Weltensphäre - Chronatia

  • Auf vielfachen Wunsch meiner selbst... :P
    Hab ich hier mal ein 'kleines' Zwischenprojekt; ich betone jedoch die Texte sind alle zwischen Uhrzeit 1.00 und 4.00 nachts entstanden, über Rechtschreibfehler oder nicht-Sinnergebende Sätze sollte hinweg gesehen werden :P


    Kapitel I: Nacht der Schlange


    Triath war auf Schlangenjagd. Seine erste Schlangenjagd; und das unter einer silbernen Mondichel und schimmerndem Sternenzelt. Vor ihm lag das schlafende Dorf Sian.
    "Arme Bauern und hungernde Bettler," hatte man ihm vor seiner Aufgabe gesagt. Sein Kampfmeister Zier Reus um genau zu sein.
    Triath knurrte. Er hasste seinen Lehrmeister. Jemand der sich zu viel einbildete und für Luxus und Tand lebte. Wenn er ihn nie wieder sehen wollte musste er diese Nacht sein Können beweisen.
    Ein sanfter Wind streichelte über seine Haut und durch das kurzgeschnittene Haar. Auch das war eins der Dinge die ihn bei seinem Meister fast zur Rage brachten. Während Adepten des Sinaris unter anderen Lehrmeistern Haar und Bart tragen durften wie sie wollten, war sein aristokratischer Ausbilder pendantisch und kleinlich, was Körperpflege und Kopfbehaarung anging.
    "Zumindest erkennt man noch, dass es mal in Richtung Braun mit Rotstich ging.", sagte Triath vor sich hin während er sich in Bewegung setzte. Dass er die meiste Zeit ohnehin eine Kapuze als Ordenstracht über den Haaren tragen musste erwähnte er nicht. Wäre ohnehin er der einzige gewesen, der ihm zugehört hätte. Er grinste breit.
    Wie ihm sein Leher natürlich eingetrichtert hatte, war nun, kurz vor der Aufgabe nochmal Gelegenheit seine Ausrüstung zu prüfen.
    Das ihn seine helle und weiße Kleidung die eng an seiner Haut lag, in der Nacht zum Nachteil verdammte war ihm klar, doch eigentlich war er als potenzieller Sinaris auch eher als Kämpfer für den Tag gedacht. Doch sollte er seinem Opfer begegnen tat die Farbe seiner Kleidung nichts mehr zur Sache.
    Er zupfte noch einmal seine enge Kapuze und das bleiche Tuch vor seinem Mund zurecht. Seine Hand wanderte über den Leinengürtel und hin zu den Beiden Haken, die darin steckten; als Teil jeweils eines Schwertes. Beide Schwerter liefen in einem runden Haken aus. Die Standartbewaffnung eines Adepten des Sinaris eben.
    Triath schaute in den Himmel und erkannte Selket, den Mond. Er dachte an die Adepten des Selket. Sowohl die Anbeter der Sonne als auch des Mondes kämpften zusammen Seite an Seite, auch wenn beider Reiche entzweit waren. Doch dafür wurde der Orden der silbernen Dämmerung ja auch ins Leben gerufen. Um die Schlange auch über die Grenzen hinweg und mit vereinter Kraft zu bekämpfen.
    Nur noch wenige Schritte und seine letzte Prüfung würde beginnen. Entweder er würde ein Sinaris werden wie sein Lehrer oder aber er würde sterben.
    Gekonnt leise presste er sich an eine Wand. Als er keinen Ton vernahm, auser das gelegentliche Rascheln des Grases, blickte er auf die Straße. Sie führte durch das Dorf und weiter nach Osten. Auf der rechten Seite der Straße gelegen, am Ende des Dorfes lag ein uralter Schrein aus grauer Vorzeit. Viel war nicht zu erkennen. Ein kleines Dach überspannte einen kleinen Altar mit einer nichtssagenden Figur. Ein gewöhnlicher Schrein eben. Und dieser war sein Ziel. Er wusste nicht, was es damit auf sich hatte, wem er galt oder warum er hier stand. Seine Aufgabe bestand alleine daraus ihn zu bewachen. Für gewöhnlich hätte man dazu keinen Sinarin dafür schicken brauchen, um in irgend so einem Kaff wie diesem hier einen verfallenden, alten Schrein bewachen zu lassen doch Triath war auf Schlangenjagd und das hieß ein Anhänger des Kultes war in der Nähe.
    Triath huschte auf die andere Straßenseite und quetschte sich zwischen zwei Häuserwänden hinein. Auf der anderen Seite lauschte er wieder in die Nacht. Sein geschultes Gehör vernahm sofort schleichende Schritte.
    Breites Grinsen zog sich über Triaths Gesicht, so dass es das Tuch ein Stückchen anhob.
    "Da ist anscheinend jemand nicht vom Fach."
    Der Unbekannte wollte sich anscheinend von hinten dem Schrein nähern.
    "Soll er.", dachte sich Triath berechnend, "dann werde ich mich ihm auch von hinten nähern."
    Flink warf sich Triath nach vorne und rollte sich hinter einem Zaun ab.
    Eine dunkle Gestalt zeichnete sich gegen die schwarze Rückseite des Schreins ab. Es war ein Mann. Triath machte kaum mehr als ein paar wenige Bettlerkleidungstücke aus.
    "Anscheinend haben es manche Menschen wirklich so nötig, dass sie freiwillig dem Kult helfen ihre Relikte zu beschaffen.", knurrte er in sich hinein.
    Langsam erhob sich und ein Instinkt rettete ihm sein Leben vor einem Schlag. Als er wieder klar denken konnte lauerte er im Gras und starrte auf die finstere Gestalt, die eben noch hinter ihm gestanden hatte. Sie zog ihre Hand mit dem Schwert zurück. Als Triath die Gestalt erkannte waren seine Muskeln wie gelähmt.
    "Du bist eine Monster aus Geschichten. Du dürftest gar nicht hier sein. Was soll das?", fluchte er.
    Die Gestalt trat einen Schritt näher und der angehende Sindaris konnte die längliche Kapuze genau erkennen. Ebenso wie die weiße Iris mit dem schwarzen Schlitz.
    Triath konnte es einfach nicht glauben. Er zitterte und seine Zähne wollten ihm nicht gehorchen. Er stand hier einem wahrhaften Basilisken gegenüber. Das war durchaus nicht unbedingt etwas besonderes, doch nur die voll ausgebildeten Sinaris und Selket waren in der Lage es mit einem auf zu nehmen. Theoretisch.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

