Aktuelle Neuerscheinungen

  • Ah ja, manche Probleme lösen sich von ganz allein. ;) Wobei "Problem" nicht die richtige Bezeichnung bzw. ein viel zu großes Wort ist, denn eigentlich ging es nur um die Frage, in welchem Thread ich das Nachfolgende posten soll bzw. will. Ich weiß nämlich schon seit einiger Zeit von dem Buch, um das es hier gleich gehen wird, aber im Vorschauen-Thread erschien mir das ein bisschen unpassend (weil wir da ja eher Programmvorschauen von Verlagen verlinken, die eine phantastische Reihe im Programm bzw. einen eigenen phantastischen Imprint haben - sprich: die sozusagen standardmäßig SF/Fantasy/Phantastik bringen - und das ist hier nicht der Fall; außerdem haben mir noch ein paar Infos gefehlt), und in diesem Thread soll es ja um aktuelle (!) Neuerscheinungen gehen und nicht um Titel, die erst in zwei, drei, vier Monaten erscheinen (obwohl da Ausnahmen denkbar sind - über eine denke ich gerade ernsthaft nach).


    Jedenfalls habe ich die Beantwortung dieser Frage so lange erfolgreich vor mir hergeschoben, dass das Buch mittlerweile erschienen ist und der entsprechende Hinweis damit auch in diesen Thread passt. Ganz schön viel Vorrede, gelle? Vor allem, wenn man bedenkt, dass es um ein ... sagen wir sehr spezielles Buch geht, bei dem ich mir sehr gut vorstellen kann, dass es viele Forumosen überhaupt nicht interessieren wird. Erstens, weil's keine Fantasy ist, zweitens, weil's zwar irgendwie SF ist (aber sicher keine typische Genre-SF) und drittens, weil es eben sehr speziell ist. Je, nu ... es ist, wie's ist. :biggrin2:


    Und worum geht es jetzt? Na, darum:


    Ende Oktober ist bei Matthes & Seitz der Roman Die Flüchtigen (OT: Les Furtifs) von Alain Damasio erschienen, den der Verlag so präsentiert:


    Quote

    Ein atemberaubender Roman, der alle Kategorien sprengt! Über 250 000 verkaufte Exemplare in Frankreich.


    Sahar und Lorca führen mit ihrer Tochter Tishka ein glückliches Familienleben. Als Tishkas Bett eines Morgens leer ist, obwohl alle Fenster und Türen fest verschlossen sind, verändert sich alles. Während Sahar sich zurückzieht und zunächst an eine Entführung glaubt, geht Lorca einer urbanen Legende nach: Er vermutet, dass Tishka bei den sogenannten Flüchtigen ist, Wesen, die angeblich unerkannt in den toten Winkeln unserer Wahrnehmung leben. Als merkwürdige Symbole an der Wand ihres Kinderzimmers erscheinen, steht fest: Tishka lebt, und sie versucht, zu kommunizieren. Gemeinsam mit Freunden und Weggefährten versuchen Sahar und Lorca Kontakt aufzunehmen, und dringen in eine fremdartige Welt vor, die sich immer dort befindet, wohin wir gerade nicht schauen. Doch je näher sie ihrer Tochter kommen, desto größer wird das öffentliche Interesse an dem Fall, denn bald wird klar, dass die Flüchtigen die Fähigkeit haben, vermeintliche Notwendigkeiten radikal umzudeuten. Tishka wird zur meistgesuchten Person des Landes. Ob sie überhaupt noch eine Person ist oder schon etwas ganz anderes, ist nicht klar.

    Alain Damasio zeigt einen vom Lobbyismus geprägten Kapitalismus im Endstadium: Überwacht werden wir nicht, um unterdrückt zu werden, sondern damit man uns Dinge verkaufen kann, die uns das Leben in der Überwachung erträglicher machen. Allein die Flüchtigen weisen den Weg aus dem Konsumzwang. Ihre Wandel- und Formbarkeit bildet sich in der Typografie ab, hinter der der Text immer mehr zum Rätsel wird.


