• Ich habe mir, nachdem ich von einigen Geschichten inspiriert wurde, vorgenommen eine wenig zu schreiben. Diese Geschichte ist keineswegs fertig, da das gepostete nur als Prolog für weitere Geschichten dienen soll, quasi Band 0 einer Reihe, und ich diesen Prolog auch nicht sofort komplett poste, sondern ihn mit der Zeit vervollständigen werde. Ich habe das ganze einfach einmal "Mizu und Ezra" genannt, nach dem Titel des ersten Kapitels. Macht euch bitte einen Eindruck, von dem Ganzen. Ich weiß, dass ich nicht der beste Erzähler bin, doch es macht mir einfach Spaß Geschichten zu schreiben. Ich freue mich also auf eure Kritik und ich möchte mich vorher schon für etwaige (ganz bestimmt auftretende) grammatische und orthographische Fehler entschuldigen.


    1 Mizu und Ezra

    Es war fast dunkel, als Mizu und sein älterer Bruder Ezra den Heimweg antraten. Sie beide schliffen ihre selbst gebastelten Holzschwerter hinter sich her, mit denen sie bereits etliche Übungskämpfe bestritten hatten. Schon seit Mizu denken kann fasziniereen ihn die Meister der Kampfkunst, die mit ihrer beeindruckenden Eleganz, mit ihrer überwältigenden Kraft, mit ihrer rasenden Geschwindigkeit und ihrer tödlichen Präzision ihre Gegner besiegen. Am Ende jeden Tages, den sie mit Duellen verbracht hatten waren sie mit Schrammen bedeckt. Ihre Körper waren verdreckt und teilweise sogar blutig, wobei ihre Kleidung nur allzu oft geflickt werden musste. Dennoch gingen sie trotz aller Beschwerden immer wieder mit einem Lächeln im Gesicht heim. Ezra war zwar immer stärker als er selbst, jedoch hat Mizu nie daran gedacht liegen zu bleiben, denn er hat einen Traum. Er träumt davon einmal der Beste zu sein. Er will für die Ordnung auf dieser Welt sorgen, so wie sein Vater. Die Welt ist voll von Verbrechern und von noch mehr selbsternannten Kopfgeldjägern, die in der Regel noch viel schlimmer sind. Mizu träumt davon, dass diesen Gesetzlosen schon bei dem Klang seines Namens das Blut in den Adern gefriert. Deshalb will er sich bei der Armee einen Namen machen, wo auch sein Vater eine Legende geworden ist. Er ist nicht nur ein Leitbild der Weltordnung und Gerechtigkeit, sondern auch Mizus Vorbild. In diesen Zeiten ist es für die Regierungen aller Länder wichtig, starke Persönlichkeiten zu haben, die für das Gute kämpfen. Leider haben die Verbrecher mit der Zeit die Staaten überrumpelt.

    Mizu hört immer wieder, wie die Menschheit durch Attentate erschüttert wird. Es heißt, die Gesetzlosen seien einfach nur böse. Sie seien skrupellos und schrecken kein Bisschen zurück, nur um an Reichtum zu gelangen. Genau deshalb braucht man wieder Helden. Idole, die im Namen der Gerechtigkeit handeln und den verbrecherischen Banden gegenübertreten. Da will Mizu hin, um in die Fußstapfen seines Großvaters und seines Vaters zu treten. Bis dahin muss er mit seinem Bruder trainieren und darf sich dabei keine Ruhezeit erlauben. Das ist der Grund, warum Mizu immer wieder aufsteht und zurückschlägt. Sein Bruder denkt genauso. Sie wollen mit 18, wenn sie volljährig sind bei der Armee anfangen. Mizu verbleiben dazu noch 7 und Ezra 5 Jahre, in denen sie noch viel zu lernen haben.

    Der Wind blies quer über den breiten Waldweg, der Mizus Dorf mit der Stadt und der Lieblingstrainingswiese der beiden Brüder verband. Die kalte Luft ließ Mizu frieren, weshalb er sein Gesicht tiefer im Kragen, seines alten, viel zu großen Mantels vergrub. Der Himmel hatte sich durch die tief stehende Sonne rot gefärbt, und die Wolken hingen, wie schwarze Flecken vor dem leuchtenden Hintergrund. Das Kratzen der Holzschwerter auf dem sandigen Boden und das Schlurfen der Schuhe auf dem Grund erzeugten ein monotones Geräusch neben das Pfeifen des Windes. Die Kälte und der Wind waren erste Anzeichen des kommenden Herbstes die schon bald von bunten Blättern am Wegrand begleitet werden würden.

