Neue Buchgedanken

  • (Und auf unseren Forentreffen wird vermutlich mehr über Glen Cook gesprochen, als sonst das ganze Jahr in ganz Deutschland. ;))

    :floet: ;)


    Ich gebe gerne zu, dass meine Lesezeit zu Gunsten von Streaming runtergegangen ist: aus genau dem Grund: es ist nach dem Arbeitstag und dann den Kindern einfacher sich auf dem Sofa berieseln zu lassen. :nixweiss: ist einfach so.

    Was dagegen die angekündigten (und laufenden) Serien angeht: wenn's Fantasy ist, les ich normalerweise das Buch vorher! ;)

    If you fuck the bad guy, remember the bad guy's gonna fuck you back! (Caine)


    Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen. - George Bernhard Shaw


    Michael Moorcock - Mutter London

  • Da ich mich nun wieder heil in den Landen befinde, wage ich es einfach mal, meine zwei zuvor geschrieben Reviews einzustellen :) natürlich soll sich die Diskussion dadurch nicht unterbochen fühlen ;)


    Brian McClellan - Sins of Empire


    Sins of Empire spielt ca. 10 Jahre nach der Powder Mage Trilogie im fernen Land Fatrasta, einem Hexenkessel, der vor Spannung zwischen Kressians/Fatrastanern und den einheimischen Palo fast überzulaufen droht. Unterdrückung, Eroberung und Labor Camps sind nur einige Werkzeuge, die die Herrscherin Lindet nutzt um das Land zu "heilen". Aber jenseits der sichtbaren Konflikte scheint es noch eine andere, subtilere Bedrohung zu geben, die Fatrasta regelrecht erschüttern könnte.


    Wohlwissend um McClellans Stärken und Schwächen aus der ersten Trilogie, den zusätzlichen Hintergrundinfos, die man so über die diversen Kurzgeschichten erhält, war ich hoher Erwartung, dass McClellan hier ein spannendes, atmosphärisches Spektakel liefert- leider kam es doch etwas anders. Ich habe versucht mich von so vielen Meinungen wie möglich fern zu halten, bevor ich das Buch selbst beendet habe und im Nachgang lese ich nun, dass McClellan findet, dass das seine bis dato beste Leistung war. Ich bin leider anderer Meinung. Sins of Empire war für mich sein bislang schwächste Roman - und das aus diversen Gründen:


    Wo die Powder Mage Trilogie hier und da noch etwas zu rasant war, ist Sins of Empire recht langsam. An sich kein Problem. Dennoch hatte ich das Gefühl, als wären bei Sins of Empire 95% tell und 5% show. Es wird eine extrem geladene Situation der Stadt Landfall angeteast. Diverse Kulturen, Unterdrücker und Unterdrückte, eine komplett abgeschottete, Insektennest-artige Unterstadt, in der man sich als Nicht-Palo gar nicht reintrauen sollte, da man sich sofort verirrt und wohl getötet wird. Ein Set-Up, was immens viel Spannung erzeugen kann, doch bis auf die Andeutungen darauf, spiegelt sich das in der eigentlichen Handlung fast gar nicht wieder. Eine Stadt am Rande der Revolution, angefeuert von einer Untergrundbewegung "The Red Hand", muss gefährlicher sein. Die Personen müssen sich unsicherer fühlen und agieren und das nicht nur erwähnen. Für mich gab es hier viel Potential, diesen Hexenkessel als starke Location zu nutzen, was McClellan nicht tut.


    Wie schon in der Powder Mage Trilogie, verlassen die Akteure auch hier kaum die Grenzen der Stadt - kein Problem, aber wo ich bei der PM-Trilogie noch einiges an Historie und Mythologie über die Götter etc. erfahren habe, wirkt dieser Band kondensiert auf sehr wenige fantastische Elemente. Hätte ich diese Trilogie zuerst gelesen, zumindest den Einstiegsband, dann wäre mir von Powder Mages und dem Magiesystem bis zum Ende kaum etwas über den Weg gelaufen. McClellan sagt es zwar anders, aber für mich baut diese Trilogie schon auf vorhandenem Wissen auf.


    Was mich am meisten gepackt hat, waren nicht unbedingt die Spannungen innerhalb Landfalls, sondern die mysteriösen Dragonmen aus dem abgeschotteten, in sich gekehrten Dynize Empire und deren mysteriöses, unerklärliches neues Auftauchen im Rest der Welt. Leider spielt auch der Plotpoint bis zum Ende nur eine kleine Nebenrolle.


    Somit passiert zwar einiges über die ersten 500 Seiten, doch nach Beenden der Lektüre erscheint es stark wie ein bloßes Einführen der Pro- und Antagonisten, wobei die eigentliche Handlung der Trilogie, erst richtig am Ende aufgegriffen wird. Somit stellt sich auch ein gewisser Abstand zu Handlung ein, im Sinne von "es passiert was, aber irgendwie wirkt es ... irrelevant? Mir fiel es schwer einen Finger drauf zu legen, was genau das bei mir ausgelöst hat, bis mir dann am Ende wirklich klar wurde, die diversen Plotpoints und Twists, waren eher (teils irrlevantes) Set-Up für die eigentliche Handlung die in Band 2 wohl erst einsetzt.


    Ein weiterer Punkt, der mich in der Meinung bekräftigt, dass die erste Trilogie (bislang) wesentlich stärker ist, als Sins of Empire die zweite vermuten lässt, sind die Charaktere.


    Es gibt wieder 3 Haupt-PoV's (wer Powder Mage noch nicht gelesen hat, darf hier gerne überspringen):


    Also alles in allem Charaktere, die als Nebencharakter funktionieren, bzw. zuvor funktioniert haben, als Hauptcharakter aber nicht unbedingt, aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Story in großen Teilen bislang schwächer ist.