    Als ich mitbekommen habe, dass dieser Roman erscheinen wird, hat mich das aus zwei Gründen fasziniert: Erstens, weil Damasio da eine Idee aufgreift, die ich so ähnlich vor vielen Jahren selbst schon mal hatte (und die immer noch in meinem Ideen-und-Konzepte-Ordner drin ist, allerdings bei mir ohne die ausgeprägte politische Komponente, die für einen Teil der französischen SF wiederum typisch ist), vor allem aber, weil damit erstmals ein Roman eines Autors auf Deutsch erscheinen wird, der in seinem Heimatland mit nur zwei Romanen zum Kultautor geworden ist. Auch wenn man sich zum Auftakt den - nach allem, was ich über die drei Romane weiß, denn ich kenne keinen davon (für einen Autor wie Damasio reicht mein Französisch noch nicht einmal annähernd aus) - vielleicht schwierigsten oder anspruchsvollsten seiner Romane ausgesucht hat, nährt das die Hoffnung (gerade bei einem engagierten, konzernunabhängigen Verlag wie Matthes & Seitz), dass man mit dem Autor vielleicht weitermacht. (Und ja, dies vorweg, diese Hoffnung wird sich wohl erfüllen.)


    Ich habe da oben "den vielleicht schwierigsten und anspruchsvollsten seiner Romane" geschrieben, was angesichts der Tatsache, dass ich Die Flüchtigen selbst noch nicht gelesen habe (mein Exemplar liegt noch in der Buchhandlung), vielleicht ein bisschen merkwürdig klingt. Doch ich weiß immerhin einiges über den Roman, denn ich habe das Journal der Übersetzerin Milena Adam zur Übersetzung gelesen, in dem sie auf die spezifischen Probleme dieser speziellen Übersetzung eingeht, und dabei wird deutlich, dass dieser Roman unseren - zumindest was Leute angeht, die primär Genreliteratur lesen - von der angloamerikanischen Unterhaltungsliteratur geprägten Leseerfahrungen und -erwartungen ziemlich zuwiderläuft. Statt das jetzt weiter auszuführen, verweise ich einfach auf den obigen Link, denn Milena Adams Übersetzerjournal ist mehr als lesenswert, wenn man sich auch nur ein klitzekleines Bisschen fürs Schreiben oder Übersetzen interessiert. By the way ... als jemand, der selbst übersetzt und der sich bei im (englischen) Original gelesenen stilistisch oder erzählerisch etwas anspruchsvolleren Sachen (wie etwa Brian Catlings The Vorrh oder Ada Palmers Too Like the Lightning oder manchen Kurzgeschichten bzw. Erzählungen von allen möglichen Autoren und Autorinnen) immer mal wieder fragt, wie ich das übersetzen würde, kann ich vor der übersetzerischen Leistung von Milena Adam nur meinen imaginären Hut ziehen, obwohl ich allenfalls erahnen kann, wie intellektuell, kreativ und empathisch fordernd diese Übersetzung gewesen sein muss.


    Für alle, die Die Flüchtigen jetzt irgendwie spannend und interessant finden (hey, ich bezweifle, dass wir in Deutschland 250.000 Leser und Leserinnen hinkriegen, aber wenn dieses Buch sang- und klanglos unterginge, wäre das doch ein Armutszeugnis für das "Land der Dichter und Denker", oder? :biggrin2:), habe ich noch einen Link. Alain Damasio war nämlich im September zu Gast beim Internationalen Literaturfestival Berlin und ist im Rahmen dieser Veranstaltung von seiner Übersetzerin interviewt worden (und außerdem werden zwei Passagen aus dem Buch vorgelesen, die zumindest mir sehr viel Lust auf das Buch machen). Dieses Interview ist auf Youtube zu finden, und zwar hier.


