schon etwas abgenutzt, der mir aber immer noch gefallen hatte. An den dritten habe ich mich aufgrund der Kritiken aber nicht getraut, da ich keine Lust auf ewiges Schlachtengetümmel hatte.


    Wenn ich mein aktuelles Buch durch habe, lese ich "The Rage of Dragons" einfach. Ich hatte nur etwas gezögert, weil mich das Wort "Drachen" im Titel inzwischen ein wenig abschreckt.

  • Ich habe bisher 32% bzw. 170 Seiten von Evan Winters The Rage of Dragons gelesen und meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Das ist solide geschrieben, aber nichts, was ich nicht schon woanders besser gelesen habe. Die verbreitete Euphorie in vielen Besprechungen, dass das was wäre, was man so noch nicht gelesen hätte, kann ich nicht nachvollziehen. Die afrikanischen Einflüsse beschränken sich auf ein paar Namen und Begriffe, dazu ein indisches Kastensystem und eben Figuren mit dunkler Haut. Ansonsten liest sich das alles sehr nach westlicher Fantasy. Kein Vergleich zu Marlon James und Kai Ashante Wilson, die afrikanische beeinflusste Fantasy auf einem ganz anderen Level erschaffen.


    Im Prinzip ist es ein ganz simple Rachegeschichte über einen jungen Mann, der die Ermordung seines Vaters rächen will und sich deshalb zum Kämpfer ausbilden lässt. Also wie Nevernight nur weniger originell und unterhaltsam erzählt. Es wird vor allem viel gekämpft. Der Prolog beginnt mit einer großen Schlacht, in Kapitel 1 folgt direkt eine kleinere Schlacht und danach geht es mit Zweikämpfen weiter. Die sind schon ganz gut beschrieben, aber mir ein bisschen zu wenig. Alles Drumherum kommt mir zu kurz. Vater wurde morgens getötet, abends hat sich der Sohn schon am ersten gerächt (wenn auch etwas unfreiwillig) und schon ist er auf dem Weg zur Aufnahmeprüfung des Militärs, die nahtlos daran anschließt. Ohne Verschnaufpause.


    Das liest sich nicht schlecht und relativ flott, ist mir aber für die lange Strecke etwas zu wenig. Mal sehen, ob ich da am Ball bleiben werde, oder doch die Lust verliere.

  • @ Pogo:


    Danke für deine Eindrücke, die bestätigen ziemlich genau das, was ich nach Reinlesen, ein, zwei Rezis und einem Interview mit dem Autor vermutet - oder eher befürchtet - hatte. Auch wenn es angesichts des Autors, den ich lange übersetzt habe, vielleicht merkwürdig klingt - aber allzu ausführliche Kampf- und/oder Schlachtszenen nerven mich tendenziell eher, als dass sie einen Kaufanreiz bilden. Und Evan Winter scheint gerne solche Szenen zu schreiben.


    Je, nu - bleibt The Rage of Dragons halt erstmal auf der Liste bzw. rutscht noch weiter nach hinten. Es ist ja nicht so, dass ich gerade Probleme hätte, ausreichend interessanten Lesestoff zu finden. :biggrin2:

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  • Diesen Eindruck hatte ich von den Rezensionen auch immer, deswegen hat es das Buch auch nie über "mal im Auge behalten" hinausgeschafft.


    Danke für die ersten Eindrücke - wenn ich nicht gerade mega Lust auf eine Rachestory bekomme, werd ich RoD wohl vorerst vermeiden. Das klingt nicht nach einer Geschichte, die mich aktuell wirklich unterhalten würde...

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  • Wobei ich dem Autor hier jetzt keinen Vorwurf machen möchte, dass er KEINE afrikanische Fantasy geschrieben hat. Nur weil er afrikanische Wurzeln hat, ist er dazu ja nicht verpflichtet. Mich hat nur gewundert, dass es in vielen Besprechungen als afrikanische Fantasy und etwas, das man so noch nicht gelesen habe, bezeichnet wurde. Es wirkt vor allem in den Schlachten und Kämpfen auch stark von Videospielen beeinflusst, wenn Magierinnen die Krieger upgraden, so dass sie in doppelter Größe als Berserker durch die feindlichen Horden wüten. Hier und da hat der Autor aber durchaus ein paar interessante Einfälle.

  • Player of Games - Ian M. Banks


    Quote

    This is the story of a man who went far away for a long time, just to play a game. The man is a game-player called “Gurgeh.”