    Was mich dann auch zum generellen Kritikpunkt bringt, dass Sins of Empire einfach nicht den Wumms hat, wie noch die erste Trilogie. Die meisten Auseinandersetzungen sind auf maximal 1 Seite abgehandelt und das eher weniger gut wie noch in der ersten Trilogie, in der ich fand, dass genau das McClellans Stärke war.


    Und auch das Magische dieser Welt tritt stark in den Hintergrund, hier hat McClellan in der ersten Trilogie einen besseren Job gemacht. Die Story ist dünner, die Charaktere haben weniger mit dem sie arbeiten können und auch Magie, Worldbuilding und Mythologie treten einen Schritt zurück. Sie wirkt unausgeglichener, besonders da viele Plotpoints und Charaktere zu schnelle Auflösung erfahren. Der Fokus mehr auf Charaktere und die Stadt kommt für mich nicht ganz rüber. Man merkt, dass McClellan die Action stark zurückschraubt, was kein Problem wäre, wenn die Charaktere und die Story das ausgleichen, aber das hat bei mir nicht funktioniert.


    Die letzten 100 Seiten ziehen das Tempo wieder an, jedoch im Vergleich zu Powder Mage unübersichtlicher. Allerdings wurde hier nun das große Ganze sichtbar, es scheint erkennbar wohin die Reise in Band 2 und 3 gehen wird und lenkt die Geschichte in eine bessere Bahn. Diverse Hintergrundmysterien erlangen mehr Fokus und Screentime und das macht es wesentlich besser.


    Das mag nun alles sehr negativ klingen, was wohl durch den enttäuschenden Vergleich zur ersten Trilogie auch sein mag, allerdings liest sich das Buch dennoch gut. McClellans Stil ist sehr eingänglich und treibt einen dazu immer noch ein Kapitel zu lesen. Der langsame Einstieg in die 3 Plotpoints der Charaktere ist interessant und gut, nur nach einer gewissen Zeit stellt sich etwas Ernüchterung ein, weil es einfach nicht abheben will. Dennoch gibt es viel Potential und auch meine Vorfreude auf Band 2 ist kaum getrübt, da ich gerne in der Welt bin und das Gefühl habe, mit dem Fokuswechsel in den letzten 100 Seiten, nun in die richtige Bahn geworfen worden zu sein.


    Ich weiß nicht, wie ich den Band finden würde, ohne die erste Trilogie zu kennen. Der ein oder andere Twist (ob man ihn kommen sieht oder nicht), hätte überhaupt keinen Impact und auch das Flintlock-Setting würde wohl sehr ungenutzt wirken. Würde ich es besser oder schlechter finden? Keine Ahnung. Aber alles in allem ist das Buch solide, jedoch weit entfernt von der Qualität der ersten Trilogie oder gar des allerersten Bandes, der für mich immer noch der mit Abstand stärkste ist.


    Mehr als 6,5/10 kann ich nicht geben. Dennoch freue ich mich auf Band 2 und bin gespannt wie es weiter geht.

    Mit Schirm, Charme und McClane


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    And now the page before us blurs.

    An age is done. The book must close.

    We are abandoned to history.

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    of the Fallen. See through the drifting smoke

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    payment of our deeds, all soon to be

    forgotten.

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    Remember us

  • Und gleich hinterher:


    Brian McClellan - Wrath of Empire


    Obwohl Sins of Empire mich ein wenig enttäuscht hat, im Vergleich zur ersten Trilogie hab ich mich dennoch gefreut nicht viel später in den Nachfolger einzusteigen. Und der hat mir definitiv auch wieder besser gefallen - einige Schwächen des ersten Bandes gibt es auch hier wieder, ein paar andere wurden beseitigt. Insgesamt aber der klar bessere Band.


    Wrath of Empire setzt kurz nach Band 1 an. 3 Wochen um genau zu sein und die Folgen vom Ende des Einstiegsbandes wirken sich noch stark aus. Wer in Band 1 noch in seiner Aufgabe die Oberhand zu haben scheinte, ist nun z.T. stark in der Defensive. Zum Plot selbst will ich eigentlich im Detail nichts sagen, da es diverse Ereignisse aus Band 1 extrem spoilern würde, was ich vermeiden will. So viel sei gesagt, an den Haupt-PoVs ändert sich nichts. (Charaktere wieder in Spoiler-Tags, nur für den Fall ;) )



    Im Großen und Ganzen habe ich immer noch das Gefühl, dass McClellan die Magie der Welt im Vergleich zu der ersten Trilogie stark zurückgefahren hat. Die Blutmagie bekommt etwas mehr Fokus, dafür war immer noch kein Privileged tatsächlich im Einsatz und auch der Nutzen des Schwarzpulvers wird zu 90% für Sehverstärkung genutzt. Etwas schade, da mir die dynamischen Kämpfe und Auseinandersetzungen dieser Parteien in der ersten Trilogie gut gefallen haben.


    In den letzten Kapiteln haut McClellan dann doch mal endlich auf den Putz, wenn auch zu kurz, mit dem Großteil des Geschehens im Off zwischen Kapiteln, doch was er darbietet ist ein Blick in seine alte Stärke, von der ich hoffe in Band 3 mehr zu sehen.


    Allerdings werden zwei Probleme mit einer jeweils sehr "angenehmen" Lösung geklärt, was bei mir immer sauer aufstößt. Eine Art Deus Ex Machina und ein wiedermals zu schneller Einstellungswechsel eines Charakters, der nicht ganz passt.