    In dem Interview geht Alain Damasio auch kurz auf seinen zweiten Roman La Horde du Contrevent ein, der wiederum der Hauptgrund ist, warum ich auf den Autor überhaupt aufmerksam geworden bin. (Als ich in den 00er Jahren von dem Roman gehört habe, hat mich das, was ich mitbekommen habe - ich habe versucht, ihn zu lesen, aber wie gesagt, für jemanden wie Damasio reicht mein Französisch nicht -, so fasziniert, dass ich ihn zwei deutschen Verlagen vorgeschlagen habe (wobei der Vorschlag natürlich mit soviel Hintergrundinfos wie möglich garniert war). Der Verlag mit Genrereihe hat den Roman zumindest begutachten und dann die Finger davon gelassen - was ich durchaus verstehen kann. Der Verlag, der nur gelegentlich mal was Phantastisches macht bzw. damals gemacht hat, hat auf meine Mail niemals geantwortet.) Ich habe mir immer gewünscht, diesen Roman irgendwann einmal in irgendeiner Form lesen zu können - vielleicht auf Englisch (denn angeblich existiert eine - allerdings unveröffentliche - englische Übersetzung), oder vielleicht doch auf Französisch (wenn ich's denn schaffe, mein angerostetes Französisch wieder aufzupolieren, was natürlich mühsam wäre). Immerhin gibt es inzwischen eine Comicadaption (iirc sollten es ursprünglich drei Alben werden, aber mittlerweile ist in Frankreich das dritte Album erschienen, und die Serie steht weiter als "en cours" in der Bedetheque), die auch den Weg nach Deutschland gefunden hat: Die Horde des Windes. Allerdings geht in dieser Adaption die spezielle Art, wie der Roman erzählt wird, ein bisschen verloren. Und daher freut es mich umso mehr, dass in absehbarer Zukunft tatsächlich die Übersetzung von La Horde du Contrevent bei Matthes & Seitz erscheinen wird. Und spätestens dann werde ich euch nochmal nerven ... :biggrin2:

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Ich darf hier nicht lesen, ich weiß das. Aber der SUB schickt mich immer wieder her :nixweiss:

    Ja, ich bin jetzt auch angefixt. Danke für die Vorstellung, gero. Ich finde es auch schön, dass aktuell etwas mehr Phantastik aus Frankreich bei uns erscheint (siehe "Die Anomalie" von Hervé Le Tellier, die es immerhin auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat).

  • Ich bin zwar nicht ganz sicher, was ich genau von der politischen Komponente halten werde oder erwarten kann, aber ich hab durchaus was für Geschichten übrig, die in nicht allzu ferner bzw. nicht näher definierten Zukunft spielen und mit dystopischen Elementen aufwarten.

    Hört sich interessant an!

    Die Flüchtigen und die "toten Winkel" erinnern mich ein bisschen an "The City & the City" von China Miéville oder auch an die ein oder andere Doctor Who-Folge... :)

  • @ Arha:


    Das mit der politischen Komponente ist vermutlich recht einfach. Ich habe mich in den 80er Jahren mal ein bisschen mit französischer SF beschäftigt (u.a., weil ich damals viele französische Comics gelesen habe), und aufgrund dessen, was ich damals gelesen habe (wobei sich das größtenteils auf ins Deutsche übersetzte französische SF bezieht), würde ich sagen, dass französische SF - vor allem im Vergleich zur "typischen"* angloamerikanischen oder auch deutschen SF - häufig entweder ins Surreale, Absurde driftet oder das (politische, gesellschaftliche) "System" kritisiert. Manchmal sind auch beide Komponenten enthalten. Bei Damasio ist es so, dass er ein paar ... hm ... neoliberale Ideen noch ein bisschen weitergedacht hat, so sind z.B. die Städte privatisiert und für die Bürger existiert ein System mit Sozialverhaltens-Bonus- oder -Maluspunkten. Als Leser hat mich diese Systemkritik nie gestört, sie ist meistens auch nicht aufgesetzt, sondern schildert einfach ein System, das man - je nach Einstellung - als schrecklich unsozial oder (ganz im Sinne Ayn Rands) als großen freien Möglichkeitsraum empfindet (Letzteres vor allem, wenn man über viel Geld verfügt :biggrin2:).