    The story starts with a battle that is not a battle, and ends with a game that is not a game.

    Me? I’ll tell you about me later.


    Jernau Morat Gurgeh ist der beste Game-Player der Culture und von seinem Leben gelangweilt. Contact bietet ihm an, ins kriegerische und barbarische Imperium von Azath zu reisen und an derem gleichnamigen Spiel teilzunehmen, durch das wichtige Positionen bis zum Imperator besetzt werden.


    Das ist mein erster Banks, nicht der, durch den ich auf die Bücher aufmerksam geworden bin, aber ich hab gehört, dass das das einzige ist, welches nicht eigenständig ist und dass man allgemein erst eins der ersten beiden lesen sollte, um das Universum kennen zu lernen. Allerdings hab ich gehört, dass Consider Phlebas nicht unbedingt das beste Buch ist und dieses klang etwas nach Casino Royale im Weltraum.


    Dass durch ein Spiel bestimmt wird, wer für 6 Jahre Imperator ist klang erstmal merkwürdig und als im Buch gesagt wird, dass ein Imperium eine schlechte Regierungsform ist, hab ich zuerst gedacht, nicht wenn man einen guten Imperator hat der nicht von der Macht korrumpiert wird, aber der stirbt irgendwann und dann kommt sein unfähiges sadistisches Kind an die Macht. Und das Spiel Azath erfordert alles was die Azathians im Leben für wichtig halten, Krieg.


    Das Buch ist 390 Seiten lang und in nur 4 Kapitel unterteilt, Leute die gerne zu Ende eines Kapitels lesen, bevor sie ein Buch aus der Hand legen, dürften also durchdrehen.

    Das erste Kapitel führt erstmal Gurgeh, sein Leben und teile der Culture ein, bevor es nach Azath geht. Die Culture ist scheinbar eine Art Föderation von Star Trek, in der Menschen und KI´s zusammenleben, niemand gezwungen ist zu arbeiten und alle glücklich sind. Gleichzeitig erfährt man, dass Contact Agenten in andere Reiche einschleust um sie zu cultureähnlichen Ansichten hinzumanipulieren, die Förderation ist in der Hinsicht ja das genaue Gegenteil. Das mit den KI´s hat bei mir auch Fragen aufgeworfen. Ihnen wird erlaubt ihre Persönlichkeit zu entwickeln, aber sie werden mit einer Aufgabe im Sinn erschaffen und bekommen die, wenn sie noch dafür geeignet sind. Ok, Maschinen pflanzen sich nicht natürlich fort und müssen also gebaut werden, aber wenn man sie mit einer Aufgabe im Sinn erschafft und ihnen eine Vorprogrammierung gibt, sind sie dann so frei in ihrer Entwicklung wie Menschen? Eltern setzen sich ja nicht hin und denken "So unser nächstes Kind muss jetzt die und die Eigenschaften haben und wir nehmen diese Medikamente um dafür zu sorgen." Oder machen die in der Culture das so?

    Ich hab auch nicht ganz verstanden, was die Game-Player für eine Rolle spielen, spielen die nur zum Spaß oder sind die eine Art Star-Sportler?


    Das Buch fängt ziemlich interessant an und wird dann immer besser und hört einfach nicht auf damit.

    Ok, am Ende des dritten Kapitels hatte ich kurz das Gefühl es hängt kurz etwas durch, aber das legt sich gleich wieder.


    Was es nicht wirklich gibt ist Techno-Babble, oder wie das heißt. Es wird nicht ewig beschrieben wie bestimmte Technologien funktionieren, wo sie herkommen und wie sie aussehen. Also nicht wie bei The Expanse wo man den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Schwerkraft im Schiff erklärt bekommt und das dauernd eine Rolle spielt, sondern "More power to Jumpdrive." und los geht's.

    Was ich oft gesehen habe, was an Since-Fiction-Büchern kritisiert wird, sind die Charaktere. Hier geht´s größtenteils um Gurgeh und ich würde sagen, dass er relativ gut charakterisiert ist. Die Frage ist ehr, ob er und die anderen Charaktere sympathisch sind, denn für viele Leute sind Charakterisierungen nur gelungen, wenn die Charaktere sympathisch sind. Ich denke die Maschinen sind sympathischer als die Menschen (was für viele wieder ein Problem sein dürfte, da Maschinen ja keine Menschen sind und Nichtmenschen generell unsympathisch).