    „Sag mal, Mizu.“ Es war Ezra, der das Schweigen brach. „Vermisst du nicht auch Papa? Ich will ihn mal endlich wiedersehen.“

    „Er ist schon lange weg. Aber er muss doch Verbrecher bekämpfen. Opa sagt immer, dass Papa zu viel zu tun hat und uns besucht, wann immer er kann“

    Ihr Großvater Nuru hat die beiden aufgezogen seit ihre Mutter vor 6 Jahren an einer Krankheit gestorben war und ihr Vater einfach keine Zeit dazu findet.

    „Eines Tages“, fuhr Ezra fort „werden wir an seiner Seite kämpfen.“ Ein stolzes, breites Lächeln begleitete seinen Satz. „Ich hoffe nur, dass du bis dahin auf dich selbst aufpassen kannst.“

    Es stimmte zwar, dass Mizu nicht wirklich selbstständig war, er war schließlich erst 11, doch den Spaß konnte er nicht auf sich sitzen lassen.

    „Ich soll nicht auf mich selbst aufpassen können?“ Mizu hob seine Stimme und machte sich zum Angriff bereit. „Wenn ich Ernst mach', dann mach' ich dich locker platt.“ Er machte zwei Schritte nach vorn und zielte mit dem Schwert von der Seite auf die Niere seines Bruders. Dieser parierte den Schlag mit einer lässigen Drehung und schlug auf Mizus Handrücken. Der Schmerz war sofort zu spüren, sodass er die Waffe fallen lies und die Hand mit seiner Anderen umfasste.

    „Aaaaahhhh, du Idiot, pass doch auf!“ Er versucht die Pein seiner schnellen Niederlage in gespielter Wut zu verbergen.

    „Ich dachte, du kannst auf dich selbst aufpassen, aber wenn du nicht mal so 'was ab kannst.“ Ezra lachte auf und gab ihm einen Klapps auf die Schulter, um ihn zum Weitergehen zu animieren. Mizu blieb noch kurz stehen und drückte kurz noch einmal fest auf seine Hand. Dann ließ er sie los und schüttelte den Kopf, um möglichst schnell zu vergessen, was gerade passiert war.


    Es gab Gemüse und Reis zu essen am Abend. Nach seinem Rücktritt bei der Armee war Nuru zu einem guten Koch geworden. Der füllige Mann war lebensfroh und immer zu einem guten Scherz auferlegt. Er sagte immer, das Essen solle nicht nur satt, sondern Spaß machen, deshalb schmeckte es immer gut. Zusätzlich hat er die beiden Geschwister vegetarisch erzogen, da es für ihn unergründlich war, warum unschuldige Tiere sterben mussten, nur, um auf den Tellern zu landen. Mizu verstand dies und hat mit der Zeit selbst eine Abneigung gegenüber toten Tieren entwickelt.

    „Ich habe gute Neuigkeiten für euch, Jungs“ Ezras Großvater begann seinen Satz schmatzend mit halb vollem Mund. Mizu blickte gespannt auf. Gute Neuigkeiten? Was könnte er wohl meinen?

    „Sag schon Opa!“ Mizu konnte die kurze Pause von seinem Großvater nicht abwarten, in der dieser sich noch etwas von dem Gemüse in den Mund schob.

    „Du darfst alte Männer nicht hetzen, Mizu,“begann sein Großvater. Wo nahm er denn nur diese Ruhe her? „Heut' Nachmittag kam ein Brief von eurem Vater. Er hat vor uns nächste Woche mal wieder einen Besuch abzustatten. Gute Nachrichten?“

    „Im Ernst?“ Ezrafreute sich sichtlich über die überraschende Mitteilung. Auch Mizu merkte, dass ihm ein breites Lächeln in seinem Gesicht abgebildet hatte.