    Aber das, was mich vor allem an dem Roman fasziniert, ist die Sache mit den "toten Winkeln" und den Flüchtigen (kein Wunder, schließlich habe ich selbst mal auf der ersten Hälfte dieser Idee rumgedacht). In dem verlinkten Video erzählt Alain Damasio übrigens ziemlich am Ende, wie er auf die Idee gekommen ist ...


    Wer sich für das Buch interessiert, sollte sich unbedingt das Video anschauen bzw. zumindest die beiden Stellen, in denen aus der Übersetzung gelesen wird (die erste ist so etwa bei 08:40, die zweite bei 29:40), weil man da ein bisschen mitbekommt, wie Damasio erzählt. Er springt nämlich sehr schnell von einem Erzähler (oder POV-Character) zum anderen, d.h. man hat eigentlich immer eine zwei- oder mehrstimmige Sequenz. (In La Horde du Contrevent hat er dieses Konzept auf die Spitze getrieben, denn der Roman wird von 23 in beständiger Folge wechselnden Personen - die manchmal nur ein paar Zeilen haben - erzählt. Aber dazu mehr, wenn LHdC mal auf Deutsch angekündigt wird.) Wobei ich die beiden Textstellen - jetzt wieder auf Die Flüchtigen bezogen - sprachlich und erzählerisch großartig finde.


    Es freut mich übrigens, dass ich bei dem einen oder der anderen da jetzt doch ein bisschen Interesse wecken konnte. ;)


    * - ich weiß natürlich, dass es die "typische" angloamerikanische SF genausowenig gibt wie die "typisch" deutsche SF; worauf ich hinauswollte, ist, dass in der angloamerikanischen und der deutschen SF die "Systemfrage" eher selten gestellt wird und fast schon surreale phantastische Spielereien vielleicht noch seltener sind bzw. waren


    Edit: dem Sternchen im Text eine Bedeutung verliehen ...

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  • Ich habe Die Flüchtigen jetzt übrigens hier, und das ist schon ein Brummer. Okay, das schockt einen durch das Verschlingen (zu) vieler Fantasy-Epen gestählten Leser jetzt nicht wirklich, andererseits merkt man beim Reinlesen schnell, dass dieses Buch doch eine ganz andere Baustelle ist. Und typografisch teilweise wirklich ... lustig. Ist aber sicher nichts zum Nebenbeilesen, von daher werde ich mich dem Roman erst dann so richtig widmen, wenn ich weiß, dass ich ein bisschen Zeit und Muße habe. Es ist ja nicht so, dass ich hier sonst nichts zu lesen hätte ... :floet2:


    Und da ich nicht möchte, dass euch irgendwann einmal dieser schreckliche Zustand droht, womöglich nichts zu lesen zu haben (ja, schon klar, es bleibt immer noch die Beschriftung irgendwelcher Tetrapacks oder Müsliverpackungen oder auch die Bedienungsanleitung des Staubsaugers - aber so einen richtigen Lesesog erzeugen diese Dinge ja nun nicht unbedingt, oder?), wenden wir uns mittels dieser eleganten Überleitung doch am besten gleich der nächsten aktuellen Neuerscheinung zu. :biggrin2: (Wobei das mit der "aktuellen" Neuerscheinung jetzt nicht ganz stimmt, denn das Buch wird erst in ~ sechs Wochen erscheinen. Da ich aber nachher/morgen noch auf einen anderen Titel hinweisen will (aus Gründen), der auch erst in vier Wochen erscheinen wird, habe ich mir gesagt, ich muss ja nicht päpstlicher als der Papst sein ... oder so ... :nixweiss:)


    Okay, here we go:


    Im in diesem Thread schon mehrfach erwähnten Wandler Verlag wird Mitte Dezember Der Angler* von John Langan erscheinen (das ist die Übersetzung von The Fisherman), ein Roman, den ich vor längerer Zeit im Original gelesen habe, und der mir sehr gut gefallen hat. Das Buch hat beim Verlag noch keine eigene Seite, deshalb gibt's auch noch keinen Verlagstext dazu. Und bevor ich auf die Schnelle versuche, kurz und knapp zusammenzufassen, worum es in The Fisherman geht und warum das ein (mMn) wirklich guter und lesenswerter Roman ist, verweise ich doch lieber einfach auf die Rezension, die unser Pogo vor etwas mehr als vier Jahren in seinem Blog gepostet hat, denn die könnte/würde ich glatt unterschreiben. (Außerdem bin ich gerade viel zu müde und unkonzentriert für einen einigermaßen aussagekräftigen Text - vielleicht schreibe ich nochmal was zu dem Buch, wenn's denn tatsächlich erschienen ist; momentan muss erstmal das genügen.