    Wer sich in der ersten Trilogie aber besonders an dem Mysterium eines besonderen Charakters interessiert hatte, wird in dieser Reihe sicher auf seine Kosten kommen.


    Wie auch bei allen anderen Büchern von McClellan liest sich das ganze wieder einfach und flott. McClellan hat einen sehr simplen, gut lesbaren Stil, der darauf getrimmt ist das wichtigste zu transportieren und nicht unnötig auszuschmücken. Viele Autoren scheitern an dem Versuch besonders versiert und blumig zu schreiben, was aber nicht alle können. McClellan ist da eher prägnant und zielgerichtet. Wie also auch schon in der ersten Trilogie stehen Plot und Charaktere im Fokus, nur dass beide Aspekte immer noch etwas schwächer sind als in der Powder Mage Trilogie (zumindest für mich).


    Also alles in allem eine klare Steigerung zu Band 1 und kratzt auch schon an meiner Wertung von Autumn Republic, aber kann es aufgrund der dann doch schwächeren Charaktere nicht ganz erreichen.


    7/10 (mit Tendenz zu 7,5).


    Band 3 kann also nicht früh genug kommen. Geht der Trend weiter, schließt diese Trilogie auf einem klaren Hoch ab.

    Mit Schirm, Charme und McClane


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  • @ McClane:


    Das hier ist der Buchgedanken-Thread, da gehören Buchgedanken rein. Dass hier gelegentlich auch mal wild kreuz und quer diskutiert wird, hat u.a. damit zu tun, dass wir es auf Forumos noch nie sonderlich mit der Thread-Disziplin hatten (ist mir ehrlich gesagt auch viel lieber als ständig reingrätschende, rüffelnde Mods). :biggrin2: Aber dennoch ist dieser Thread in erster Linie für die Buchgedanken da. Wenn wir Lust haben, werden wir einfach weiterdiskutieren - und wenn die Diskussion dann doch zu lang oder zu interessant oder whatever wird, wird sie eben in einen eigenen Thread ausgelagert. So what ... :nixweiss:


    Danke übrigens für deine Einschätzung der neuen McClelland-Bände. Ich weiß immer noch nicht so recht, ob ich die erste weiterlesen soll oder nicht. (Das alte Problem: so much to read, so little time ...)

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Klaro - ich bin ja auch froh, wenn hier wieder mehr diskutiert wird - im schlimmsten Fall wird der Stapel zu kaufender Bücher einfach größer, wie bei herb :D


    Ich würde schon sagen, beende die erste Trilogie, ich weiß jetzt gerade nicht aus dem FF, wie weit du bist, bzw. ob du nur den ersten Band kennst, aber vielen hat das Tempo und die Geschichte ab Band zwei noch einen Ticken besser gefallen (wenn auch ich wohl als einziger Band 1 am besten fand). Je nachdem wie dir das gefallen hat, kannst du auf die zweite dann verzichten oder doch irgendwann mal anhängen, groß neuerfinden tut er sich ja, wie angesprochen nicht.


    Wie ich gelesen habe, hat McClellan nun eine neue Trilogie in der Feder, die allerdings in einer neuen Welt spielt, also aktuell kein Ausblick auf Endlosreihe, mit der man nie fertig werden würde.


    Aber in der Tat, jetzt wo schon fast Weihnachten vor der Tür steht müssen auch wieder schwere Entscheidungen im Sinne der Bücherkäufe getätigt werden:naegel:

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  • Sins of Empire - Brian McClellan


    Quote

    "You´re mad."

    Styke took Celine´s tiny Hand in his and turned to leave, throwing a crooked grin over his shoulder.

    "That´s what they say."


    Seit dem Unabhängigkeitskrieg gegen die Kez wird Fatrasta von der tyrannischen Lady Chancellor und ihrer Geheimpolizei, den Blackhats, regiert und unterdrückt. Ganz besonders die Einheimischen Palo, die mal mehr mal weniger offen rebellieren.


    Das Buch hat gewaltige Paralellen mit Promise of Blood. Adro war Frankreich, Fatrasta ist jetzt Amerika. Die Handlung spielt größtenteils in einer Stadt, die 3 Hauptpersonen haben gewisse ähnlichkeiten und es ist noch relativ wenig militärisch. Und der Titel kommt im Buch vor.


    Ich weiß, viele Leute mochten Vlora in der Powdermage Trilogie nicht, ich hatte da keine wirkliche Meinung zu ihr. Das hat sich hier nicht geändert, sie ist halt da, stöhrt aber auch nicht.


    Michel Bravis ist ehr merkwürdig drauf, er redet laut in mehreren Stimmen mit sich selbst. Seine Handlung dreht sich in der Mitte des Buchs auch quasie komplett. Aber ich mag ihn.


    Und "Mad" Ben Styke, ein Charakter der so awesome ist, dass ich grob ein Dutzend Stellen von ihm als Anfangszitat hätte nehmen können. Aber er ist nicht nur hart drauf, sondern versucht sich auch als Ersatzvater. Aber es wirkt gegen Ende schon etwas übertrieben was er so alles umbringt und wegsteckt. Ich glaube, Styke ist auf dem besten Weg mein Lieblingscharakter von McClellan zu werden.


    Das Tempo ist wie bei Promise of Blood ehr langsam und es gibt eine Handvoll kleine Actionszenen und nur eine große Schlacht am Ende. Die ist dann aber die längste Schlacht die McClellan bisher beschrieben hat.

    Magische Kräfte kommen im Großteil des Buchs auch nur sparsam zum Einsatz, ok, man hat hier auch nur einen magisch begabten POV-Charakter. Erst in der Schlacht gibt es dann ein ziemliches Feuerwerk.