    Die anderen Dinge, die mir zu dem Buch einfallen, sind mit Spoilern verbunden, aber von den 8 Büchern, die ich dieses Jahr gelesen habe, ist es das Beste.



    Zu Rage of Dragons: ich hab das Buch noch nicht gelesen, aber kann es sein, dass es ein bisschen wie bei Black Panter ist, wo es ja auch hieß, es währe der beste Marvel-Film überhaupt, weil so viele Schwarze darin mitspielen, obwohl er eigentlich nur ein weiterer Marvel-Film war, ohne groß speziell zu sein, wenn man von Hautfarben und Handlungsort mal absieht.

  • @ Dassem:


    Freut mich, dass The Player of Games für dich ein Treffer war; wenn wir das Buch so gut gefallen hat, wie es in deinen Buchgedanken klingt, wirst du noch viel Spaß mit Iain M. Banks haben, wenn du mal wieder einen seiner (Culture-)Romane liest. :biggrin2:


    The Player of Games ist möglicherweise wirklich der bessere Einstieg ins Culture-Universum, obwohl ich Consider Phlebas längst nicht so schwach finde, wie manche anderen Leser und Leserinnen. (Ich habe ja einen Verdacht, warum der erste Culture-Roman so vergleichsweise schlecht wegkommt, aber den zu verraten wäre gleichzeitig ein massiver Spoiler.) Mich hat Consider Phlebas bzw. Bedenke Phlebas - denn ich habe den Roman auf Deutsch gelesen - damals ziemlich geflasht, weil Banks eine ganz andere Space Opera geschrieben hat, als die, die es normalerweise gegeben hat. Die Idee der Culture, die Idee einer utopischen Post-Scarcity-Gesellschaft, die Idee, dass in dieser Gesellschaft eigentlich die AIs, die "Minds" die eigentlichen Denker und Lenker sind (auch wenn im Vordergrund natürlich immer Menschen und Aliens agieren), die Idee, weg von einer personenzentrierten Gesellschaft zu gehen - das war damals alles sehr neu, sehr ungewöhnlich, und zusammen mit dem zwei, drei Jahre später erschienenen Hyperion-Zweiteiler von Dan Simmons hat Banks mit seinen ersten Culture-Romanen das Subgenre der Space Opera mMn massiv verändert und sozusagen erneuert. (Und sein früher Tod war - von der menschlichen Tragödie ganz abgesehen - ein schwerer Schlag für die SF.)


    Dass Banks seine Figuren deutlich besser charakterisiert hat als dies in der SF ansonsten häufig der Fall war, hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass er eben nicht "nur" ein SF-Autor war, sondern auch Mainstream geschrieben hat. Anfangs, weil er für seine SF-Romane zunächst keinen Verlag gefunden hat, später vermutlich nicht zuletzt, weil ihm das irgendwann durchaus Spaß gemacht hat. Und ja, seine "Minds" sind einem meistens sympathischer als seine menschlichen oder nichtmenschlichen Figuren - mich persönlich hat das nie gestört, im Gegenteil. :biggrin2:


    Wenn ich tatsächlich in irgendeiner erdachten Zukunftswelt leben müsste, dann wäre das Culture-Universum ganz weit vorne in der Auswahl, denn auch wenn die Culture ganz gewiss kein reiner Hort der Glückseligkeit oder moralischer Überlegenheit ist, kann man in ihr als Normalmensch vermutlich ziemlich gut leben.



    @ Pogo:


    Ich finde diese in Teilen der Szene um sich greifende Tendenz, Autoren und Autorinnen quasi vorzuschreiben, was bzw. worüber sie zu schreiben haben, bzw. ihnen zu verbieten, über dies oder jenes zu schreiben, ja mehr als nur ein bisschen problematisch. Natürlich muss Evan Winter keine "afrikanische" Fantasy schreiben, nur weil er afrikanische Wurzeln hat. Diese Gleichsetzung einerseits und die vollkommene Ahnungslosigkeit darüber, was es alles schon gegeben hat andererseits, treibt manchmal schon seltsame Blüten. (Wobei mich zB jetzt überhaupt nicht stört, dass Winter einen Roman geschrieben hat, dessen Schwerpunktsetzung nicht so recht zu meinen Lese-Interessen passt; lass ich ihn halt liegen ... :nixweiss: Da stört mich dann doch viel mehr, dass der eine oder andere allenfalls mittelmäßige Roman vor allem deshalb gehypt und hochgelobt und für Preise nominiert wird, weil die Autorin afrikanische Wurzeln hat und eine "afrikanische" Fantasy geschrieben hat, denn stilistisch und inhaltlich gibt der Roman, den ich meine, das noch nicht einmal ansatzweise her. Je, nu ... wir werden sehen, wo das alles hinführt ... :denk:)