    * - evtl. ein bisschen runterscrollen; da Der Angler noch keine eigene Seite hat, steht der Titel nur auf der Eingangsseite

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Snow Crash habe ich damals gelesen, als er auf Deutsch rausgekommen ist. Und in vielerlei Hinsicht wäre es sicher interessant, mal auszuprobieren, wie sich die Neuübersetzung liest - sprich: ob sich der Roman irgendwie anders "anfühlt". Andererseits liegt meine Lektüre der ersten Übersetzung schon so lange zurück, dass ich mich an keine Details mehr erinnern kann. Von daher werde ich die NÜ vermutlich an mir vorbeiziehen lassen.


    Und den Abulafia habe ich lustigerweise auch schon auf meiner (schon wieder viel zu langen und viel zu schnell wachsenden) Liste mit Wunsch-Sachbüchern; der Band rangelt dabei mit dem hier um einen der Spitzenplätze. (Und da beide nicht ganz billig sind, wird's wahrscheinlich erst mal nur einer davon werden, und momentan tendiere ich ein bisschen mehr zum Golvin/Coulon, weil der noch ein bisschen mehr Interessen abdeckt bzw. sich noch stärker mit meinen ganz persönlichen Interessensgebieten überschneidet als der Abulafia. Naja, we'll see ...)

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  • Snow Crash habe ich damals gelesen, als er auf Deutsch rausgekommen ist. Und in vielerlei Hinsicht wäre es sicher interessant, mal auszuprobieren, wie sich die Neuübersetzung liest - sprich: ob sich der Roman irgendwie anders "anfühlt". Andererseits liegt meine Lektüre der ersten Übersetzung schon so lange zurück, dass ich mich an keine Details mehr erinnern kann. Von daher werde ich die NÜ vermutlich an mir vorbeiziehen lassen.

    Ich habe das Buch erstmals 2002 auf Englisch gelesen (in Edinburgh gekauft, wo wir eigentlich nur hingereist sind, um den neuen Harry Potter zu kaufen). Die Übersetzung von Joachim Körber kenne ich nicht. Kann mich auch nicht mehr an viel aus dem Buch erinnern, die Neuübersetzung liest sich recht flott und zeitgemäß. Fischer Tor hatte da ja Glück mit dem Timing von Mark Zuckerberg und seiner Metaverse-Ankündigung. Im aktuellen Spiegel wird der Roman sogar im Leitartikel erwähnt.

  • Ende Oktober ist bei Matthes & Seitz der Roman Die Flüchtigen (OT: Les Furtifs) von Alain Damasio erschienen, den der Verlag so präsentiert:

    Danke für den Tipp! Ich wollte mich eigentlich der französischen Fantasy eigentlich auf Französisch nähern, aber ich glaube, für solch ein Buch reicht mein Französisch bei Weitem nicht aus :D Aber ich werde es mir sehr gerne auf Deutsch zu Weihnachten schenken lassen :)

  • Immer gerne! ;)


    Im verlinkten Journal der Übersetzerin gibt es ein paar Textstellen aus dem Original (und natürlich auch die deutsche Übersetzung), die mir mehr als deutlich gemacht haben, dass ich bei dem Versuch, das Ding auf Französisch zu lesen, grandios gescheitert wäre. Aber wie gesagt, ich hab's gar nicht erst versucht, weil ich schon bei La Horde du Contrevent die Waffen strecken musste.