    Die Kez hatten ihre Wardens, die neuen Feinde haben die Dragonmen, die zwar groß angekündigt werden und auch reguläre Soldaten schnetzeln können, aber, wenn sie auf Gegner mit Namen treffen, ähnlich wie Wardens, keine allzugute Figur machen.

    Positiv war aber, dass die feindlichen Soldaten, ganz im Gegensatz zu den Kez, ihre Musketen auch zum schießen benutzen und nicht nur als Speere.

    Ein paar Probleme lösen sich gegen Ende aber quasi von selbst.

  • Und "Mad" Ben Styke, ein Charakter der so awesome ist, dass ich grob ein Dutzend Stellen von ihm als Anfangszitat hätte nehmen können. Aber er ist nicht nur hart drauf, sondern versucht sich auch als Ersatzvater. Aber es wirkt gegen Ende schon etwas übertrieben was er so alles umbringt und wegsteckt. Ich glaube, Styke ist auf dem besten Weg mein Lieblingscharakter von McClellan zu werden.

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  • Keith Baker- City of Towers: The Dreaming Dark


    Ein Soldat, ein Heiler, eine Magierin und eine Art Golem aus Leder und Metall (Warforged) gehören zu den wenigen Überlebenden des sogenannten Mourning. Ein apokalyptisches Ereignis, das während eines großen Krieges eintrat und ein komplettes Land vernichtet hat. Die vier Gefährten kommen völlig mittellos als Kriegsflüchtlinge nach Sharn, der Stadt der Türme, wo sie versuchen, sich eine neue Existenz aufzubauen. Um sich ihre bescheidene Unterkunft überhaupt leisten zu können, begeben sie sich im Auftrag der zwielichtigen und gefährlichen Gnomin auf die Suche nach verschollenen Dragon Shards - magische Gegenstände, die einem viel Macht verleihen könne - und geraten dabei in allerlei Abenteuer mit Schurken und phantastischen Wesen.


    Klassische Rollenspielfantasy in der Welt von Dungeons & Dragons. Der Roman von Baker hat damals die von ihm selbst entworfene Kampagne um die Welt Ebberon eingeführt. Dabei begeht er aber nicht den Fehler, uns mit Infodumping zu erschlagen, sondern führt langsam, Stück für Stück in die Welt ein, die wir uns selbst ergründen müssen. Das läuft alles sehr nach Rollenspielprinzip ab: Die Helden bekommen ein Quest, begeben sich auf den Weg, Schurken stellen sich ihnen in den Weg und es kommt zum Kampf. Trotzdem wirkt das alles nicht generisch, sondern wie eine gut erzählte Geschichte aus einem Guss. Sharn ist eine faszinierende Stadt mit Aufzügen und in der Luft befindlichen Ebenen zwischen den Türmen, die reichhaltig von den vielfältigsten Fabelwesen bevölkert ist.


    Das hat mir auch so gut an dem Buch gefallen. Schon seit Abercrombie und Lynch zu Beginn der 2000er setzt sich in der englischsprachigen Fantasy der Trend zum magischen Minimalismus immer weiter durch. Sprich Magie und nicht-menschliche Wesen werden nur sehr stark dosiert eingesetzt, wodurch man sich einen vermeintlichen Realismus verspricht, der an historische Romane erinnert. Bei Keith Baker sprüht es nur so vor Magie und Fabelwesen. An jeder Ecke wird gezaubert, und viel diverser könnte eine Bevölkerung nicht aufgestellt sein. Einzig kleiner Störfaktor sind die Bezüge zu Mythen aus unserer Welt, wie der Sphinx oder der Medusa (was vermutlich dem D&D-Hintergrund geschuldet ist.


    Mir hat es richtig Spaß gemacht mit den vier Gefährten Abenteuer auf, über und unter den Straßen Sharns zu erleben. Das ist wenig innovativ oder originell, aber ich hatte ja auch Lust auf klassische Rollenspielfantasy, die ich hier in sehr stimmiger und nicht zu generischer Form erhalten habe.


    Ist auf Deutsch unter Die Stadt der Türme: Die träumende Finsternis 1 in der Übersetzung von Daniel Schumacher bei Feder und Schwert erschienen

  • Habe nun das Deutsche Bahn Buch fertig gelesen. Muss sagen, zum Teil sind echt abgefahrene Stories dabei (no pun intended).


    Insgesamt okay, wobei ich mir mehr lustigere Geschichten gewünscht hätte. Teilweise doch etwas "standard", aber vielleicht hat man schon zu viel erlebt.


    Aber durchaus sehr unterhaltsam das Buch.


    Ihr dürft euch dann im September drum streiten -;)

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  • :kicher: klingt vielversprechend! :D

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    Michael Moorcock - Mutter London

  • Viel später als wohl die meisten Fantasyleser habe ich "A Knight of the Seven Kingdoms" gelesen. Dazu muss man glaube ich gar nicht mehr viel schreiben, ausser, dass es wirklich gute Unterhaltung mit einem ungewöhnlichen Duo ist. Es hat mir sehr viel Spass gemacht. Was das Lesen noch schöner gemacht hat, waren die tollen Illustrationen von Gary Gianni. Ich hätte niemals erwartet, so viele schöne, passende Illustrationen in diesem Buch vorzufinden. Für den Preis von wenigen Euros also eine sehr lohnenswerte Investition ;)