    Nuru nahm einen großen Schluck aus seinem Glas und deutete beim Abstellen des Gefäßes auf den Tisch auf die beiden Jungen.

    „So, und ihr beiden macht euch dann mal auf den Weg ins Bett. Ich will mir von eurem Vater nicht anhören müssen, dass ich euch nicht genug zur Ruhe kommen lasse.“

    Mizu und Ezra mussten immer so früh schlafen gehen. Mit der Zeit hatten sie sich daran gewöhnt, doch es stimmte sie nicht besonders glücklich. Die Ankündigung vom Besuch seines Vaters ließ Mizu jedoch alle Beschwerden vergessen und er legte sich zufrieden in sein einfach zusammengebautes Bett.

  • „Ezra!“ Mizu schüttelte seinen Bruder wach. Mizu war ein Frühaufsteher und konnte es einfach nicht verstehen, wieso Ezra nur so schwer aus dem Bett kam.

    „Was? Lass mich schlafen.“ Sein Bruder drehte sich wieder um und zog sich die Bettdecke über seinen Kopf.

    „Aber wir müssen heute trainieren. Ezraaaaaaa.“ Er würde einfach quengeln, bis Ezra es nicht mehr aushielt. Das funktionierte immer, denn Mizu wusste genau, wie man anderen auf die Nerven ging.

    Ihr Großvater Nuru war bereits aus dem Haus, um in der Stadt einzukaufen, als die Brüder sich fertig machten. Ihre Aufgabe war es das Haus aufzuräumen und zu putzen, was sie auch mit bestem Gewissen erledigten. Danach liefen sie den Waldweg entlang zu ihrer Trainingswiese.

    Es war ruhig auf dem Rasen. Die Herbstsonne schien schräg auf Mizu und er hörte nur das Rascheln der Blätter, die der Wind langsam über das Grün wehte. Ihm standen Schweißperlen auf der Stirn, im Angesicht seines Bruders, der im Gegensatz zu Mizu ganz ruhig dastand.

    Er klammerte seine Hände fest um den Griff seines Holzschwertes und machte ein paar Schritte zur Seite, um seinen Gegner langsam zu umkreisen. Er musste ihn im Auge behalten und versuchen zu ahnen, was dieser im Sinn hatte. Schon oft genug, war Mizu einfach unbedacht vorgestürmt und hatte sich dabei auch oft genug blaue Flecken geholt. Jetzt ließ er seinen Bruder kommen.

    Ezra senkte die Waffe und rannte mit vorgebeugtem Oberkörper direkt auf Mizu zu. Als er nur noch wenige Schritte von Mizu entfernt war zog er das Schwert nach oben, doch Mizu erkannte früh genug, was sein Bruder vorhatte. Er wehrte die Attacke mit einem simplen Schlag ab und sprang an Ezra vorbei. Bei der Landung rollte sich Mizu ab und dreht sich blitzschnell um, das Schwert zu einem weiten horizontalem Schlag ausgestreckt.

    Dann war der Kampf vorbei. Mizu spürte nur einen Impuls in seinem Schlagarm und zwei dumpfe Schläge gegen seine Wade und die Brust, bevor er hart auf dem Boden aufschlug. Es ärgerte ihn, dass es schon wieder nicht geklappt hatte. Er musste schneller werden und dann würde er es Ezra mal so richtig zeigen. All die Schläge, die er erleiden musste, wird er Ezra doppelt heimzahlen. Er hatte Ezra schon Schrammen zugefügt und seine Kleidung zerrissen, doch er hatte nie einen einzigen Kampf gewonnen. Dafür bewunderte er seinen Bruder. Er wurde nie nachlässig, auch wenn er im hundertsten Kampf noch haushoch überlegen war.

    Mizu öffnete seine Augen und erblickte die ausgestreckte Hand Ezras. Er griff danach und ließ sich hoch helfen. Ezra mochte ihn immer wieder schlagen, doch er liebte seinen Bruder. Wie konnte er ihm jemals böse sein?