    Aber es muss ja auch nicht unbedingt Damasio sein, dem von Muttersprachlern bescheinigt wird, ein sehr anspruchsvolles Französisch zu schreiben. Ich werde demnächst mal einen Versuch mit einem anderen Autor machen, bei dem ich den Vorteil habe, dass ich die Geschichte schon in der Comicversion kenne. Wahrscheinlich wird das zwar auch anfangs mehr Frust als Lust sein, aber mal sehen, vielleicht kommt ja ein bisschen was von meinen viele Jahre lang nicht genutzten Französischkenntnissen zurück. :nixweiss:

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  • Die Flüchtigen hab ich mir auch mal auf die Liste gepackt... Ach ja, ich hab ja soo wenig ungelesene Bücher... :kicher:

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    Tad Williams - Osten Ard

  • Da mich lapismont mit seinem Beitrag in den Neuen Buchgedanken an ein Versäumnis erinnert hat, machen wir jetzt nicht mit Horror weiter - wie sich das nach dem Hinweis auf John Langans Der Angler angeboten hätte -, sondern wenden uns mal kurz der Phantastik zu. Genauer gesagt der Phantastik aus einem Land, aus dem nur selten etwas in Deutschland bzw. auf Deutsch veröffentlicht wird.*


    Bereits im September ist nämlich im homunculus verlag Der Heilige zwischen den Welten erschienen, der mittlerweile zweite Band einer Reihe (?) des rumänischen Autors Flavius Ardelean, die vor etwas mehr als einem Jahr (sprich: im September 2020) mit Der Heilige mit der roten Schnur begonnen wurde. Über den letztgenannten, aber chronologisch ersten Roman, sagte der Verlag:


    Quote

    Fantastik auf höchstem literarischem Niveau! Aus dem Rumänischen von der preisgekrönten Übersetzerin Eva Ruth Wemme.


    In dem fantastischen Roman Der Heilige mit der roten Schnur erzählt uns Bartholomäus Knochenfaust, ein lebendiges Skelett, die Geschichte des Heiligen Taush. Er erzählt von dessen Geburt in der Zitadelle von Gaisterstat, von Taushs besonderer Gabe, eine rote Schnur aus seinem Bauchnabel zu spinnen, und von seinen Lehrjahren beim Alten Tace. Bei diesem lernt er schließlich, wie er mit seinen magischen Fähigkeiten und der Macht des Erzählens die Welt vor der un’Welt beschützen kann. Und Bartholomäus erzählt, wie Taush schließlich gemeinsam mit seinen Freunden in den Kampf gegen das Böse der un’Welt zieht.


    Mit magischer Sprachgewalt entspinnt der Autor eine düstere, märchenhafte Welt, die seine Leser*innen sofort gefangen nimmt. Flavius Ardelean schreibt Fantastik auf höchstem literarischem Niveau und erhielt dafür bereits mehrere Auszeichnungen. Der Heilige mit der roten Schnur ist ein so finsteres wie tiefschürfendes Märchen über den Menschen und das, was sich seiner Vorstellungskraft entzieht, eine Fabel über die Liebe, das Leben und den Tod. Gleichzeitig ist es eine Geschichte über die Kraft des Erzählens.


    Da ich das Buch zwar schon einige Zeit hier liegen habe, aber bisher nur kurz reingeschmökert und mir noch keine eigene Meinung gebildet habe, verlinke jetzt einfach mal auf die Rezension von lapismont im Fantasyguide. (Der Link hinter dem Buchtitel da oben führt auf die Verlagsseite, auf der sich noch etliche weitere Rezensions-Auszüge finden.)


    Und zu Der Heilige zwischen den Welten sagt der Verlag:



    Auch hier verweise ich mangels eigener Lektüre (bis vor kurzem hatte ich noch nicht mal mitbekommen, dass der Roman erschienen ist - und außerdem habe ich ja den ersten noch nicht einmal gelesen) auf die Rezension von lapismont. (Und natürlich gibt's auch bei diesem Band auf der entsprechenden Verlagsseite zusätzliche Rezensions-Auszüge.)