  • Scott Hawkins - Library at Mount Char


    Da sich "Blood of Empire" etwas verspätet hat, habe ich Library at Mount Char doch nochmal ein wenig früher gelesen als geplant. Ich habe kurz überlegt, wie ich am besten in ein Review zu diesem Buch einsteige und am Ende habe ich mich für ein Zitat entschieden, das das gesamte Buch gut zusammenfasst und meine Gedanken während des Lesens, ganz gut beschreibt:


    Quote


    He was a white guy, tall and muscular, a "healthy specimen" as they had said back in the day. Erwin's first thought was that the guy had done himself up in red body paint like one of those tribes in Colombia. No. Not bodypaint. Blood. He was covered in blood from head to toe. Here and there bits of meat were stuck to him as well. A couple of feet of someone's small intestine dangled from his shoulder.
    The big guy was spinning a pyramid-shaped weight on the end of a long chain. On the other end of the chain was a machete-sized knife mounted on a yellow metal shaft. Is that bronze? Also - what the fuck? At first Erwin refused to believe what his eyes were telling him, but the guy was, in fact, wearing a tutu. Hmm Erwin thought. There is something you don't see everyday!

    Joa. Ich glaube ich muss nicht extra erwähnen, dass das Buch ein wenig gewalttätig und völlig durhgeknallt ist, aber das war das, woran ich die meiste Zeit denken musste.


    Scott Hawkins erschafft eine Welt mit völlig eigenen Regeln. Definitiv out-of-the-box und mal endlich etwas ganz Anderes, als das, was man sonst so gewohnt ist. Herkömmliche Regeln spielen hier keine Rolle, geistige Gesundheit wurde lange begraben und wer besonderer Tier- oder Kinderliebhaber ist, sollte das Buch vielleicht nicht in die Hand nehmen - Scott Hawkins bricht einige "Tabus", die zum Teil sogar recht ausführlich beschrieben werden. Aber irgendwo ist es dann doch unterhaltsam (was sagt das nun über den Leser aus?)


    Zur Story will ich eigentlich nicht viel sagen: Carolyn ist eines von einem Dutzend Kinder, dass unter der Fürsorge von "Father" isoliert vom Rest der Welt aufwächst und, wie ihre Brüder und Schwestern, eine ganz besondere (Auf)Gabe hat, die sie in Form von schulartigen Lektionen und Lektüren perfektionieren soll. Als "Father" eines Tages verschwindet, steht deren Welt Kopf, besonders, da "Father" wohl den ein oder anderen gefährlichen Feind hat, der sich die Situation zu Nutze machen will.


    Die Geschichte hat diverse PoVs, doch der Hauptcharakter und eigentliche Protagonist ist Carolyn, die, schräg und weltfremd wie sie ist, doch noch am ehesten Normalität in die Geschichte bringt. Eine Geschichte, die zwischen Folter, Mord und Wiedergeburt hin und her springt, sowie Unterhaltungen mit Löwen an die Tagesordnung stellt.


    Wenn auch die Prämisse anfangs interessant war, muss ich sagen, war die erste Hälfte für mich auch genau das: interessant. Abgedreht und neu, ja, aber erstmal nur interessant. Kein Pageturner für mich. Besonders, da ich finde, die ein oder andere Rückblende war etwas repetitiv. Die zweite Hälfte lässt dann sämtliche Hemmungen fallen, Hawkins baut den ein oder anderen Twist ein, den ich nicht habe kommen sehen und das Ende ist genau das, was diese Geschichte braucht.


    Kein Buch, das ich jedem empfehlen würde, aber wenn einen die obengenannten Punkte nicht abschrecken durchaus eine Leseprobe wert.


    Alles in allem ein ... interessanter (da ist da Wort wieder) Exkurs in einen abgedrehten Bereich der Fantasy - nicht ganz so besinnlich, wie es in die Weihnachtszeit passen würde, aber definitiv ein Buch, das in Erinnerung bleibt. Hat Spaß gemacht - jetzt aber auf zu Blood of Empire und dem somit letzten Buch dieses Jahr (ich glaube 42 gelesene Bücher ist sogar ein persönlicher Rekord O_O).


    7/10

    Mit Schirm, Charme und McClane


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  • Diese Zusammenfassung ist sehr treffend! "Durchgeknallt" ist absolut passend! :D

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  • Wrath of Empire - Brian McClellan


    Michel Bravis ist im besetzten Landfall und muss die Dynize unterwandern um seinen Auftrag zu erfüllen, womit er allen die Show stielt. Es ist eindeutig der spannendste Handlungsstrang und man erfährt auch mehr über die Dynize, die nicht alle Böse sind.


    Mad Ben Styke setzt sich viel mit sich selbst, seinen Taten und seiner Vergangenheit auseinander. Außerdem erfährt man mehr über Ka-Poel´s Geschichte. Ansonsten wird nur ein bisschen in der Gegend herumgeritten und es gibt ein paar oberflächlich beschriebene Kämpfe und auch das Finale kommt quasie aus dem Nichts.


    Vlora ist immer noch da und verbringt den Großteil des Buchs westernmäßig in einer Goldgräberstadt, in der sie aber bis zum Ende nur im Dunkeln tappt. McClellan baut hier ein paar Charaktere aus der ersten Trilogie ein, auch einen den er dort sehr merkwürdig behandelt hat. Das Finale hier kommt auch etwas plötzlich, auch wenn klar war, dass genau das irgendwann passiert, es dauert nur merkwürdig lang bis es soweit ist.


    Ich weiß nicht so richtig, was ich zu dem Buch schreiben soll, alles (außer Michel) wirkt so nebensächlich. Vielleicht ist das ja dieses Middle-Book-Syndrom.