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  • Bedenke Phlebas war auch mein Einstieg bei Banks und in das Kultur-Universum. Ich hatte da einen total sperrigen Roman erwartet und dann eine rasante aber gut geschriebene Space Opera erhalten. Bis heute einer meiner liebsten SF-Romane. Weiter ging es dann mit dem deutschen Doppelband Das Spiel Azad/Einsatz der Waffen (also The Player of Games und Weapons of Choice). Letzterer ist schon deutlich sperriger, allein von der Struktur her, aber auch ziemlich aufregend zu lesen.

  • Use of Weapons - Iain M. Banks


    Cheradenine Zakalwe hat als Söldner in fielen Kriegen für die Culture gekämpft, bevor er sich selbstständig gemacht hat. Als in einem seiner früheren Einsatzgebiete ein neuer Krieg auszubrechen droht, wollen seine Special Circumstances Kontaktpersonen Sma und Skaffen-Amitskaw ihn wieder einsetzen. Aber zuerst müssen sie ihn finden.


    Die Geschichte ist so aufgebaut, dass in Kapiteln mit englischen Zahlen die oben beschriebene Handlung beschrieben wird. Zusätzlich gibt es noch Kapitel mit römischen Zahlen, die bei XIII beginnen und Zakalwe´s Vorgeschichte rückwärts erzählen. Es gibt auch einen zweiten Prolog am Ende nach dem Epilog, den ich fast verpasst hätte, da ich dachte, es währe Werbung für ein anderes Buch.


    Das Buch hat mir nicht ganz so gut gefallen wie Player of Games. Es startet ziemlich ziemlich gut, der mittlere Teil fühlt sich dann etwas lang an, es ist sehr schade, dass Sma und Skaffen-Amitskaw kaum noch vorkommen und ich hatte das Gefühl, dass Zakalwe in den Rückblicken besser funktioniert hat. Auch manche der Rückblicke waren ziemlich lang, ihr einziger Sinn schien aber zu sein, dass bestimmte Worte vorkommen, deren Bedeutung man aber erst viel später erfährt.

    Gegen Ende legt das Buch wieder zu und dann kommt da dieser Twist am Schluss. OH GOTT, WAS HAB ICH DA DIE GANZE ZEIT GELESEN? Das ist so krank und wird immer schlimmer, je mehr ich drüber nachdenke. Mal sehen wie lange mich das noch verfolgt. Ich hab im Internet gelesen, dass man das Buch beim zweiten lesen besser findet und versteht, wenn man den Twist kennt, kann gut sein, aber will ich das? Eben weil ich den Twist kenne.


    Mir sind beim lesen noch andere Sachen eingefallen die ich schreiben könnte, aber nach dem Ende fühlt sich das Alles nicht mehr wichtig und unpassend an, deshalb gibt's auch kein Zitat am Anfang.


    Threepwood Ich hab letzthin eine positive Kritik zu Consider Phlebas auf goodreads gelesen, die ungefähr das gleiche gesagt hat, also das Space Opera einen ganz schlechten Ruf hatte bevor Banks gekommen ist und wie neu die Culture-Idee war. Er meinte auch, Banks hatte in einem Interview mal gesagt, es stört ihn, dass galaktische Imperien immer faschistische Militaristen sind.

    Ich will das Buch schon lesen, ich dachte nur ein anderer Einstieg ist vielleicht sicherer um zu sehen, ob mir Banks überhaupt gefällt.

    Ich hab schon ein paar mal gelesen, dass Leute die Minds nicht sympathisch finden "können" weil sie keine Menschen sind, oder Beschwerden darüber, dass sich im Lauf der Bücher der Fokus anscheinend immer mehr zu denen verschiebt. Ich freu mich drauf.

  • A Time of Blood - John Gwynne


    Quote

    ‘I’ve never used a shield,’ Drem said. ‘I’ll teach you when we get back to Dun Seren.’ We both know that’s not going to happen. Drem resisted the urge to say it out loud, knew that it would not be the most encouraging thing right now.


    Drem, Cullen und Keld fliehen Richtung Dun Seren um den Order of the Bright Star zu warnen und werden dabei von Fritha verfolgt, während Gulla seine Armee aufstellt.