    Die Welt, die Flavius Ardelean (zu dessen literarischen Vorbildern H.P. Lovecraft, Franz Kafka und Alfred Kubin zählen) in seinen Heiligen-Romanen entwirft bzw. der Erzählkosmos, den er aufspannt, ist ganz anders als das meiste, was man sonst in der Phantastik zu lesen bekommt, das kann ich zumindest nach dem Reinschmökern in Band eins schon sagen. Ob man mit dem, was da geboten wird, klarkommt, muss jede/r selbst entscheiden.


    Als Entscheidungshilfen könnten da möglicherweise die Leseproben dienen: Der Heilige mit der roten Schnur -- Der Heilige zwischen den Welten


    * - nur mal so zum Spaß: wer kann mir ... sagen wir fünf der phantastischen Literatur (hier als Oberbegriff für alle Genres wie SF/F/H/Ph etc. benutzt) zuzurechenbare Buchveröffentlichungen in deutscher Sprache (Romane, Kurzgeschichtenbände) von fünf verschiedenen rumänischen Autoren und/oder Autorinnen nennen? Oder auch nur drei?

    (@ Pogo: da du weißt, wo du nachschauen kannst ... schaust du bitte entweder nicht nach oder hältst dich erstmal zurück, okay? ;))


    Edit: Unklarheiten beseitigt ... oder auch nicht ...

    He was bigger than me even, and he moved with a silence I envied, some piece of the night cut loose and drifting against lesser blacknesses. (Roger Zelazny, A Night in the Lonesome October)

  • Immer gerne! ;)


    Im verlinkten Journal der Übersetzerin gibt es ein paar Textstellen aus dem Original (und natürlich auch die deutsche Übersetzung), die mir mehr als deutlich gemacht haben, dass ich bei dem Versuch, das Ding auf Französisch zu lesen, grandios gescheitert wäre. Aber wie gesagt, ich hab's gar nicht erst versucht, weil ich schon bei La Horde du Contrevent die Waffen strecken musste.


    Aber es muss ja auch nicht unbedingt Damasio sein, dem von Muttersprachlern bescheinigt wird, ein sehr anspruchsvolles Französisch zu schreiben. Ich werde demnächst mal einen Versuch mit einem anderen Autor machen, bei dem ich den Vorteil habe, dass ich die Geschichte schon in der Comicversion kenne. Wahrscheinlich wird das zwar auch anfangs mehr Frust als Lust sein, aber mal sehen, vielleicht kommt ja ein bisschen was von meinen viele Jahre lang nicht genutzten Französischkenntnissen zurück. :nixweiss:

    Ich hab mir die Textstellen im Original auch angeguckt. Einige wenige Teile gehen schon, aber die ganzen Mehrdeutigkeiten und Wortspiele erschliessen sich mir überhaupt nicht. Und dann ist es schade, da es dann nur ein "Abarbeiten" wäre.

    Seit einigen Monaten habe ich hier noch "Le puits des mémoires" von Gabriel Katz rumliegen, von welchem es iirc keine Übersetzung gibt. Da es aber auf einigen französischen Bestenlisten auftauchte und das Buch nicht allzu dick ist, möchte ich das mal wagen. Es dürfte aber einiges an Effort benötigen :D

  • @ Feanor:


    Genau, es wäre nur ein "Abarbeiten" (wobei selbst das mich bei Damasio überfordern würde). Und dabei ginge dann sehr wahrscheinlich viel von dem verloren, was normalerweise den Reiz einer Geschichte ausmacht. (Ich habe in die Übersetzung inzwischen reingeschmökert, und ich habe mir ja auch die Leseproben in dem Video angehört, und auf dieser zugegebenermaßen sehr schmalen Basis wirkt der deutsche Text sehr angenehm lesbar, sehr "leicht", teilweise "flirrend" - ich kann's grad nicht besser beschreiben :nixweiss:; und alles das würde mir verlorengehen, wenn ich mich mit dem Originaltext abmühen würde.)


    Nach Gabriel Katz musste ich googeln. ;) Ah, ja, Le puits des mémoires scheint ein Zweiteiler (der erste Teil hat ein schickes Cover) und außerdem ein Jugendbuch zu sein, das sind ja jetzt keine ganz schlechten Voraussetzungen. Ich bin gespannt; lass doch gelegentlich mal hören, ob sich die Anstrengungen ausgezahlt haben.