  • „Weißt du eigentlich wo wir sind?“ Die Dunkelheit bedrückte Mizu. Sie hatten sich verlaufen, irgendwo im Wald. Eigentlich sollten sie jeden einzelnen Baum in der Gegend erkennen können, doch die Schwärze der Nacht veränderte jeden Ort. Mizu wollte so schnell wie möglich zu seinem Großvater, der in der Wärme ihres Hauses auf sie wartete und sich womöglich bereits Sorgen um Ezra und Mizu machte. Der Wald wurde in der Nacht zu einem beängstigenden Ort. Mehrmals glaubte Mizu zwischen den Pflanzen Gestalten gesehen zu haben, was die Furcht ihn ihm hochkochen ließ. Er war aufmerksam und zuckte jedes mal zusammen, wenn ein Zweig unter ihren Füßen zerbrach oder die Blätter an den Bäumen von einer Windböe erfasst wurden.

    „Mach dir keine Sorgen, ich bring dich schon sicher zu Opa“ Die Wärme in Ezras Worten tröstete Mizu ein wenig in seiner Situation. Er war dankbar ihn bei sich zu haben und sich auf ihn verlassen zu können. Wenn es ernst wurde, konnte man sich immer auf Ezra verlassen.

    „Siehst du, da vorne ist doch schon Licht,“ fuhr Ezra fort. Er deutete mit seinem Holzschwert ein Stück nach rechts. „Weit kann es nicht mehr sein.“

    Mizu blickte auf und sah tatsächlich ein schwaches Licht in einiger Entfernung. Urplötzlich war alle Angst vergessen und Mizu rannte los, um so schnell, wie möglich dieser Situation zu entfliehen.

    Hinter sich konnte Mizu noch hören, wie sein Bruder ihm sagte, dass er warten solle, doch ihm war das nun egal. Er war jetzt schon ein ganzes Stück vor seinem Bruder, als der Wald etwas lichter wurde. Die Lichtquelle lag vor ihm, hinter einem kleinen Hügel.

    „Mizuuuuuu!“ Ezras panischer Schrei ließ Mizu stoppen. Er drehte sich sofort um und sah Ezra auf ihn zu rennen, mit seinem Schwert fest umklammert. Mizus Herz setzte einen Schlag aus. Irgendetwas war falsch an diesem Ort. Hier waren keine Häuser und es war zu still für ein Dorf.

    „Na, wen haben wir denn da?“ Die raue Männerstimme ließ Mizu einen Schauer über den Rücken laufen. Vor ihm sprang etwas aus den Schatten und schnappte sich Ezra. Panik erfüllte Mizu und er wollte schreien, doch die Hand auf seinem Mund erstickte jeden Ton.

  • Diese verdammten Kinder, dachte Nuru. Immer sorgt man sich um sie, man kann nicht mal zuhause

    entspannen, ohne dass gleich Probleme entstehen. Sie waren zu spät. Viel zu spät. Normalerweise würde er sich nicht besonders darum kümmern, doch im Herbst ist es gefährlich nachts herumzuirren. Es ist die Zeit, in der viele Verbrecher ihr Unwesen treiben, um sich für den Winter einzudecken. Keine besonders starken Gegner, vor allem nicht für einen alten Soldaten, wie Nuru, doch zwei Kinder sollten es dennoch vermeiden in der Nacht solchen Halunken über den Weg zu laufen. Nach dem Einbruch der Dunkelheit hatte sich Nuru auf den Weg gemacht, um sicher zu gehen, dass seine Enkel unversehrt ins Dorf zurückkehrten. Am Tag hatte er noch eine Gruppe von Verdächtigen beobachtet, die dann weiter nach Norden gezogen war, wo der Wald nicht ganz so dicht war, man sich aber gut zwischen den Hügeln verstecken konnte.

    Das war seine einzige Spur, deshalb hoffte er dort Erfolg zu haben. Besser wäre es nur, wenn Ezra und Mizu ohne Zwischenfälle bald nach Hause kämen, nur war Nuru nicht so naiv, solchen Spekulationen Vertrauen zu schenken.