    Riv muss gemeinsame Sache mit Kol machen, um sich selbst und ihre Freunde zu retten.


    Während A Time of Dread an Malice erinnert hat, erinnert dieses jetzt logischerweise an Valour.

    Es gibt Fritha als neuen bösen POV, allerdings hat sie gute Gründe böse zu sein, die man langsam erfährt, auch wenn die ihre Taten natürlich nicht besser machen. Es ist aber ironisch, dass die selbe Person für ihren Werdegang verantwortlich ist, die auch von einige Charaktere auf der guten Seite gehasst wird. Da stellt sich die Frage, wer der eigentliche "Oberbösewicht" ist.

    Bleda hat etwas mehr zu tun, wirkt aber immernoch wie ein Anhang in Riv´s Geschichte.


    Das Buch ist 10 Seiten länger als sein Vorgänger und damit immernoch etwas kurz. Ich hab mal gehört, es ist das größte Kompliment zu sagen, dass man wünscht, etwas währe länger gewesen.

    Das Buch ist auch wieder "friedlicher", wenn auch mit höherem Tempo in der ersten Hälfte, in der Mitte gibt es dann eine Ruhepause in der sich auch um Charaktere gekümmert wird, die bisher ehr angeteasert wurden. Am Ende gibt es dann großen Krawall, auch wenn die finale Schlacht in diesem Buch nicht zuende erzählt wird. Es hat einen Endpunkt und es ist klar wie die Schlacht ausgeht, also kein richtiger Cliffhanger, aber die geht bestimmt im nächsten Buch noch weiter.

    Es gibt auch mehr sprechende Vögel, sprechende Vögel sind immer gut. Und es kommt mehr Magie vor, besonders mehr düstere, aber die Reihe heißt ja auch Of Blood and Bone. Die Revenants sind quasi ein Mix aus Zombie und Vampir.

    Am Ende bringt Gwynne etwas mit seinem bisherigen Schema. Er führt aber auch ein Element ein von dem ich nicht so ein Fan bin (das gibt´s auch in anderen Geschichten).


    Was etwas merkwürdig ist, ist dass Drem ja Autist ist, ihm das aber niemand übel nimmt und alle immer nur positives in ihm sehen. Ok, da Drem auf seinem Sohn basiert schreibt Gwynne wahrscheinlich aus seiner Perspektive, aber das ist leider nicht, wie das in Wirklichkeit abläuft, auch wenn man bedenkt, wie fiel Mobbing und Diskriminierung er in der ersten Reihe eingebaut hat.



    A Time of Courage - John Gwynne


    Quote

    How have I come to be here, standing before a horde of snarling creatures who want to kill me? I don’t even like crowds. He fought the urge to be sick. I hate battles.

    Quote

    DEATH TO OUR ENEMIES!


    Auf dem Cover ist eine Axt mit Runen, die laut Gwynne "The final Battle" bedeuten. Ich denke das reicht als Inhaltsangabe.


    Das Buch ist mit fast 700 Seiten ungefähr so lang wie die der Vorgängerreihe. Das führt aber dazu, dass es sich so anfühlt, als währe es inhaltlich die Hälfte der neuen Reihe. Das Buch hat allerdings auch die Aufgabe die gesamte Bannished Lands Geschichte abzuschließen.

    Ähnlich wie Wrath ist das Buch wahnsinnig actionlastig, aber Gwynne schafft es wieder die Action so zu schreiben, dass es nie langweilig wird.

    Gerade in der finalen Schlacht merkt man auch, dass Gwynne Herr der Ringe Fan ist, ein paar Szenen könnten fast aus den Filmen stammen. Eine Szene ist auch quasi ein Boss-Kampf aus einem Computerspiel, auch wenn es eine Erklärung dafür gibt, dass der Gegner so schwer zu töten ist.

    Die "Leit-Revenants" sind dumm, also richtig richtig dumm.

    Es sterben auch wieder einige Charaktere, bei manchen sieht man es kommen, bei anderen nicht und ein paar, bei denen ich dachte sie würden die Geschichte nicht überleben, tun es doch.

    Obwohl das das Ende sein soll und Gwynne schon an einer Reihe in einer neuen Welt arbeitet, hält er sich am Ende doch eine winzige Tür für eine mögliche Fortsetzung auf.


    Irgendwie heißt es immer, dass die meisten (Fantasie) Reihen das Ende versauen. Bei den Reihen die ich bisher gelesen habe überwiegen glaub ich die Enden die mir gefallen haben.

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