    Bei mir ist mittlerweile auch eines der französischen Bücher angekommen, an denen ich mich im Original versuchen will. Lustigerweise lässt sich das Nachwort bzw. der Essay über den Autor sogar recht gut lesen (aber klar, das ist ein Sachtext, der relativ nüchtern und klar geschrieben ist), wohingegen der Einstieg in den ersten Roman schon ein bisschen mehr Mühe erfordert. (Außerdem habe ich immer ein bisschen Probleme damit, wie im Französischen mit der direkten Rede umgegangen wird.) Aber so what - der Mensch wächst an seinen Herausforderungen ... und wenn er bzw. dieser Mensch an ihnen scheitern sollte, macht sich das Buch immer noch gut im Regal ... :biggrin2:

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  • Ja, das Cover von "La Traque" ist wirklich hübsch. Wenn ich es richtig gesehen habe, müsste es eine Trilogie sein (wie so oft in der Fantasy, nicht? ;) ).


    Du meinst das "Problem" mit der direkten Rede, dass sie ohne Anführungszeichen im Buch steht? :D Ist bei "Le puits de mémoires" auch so, wie ich gerade gesehen habe. Witzigerweise ist diese in "Arsène Lupin - Gentleman cambrioleur" immer in Anführungszeichen. Hat sich das über die Zeit gewandelt oder ist es einfach ein gezieltes Stilmittel, das man je nach Situation einsetzt?


    Ich versuche das Buch von Gabriel Katz in den nächsten zwei Monaten mal anzugehen (man soll ja realistische Angaben machen ;) ). Deine Erfahrungen/Einschätzungen zu deinem Buch fände ich dann ebenfalls spannend zu erfahren.

  • Stimmt, das ist eine Trilogie. (In der ISFDB ist der dritte Band nicht gelistet, was nur wieder einmal beweist, dass die ISFDB nur bei englischsprachigen Sachen einigermaßen zuverlässig ist.)


    Was die direkte Rede angeht - ja, das meine ich. Wo sie anfängt, ist ja durch den Spiegelstrich immer leicht erkennbar, aber wo sie aufhört ... ist für mich nicht immer so eindeutig. (Was aber sicher auch an meinen halt nicht wirklich guten Französischkenntnissen liegt. Aber wir arbeiten daran. ;))


    Ich werde hier sicher mitteilen, wie's gelaufen ist. (Theoretisch könnte ich jetzt sagen, man wird es auch daran merken, ob zum 100. Geburtstag eines bestimmten Autors ein einigermaßen runder Blogartikel erscheint - aber wenn der nicht erscheint, kann das z.Zt. auch ein halbes Dutzend andere Gründe haben und muss nicht zwingend auf ein Scheitern meines Leseexperiments in Sachen französischer SF-Romane hindeuten. Ah ... es ist schwierig.)


    Bei dem o.e. Buch handelt es sich übrigens um Stefan Wul - L'Intégrale Tome 1, das ist französische 50er-Jahre-SF, mit der hier wahrscheinlich nicht viele was anfangen können. Aber mich interessiert der Autor aus einer Reihe von Gründen schon lange, und da ich von zwei der enthaltenen Romane (Niourk und La mort vivante) die Comicversion habe/kenne, und eine der ebenfalls enthaltenen Kurzgeschichten sogar übersetzt wurde, ist das vielleicht kein ganz dummer Ansatz. Außerdem mag ich die beiden Geschichten (= Romane) - nicht zuletzt, weil Wul in beiden Cephalopoden auftreten lässt, die's ihm anscheinend angetan haben. :biggrin2:


    Das wird aber auch noch ein bisschen dauern; wenn's was für den (hypothetischen) Blogeintrag bringen soll, sollte ich spätestens Mitte März fertig sein. We'll see ...

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  • Ach ja, französische Bücher... ich hab ja schon lange den "Seigneur des anneaux" hier liegen... wenn ich dann mal wirklich Zeit und Muße habe, mach ich mich dran...

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