    Blood of Empire - Brian McClellan


    Vlora zieht mit neuen alten Verbündeten und ohne ihre Magie, dafür einer Portion Wahnsinn los, um die Dynize davon abzuhalten einen neuen Gott zu erschaffen.


    Styke´s Invasion von Dynize schlägt fehl und er wird vom Großteil seiner Männer abgeschnitten und in die Dynize-Politik verwickelt.


    Michel kehrt nach Landfall zurück, um den Palo von den Menschenopfern zu erzählen und sie zur Rebellion aufzustacheln.


    So, mit der Art wie McClellan The Autumn Republic beendet hat, war ich ja nicht ganz so zufrieden. Wobei die Vorraussetzungen hier etwas besser waren, da es keinen Nebenhandlungsstrang ohne große Verbindung zum Rest den McClellan plötzlich als viel wichtiger als der Strang mit dem man fast drei Viertel der Reihe verbracht hat.

    Für einen großen Teil des Buchs war es für mich eindeutig das Beste der Drei. Michel ist ähnlich wie im Vorgänger, Vlora ist hier besser, vielleicht weil sie jetzt einen an der Waffel hat. Nur Styke´s Strang fällt ein bisschen ab, da er bei der Politik in die er verwickelt wird nur neben dran steht und kaum jemanden umbringt, er wird also quasie zum Nebencharakter im eigenen Handlungsstrang und seine großmächtig angekündigte magische Rüstung hat er auch nur zweimal an.

    Aber das Finale fällt dann etwas schmal und wenig spektakulär aus.

    Insgesammt hat mir die erste Triloge besser gefallen, aber ich bin gespannt auf McClellan´s neue Welt und Reihe.

  • Brian McClellan - Blood of Empire


    Da sieht man mal, wie Meinungen auseinander gehen können - für mich ist Blood of Empire (um nicht lange um den heißen Brei herum zu reden) das mit Abstand schwächste Buch, das ich von McClellan bislang gelesen habe. Warum? Die Schwächen von Sins of Empire werden für mich hier noch verstärkt, die Stärken aller anderen Bände noch weiter zurückgefahren und um ganz ehrlich zu sein, rückblickend hatte die Trilogie keinen Stoff für 3 Bände.


    Zwischen Band 2 und 3 ist ein sehr kleiner Zeitsprung, sodass die Charaktere schon in gewisse Positionen gerückt wurden, um die Handlung dementsprechend schneller weiter zu führen und der Einstieg in das Buch verspricht auch viel Neues und großes Potential.


    Vlora hat immens unter den Auswirkungen vom Ende von Band 2 zu kämpfen und befindet sich in einer Situation, die für sie völlig neu und untragbar ist.


    Michel springt zurück in die Bresche und kämpft für was ihm lieb ist (in diesem Handlungsstrang gab es die kleinsten Novi) und infiltriert Landfall auf ein Neues.


    Styke invasiert Dynize mit seinem kleinen Trupp der Mad Lancers und findet sich auf einem fremden Kontinent und dessen politischen Ränkespielen wieder.


    Klingt ja alles erstmal ganz gut. Besonders Vloras Situation und Stykes neue Schauplätze haben mich interessiert und mit großer Hoffnung auf "change of pace" in den Finalband der Trilogie gehen lassen. Als sich Vlora dann allerdings in eine rachsüchtige Nörglerin verwandelt und man über hunderte von Seiten nur repetitive Nölereien mal zu Charakter X, mal zu Charakter Y und prinzipiell sonst keine merklichen Auswirkungen zu spüren sind, hat mich dann doch enttäuscht. Die Auswirkungen hatten nicht mal Einfluss auf die Handlung, auf wie sie selbst agiert oder gar, dass ihr Trupp nun in größerer Gefahr ist - alle Auseinandersetzungen finden fast ausschließlich im "Off" statt und werden nüchtern als Sieg mit X Höhe an Verlusten dargelegt. Das hätte man sich auch sparen können - Mehrwert hatte die Geschicht dadurch nicht wirklich. Die letzten...100 ? 150 ? Seiten haben das dann sogar so weit negiert, dass man sich fragt, warum McClellan das überhaupt eingebaut hat. Völlig irrelevant. Bis hierhin war Vloras Handlungsstrang auch nichts außer Armee von A nach B bewegen, politische Meetings in denen Sie jedem einfach kindlich trotzt und dann plötzlich knallts am Ende und alles ist vorbei (wie auch in allen anderen Handlungssträngen - plötzlich ist es halt vorbei).


    Zu Michel Bravis muss / kann ich eigentlich nicht viel sagen, was es nicht wirklich besser macht. Seine Handlung ist eine Mischung aus dem was man schon in Band 1 und 2 gelesen hat, nur weniger spannend. Es gibt kein Mysterium aufzudecken, sondern nur etwas zu beweisen, er befindet sich nie wirklich in großer Gefahr und die Gegenspieler sind bis knapp 100 Seiten vor Ende kaum spürbar.


    Styke...mein lieber Styke. Die Figur, auf die ich mich in dieser Trilogie am meisten gefreut hatte wird quasi in seinem eigenen Handlungsstrang völlig außer gefecht gesetzt und sitzt prinzipiell einfach nur nebendran, während andere Politik machen. Bis knapp vor Ende agiert Styke so gut wie gar nicht, sitzt versteckt bei einer "Gastfamilie" und wartet bis alles dann doch eskaliert, greift ein, basta. Da er von seinem Trupp getrennt wurde, fehlen auch die vielen kleinen Spielereien, die er in den Bänden zuvor hatte, sodass auch dieser Teil sehr in die Länge gezogen vorkommt und mit repetitiven Schritten etwas aufgeblasen wirkt. Und die anfangs erwähnte, so gefährliche Wildnis von Dynize...nun ja, die wird einfach ignoriert. Schade. Styke wurde völlig verheizt im Endeffekt und der Dynize Kontinent. Und die fremde Kultur. Und die "übermächtigen" *hust* Dragonmen.