    Bei seiner Ausbildung hatte er gelernt, wie man die Spuren las, die Kriminelle hinterließen. Hier war es nicht, schwer, denn die Bande, die Nuru beobachtet hatte, reiste mit einem leichten Wagen, machte allerdings keine Anstalten, um die Radrillen zu verdecken. Alles, was er tun musste war den Spuren zu folgen und Acht zu geben, nicht von einer Wache überrascht zu werden. Der unbedachte Umgang mit den eigenen Spuren zeigte, dass Nuru es hier mit irgendwelchen ahnungslosen Kleinverbrechern zu tun hatte. Oder sie waren so stark, dass es ihnen egal sein konnte, wenn ihnen jemand folgte. Im Dorf sahen sie nicht nach einer der starken Gruppen aus, auf die ein Kopfgeld ausgesetzt war, doch solche Banden würden sich ganz bestimmt verkleiden, um nicht aufzufallen.

    Das Laub auf dem Boden raschelte unter seinen hastigen Schritten. Eine Angst fasste Nuru, die er jedes Mal fühlte, wenn er sich um das Wohl seiner Schützlinge sorgte. Doch heute Nacht war es intensiver. Sein Instinkt sagte ihm, dass er sich beeilen solle, also erhöhte er sein Tempo. Er hörte die Geräusche der Blätter und Äste, auf die er trat. Seine Sinne waren auf die Umgebung fokussiert. Er wusste nicht genau, wonach er Ausschau halten sollte. Ein Lagerfeuer der Banditen? Das Gelächter einer betrunkenen Diebesbande? Oder sollte er einfach darauf hoffen nicht gleich am Ende der Wagenspur in eine Falle zu tappen? Zur Verteidigung trug er nur einen Kampfspeer aus Metall mit sich, den er schon bei vielen Kämpfen eingesetzt hatte. Und falls dieser Speer nicht reichen sollte, konnte er immerhin noch auf die Kraft zurückgreifen, die in ihm schlummerte und von der er seit seinem letzten Kampf keinen Gebrauch mehr gemacht hatte.


    Was sollte er tun? Mizu wollte schreien, er wollte um sich schlagen und diesen Leuten zeigen, wozu er fähig war. Das Licht hatte ihn getäuscht. Dort war weder ein Dorf, noch irgendetwas, das ihnen hätte helfen können. Räuber. Sie waren verdammten Räubern in die Falle getappt. Mizu saß gefesselt an die raue Rinde einer Eiche gelehnt und konnte wegen des Knebels keinen Laut von sich bringen. Wer sollte ihnen denn jetzt noch zur Hilfe kommen? Kinder sollten Nachts nicht allein in den Wald. Verbrecher sollten nicht auf freiem Fuß umher laufen. Beides zusammen führt zu einer Katastrophe. Eine Träne lief Mizu über die Wange. Er presste die Augen fest zusammen und stellte sich vor in seinem Bett zu liegen. Nuru und Ezra waren in Sicherheit und bald würde ein neuer Tag beginnen. Alles war gut, das Leben ging, wie gewohnt fort und nichts konnte ihnen etwas anhaben. Mizu wollte gegen Ezra kämpfen und damit den ganzen Tag verbringen. Sie würden früh genug nach hause gehen, sodass sie am Abend wieder sicher bei ihrem Großvater wären. Sie waren einfach eine glückliche Familie, sogar ihr Vater würde sie bald besuchen kommen. Er hörte etwas ferner das Knistern eines Feuers, woraufhin Mizu die Augen öffnete und sich umschaute. Alles eine dämliche Illusion. Der Gedanke an etwas Glückliches ließ die Tragödie im Nachhinein noch schlimmer wirken. Mizu schluchzte. Die Hitze der Flammen konnte er auf seiner Haut spüren, doch ihm war kalt. Die Schock und die Verzweiflung hatten ihm die Kräfte geraubt, das Ganze war ein schrecklicher Albtraum. Mizu suchte nach ein wenig Trost, also drehte er seinen Kopf zur Seite. Dort war sein Bruder, genauso gefesselt und geknebelt, wie er selbst. Mizu schaute in Ezras Augen. Sah er dort Angst? Hatte sein großer, starker Bruder tatsächlich Angst? Ezra war doch immer so selbstsicher, er hätte sich einen Tag zuvor nicht einmal vorstellen können, dieses Gefühl bei seinem Bruder zu entdecken, doch dieser Anblick Ezras war alles andere, als tröstlich. Sie waren wirklich verloren.

    Ende von Kapitel 1

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