    Wenn man sich alle 3 Handlungsstränge genau anschaut, hätte man das alles auch in 250 Seiten abhandeln können und nicht 550. Womit ich prinzipiell zum großen Kritikpunkt der Reihe komme...oder den großEN KritikpunktEN:

    - Charakterentwicklung fast 0. Von Anfang bis Ende erlebt man hier fast keine Weiterentwicklung und im Vergleich zu den Charakteren in der ersten Trilogie ziehen sie alle 3 ganz klar den Kürzeren.

    - Die Handlung ist...sehr dünn. Viele Themen verlaufen sich im Sand, vieles geht vor und zurück und fühlt sich künstlich aufgeblasen an. Für mich ist die Story dieser Trilogie keine volle Trilogie wert - vielleicht eher ein dickes 800-900 Seiten Buch oder drei sehr dünne Bücher, aber nicht die Seitenzahl, die es letztendlich bekommen hat. Wo man in der ersten Trilogie noch einen klaren Drive auf ein Endgame hin gespürt hat, dümpelt hier einfach alles so vor sich hin, bis dann plötzlich die letzte Seite gelesen ist.


    Ein anderer Punkt der an dieser Reihe, und besonders am 3. Band stört ist die Tatsache, dass der Haupt-Antagonist einfach gar keine Präsenz hat. im dritten Band taucht er lediglich im Prolog und dann nochmal im letzten Kapitel auf - sorry, das ist einfach nicht genug. Das gesamte Buch und Großteile der Trilogie fühlen sich da wie Schattenboxen an.


    Lindet, einer der großen, hassenswerten Figuren von Band 1 und 2 hat 0 Screentime, wird 3 - 4 mal erwähnt und das wars.


    Hauptmänner, Priviledged, Powder Mages Dragonmen, die z.T. als große Gefahr angeteast wurden, verschwinden hinten raus einfach und werden nicht weiter erwähnt oder kurzerhand im Nebensatz eliminiert. Die Powder Mages generell sind zwar im Namen präsent, tun aber sehr wenig. Das Buch generell ist mMn recht unspektakulär und rückt die Magie der Welt noch weiter in den Hintergrund, was schade ist, denn sie hatte ganz eigenständige Regeln, die mal was Neues waren im Fantasygenre.


    Einer der wichtigen Nebencharaktere taucht für genau 1-2 Seiten auf, rettet die Welt und verschwindet wieder.


    Und so weiter. Ich könnte jetzt lange damit verbringen, warum für mich die 2. Trilogie einfach wesentlich schwächer ist als die erste und rückwirkend fallen viele Punkte eigentlich noch negativer ins Gewicht als anfänglich bewertet aus Band 1 und 2, da man immer darauf gehofft hatte, dass gewisse Dinge einen Sinn hatten, aber dem ist nicht so.


    Gepaart mit einem Ende, das dann noch friede-freude-Eierkuchiger ist als erhofft, stößt bei mir dann doch wieder sauer auf, besonders, da es viele Stellen gab, endlich mal etwas drastisches passieren zu lassen. Da hatte McClellan viel mehr Mut in der ersten Trilogie, wenn auch da mehr drin gewesen wäre.


    Was bleibt Positives? Natürlich liest sich das Buch recht flüssig, wenn ich auch weniger Lust hatte es in die Hand zu nehmen, je länger ich gelesen habe. McClellan hat eine eingängige Schreibe, aber dennoch wird hier die dünne Story recht offenbar. Was mir gefallen hat war, dass ein paar Themen, die aus der ersten Trilogie noch offen waren abgeschlossen wurden und, so wie das Ende nun ist, es wohl keine weiteren Trilogien in dieser Welt geben wird. Es gäbe zwar noch vieeel Potential neue Kontinente zu erkunden, aber die Situation in der sich manche Charaktere befinden würde die Spannung aus einer neuen Geschichte ziemlich herausnehmen.


    Sehr enttäuschend, leider.


    5 - 5,5 / 10

    Mit Schirm, Charme und McClane


    ------

    And now the page before us blurs.

    An age is done. The book must close.

    We are abandoned to history.

    Raise high one more time the tattered standard

    of the Fallen. See through the drifting smoke

    to the dark stains upon the fabric.

    This is the blood of our lives, this is the

    payment of our deeds, all soon to be

    forgotten.

    We were never what people could be.

    We were only what we were.


    Remember us

  • @ Dassem & McClane:


    Danke für eure Einschätzung! Für mich heißt das, dass ich irgenwann mal Promise of Blood zu Ende lesen und dann entscheiden werde, ob ich mir die beiden Folgebände zulegen werde ... oder auch nicht. Ich habe damals McClellans Promise of Blood und Wexlers The Thousand Names mehr oder weniger parallel angelesen und mich weniger aus rational nachvollziehbaren Gründen, sondern eher aus Bauchgefühl dafür entschieden, den Wexler weiterzulesen und dann mit den restlichen Bänden der Shadow Campaigns weiterzumachen. Und das scheint mir immer noch die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Aber mal sehen; wie gesagt, PoB steht eh schon hier, und wenn mir mal wieder der Sinn nach Flintlock Fantasy stehen sollte und Stina Leicht bis dahin noch keinen dritten Band der Malorum Gates abgeliefert hat ... :nixweiss:

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Die Shadow Campaigns sind tatsächlich auch etwas magischer als die Powder Mage Trilogie und hat auch etwas...sagen wir mal, modernere Elemente und Konzepte. Hast du die Shadow Campaigns komplett gelesen? Band 4 war für mich da der Höhepunkt und Band 5 ebenfalls ein schwacher Abschluss, demnach finde ich die Powder Mage Trilogie in sich besser. Sollte McClellans 2. Trilogie wirklich der finale Abschluss dieser Welt sein, enden allerdings beide für mich auf einem Tief, besonders da in der 2. Trilogie bei BM der "Flintlock"-Aspekt stärker in den Hintergrund rückt.


    Solltest du also dazu kommen PoB zu lesen, bin ich auf deine Einschätzung gespannt ;)

    Mit Schirm, Charme und McClane


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    We were only what we were.


    Remember us

  • Eingedenk eurer nicht so begeisterten Reaktion auf den letzten Band der Shadow Campaigns habe ich den bislang vor mir hergeschoben, aber im Laufe des nächsten Jahres werde ich ihn sicher lesen (da ich eh ein paar Zyklen endgültig abhaken - im Sinne von entweder fertig lesen oder definitv abbrechen - will). Und ich werde dann auch kurz kundtun, was ich von dem Band halte.


    PoB hat trotzdem keine sonderlich große Pirorität, aber das kann sich auch jederzeit ändern.

    Beware the stories you read or tell; subtly, at night, beneath the waters of consciousness, they are altering your world. (Ben Okri)

  • Maike Claußnitzer, „Die Teeräuber“


    Ich will nicht zu viel über den Inhalt verraten, weil ich nämlich, das versteht sich, auch ganz schamlos Werbung machen möchte für dieses Buch -;).


    Die Haupthandlung der Geschichte dreht sich um Herrad, mittlerweile Richterin des Hochgerichts, ihren – inzwischen – Ehemann Wulfila und dessen Jugendfreund Ardeija, Hauptmann von Herrads Gerichtswachen. Zu Beginn sind sie damit beschäftigt, seltsamen Machenschaften rund um einen sehr missglückten Teeraub und -schmuggel auf den Grund zu gehen, doch die ganze Angelegenheit wird immer mysteriöser. Sobald klar wird, dass alte und höchst unliebsame Bekannte von Wulfila und seinem Vater Wulf ihre Finger mit im Spiel haben, entpuppt sich der Teeraub als Nebensache, denn bald geht es um einen versuchten Fürstenmord, einen Totgeglaubten, der unverhofft zurückkehrt, nie beigelegte Feindseligkeiten … und sehr reale Bocksdämonen, die sogar tapfere Hochgerichtswachen das Fürchten lehren.


    „Die Teeräuber“ ist eine weitere spannende, ein bisschen unheimliche und dabei auch urkomische und zu Herzen gehende Geschichte aus der Welt rund um Aquae Calicis, sie schließt sich an „Tricontium“ an und bindet auch Figuren aus dem „Rattenlied“ ein – allen voran in einer Nebenrolle den vom Pech verfolgten Sänger Audoin und besonders Ratte, die ihre Fähigkeiten, Dinge herauszufinden, die verborgen bleiben sollten, wieder vollauf unter Beweis stellen darf. Diesmal hat sie jedoch Konkurrenz diesbezüglich, und zwar einen, der sich schon mit der ersten Szene zu meinen absoluten Lieblingsfiguren gesellt hat: Ivar, den Spitzel der Vögtin, dessen sehr treffender und herrlich boshafter Sinn für Gerechtigkeit und Vergeltung einen mehr als einmal zufrieden grinsen lässt, sorgt doch vor allem er dafür, dass der tugendlose Bösewicht dieser Geschichte eine verdiente Strafe erhält, noch ehe die Richterin ihn zu fassen bekommt (worüber besagter Bösewicht dann wahrscheinlich sogar sehr froh ist).


    Es ist eine Erzählung von unerschütterlichen wie auch zerrütteten Familienbanden, von finsteren Intrigen, von alles überstehender Freundschaft und von einer selbst den Tod überdauernden Liebe aus längst vergangenen Zeiten. Und von Gespenstern, u.a. dem Geist des einstigen römischen Statthalters Laetus und dem wirklich sehr, sehr beeindruckenden Tigerkhan, den man nun endlich so richtig zu „sehen“ bekommt. Und während Herrad mit der Geisterwelt mühelos zurechtkommt, hält sie nun auch für Ardeija einige Überraschungen bereit.

    Die Handlung spielt in Aquae selbst und diesmal vor allem auch in den Hügeln und Länderein rund um die Stadt, welche von eigensinnigen Leuten und allerhand Spukgestalten bevölkert werden. Im Zusammenspiel mit wie immer wunderschönen Beschreibungen und einer eleganten Sprache erwecken die Figuren eine sehr dichte, atmosphärische Welt zum Leben, die man gerne selbst durchwandern würde. Verzwickte Rätsel zu lösen, indem man sie durch die Augen von Herrad, Wulfila, Wulf oder des eher impulsiv als besonders durchdacht handelnden Ardeija betrachtet, macht schlichtweg Spaß, so dass man ihnen gespannt bei ihren abenteuerlichen Ermittlungen folgt. Und ich persönlich würde mich zu gerne mit Herrad, drei Generationen von Wölfen und Ardeija samt seinem Minidrachen Gjuki in Herrads Küche beim Tee zusammensetzen … oder vielleicht auch bei etwas Stärkerem, wenn sie bereit wären, mir das Geistersehen beizubringen.


    Ich kann nur wärmstens empfehlen, es selbst auszuprobieren! Unterhaltsame Lesestunden garantiert! :tea:

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