    Edited once, last by LastSword ().

  • Aber ja!
    ------------------



    Der Basilisk zischte etwas unverständliches in Richtung seines offensichtlichen Handlangers und richtete dann seinen Blick wieder auf Triath. Dieser wollte sich bewegen. Seine Schwerter ergreifen und gegen dieses Monster kämpfen. Doch es stimmte: Der Blick eines Basilisken konnte einen wirklich lähmen. Doch war es eher die Angst die er hervor rief, als eine tatsächliche Fähigkeit. So sagte zumindest sein Lehrmeister. Das erste mal wünschte er sich, dieser könnte nun hier sein. Nach eigener Aussage hatte er schon zweimal gegen einen Basilisk gekämpft und einmal gewonnen.
    Triaths Blut gefror, als sich der Basilisk nach unten zu ihm beugte. Langsam schoben sich die Augen in der Kapuze vorwärts und sein grausiges Angesicht kam zu Tage. Der Hals der kein menschlicher war, war der Hals einer Schlange. Ebenso der Kopf und die langen Fangzähne auf denen violett Gift glänzte und frisch heraustropfte.
    Triath konnte nicht mehr atmen oder schlucken. Das einzige was er sah waren die weißen Augen und der sich langsam öffnende Schlund. Ehe jedoch etwas passierte ging ein Ruck durch den Basilisken und er fiel zur Seite um.
    Wie von einem Bann gelöst blickte Triath auf die andere Gestalt. Und sie war ihm zumindest von der Aufmachung her bekannt. Er ließ seinen Blick über die nachtschwarze Plattenrüstung gleiten und hin zu dem hohen Metallkragen hinter dem nur die blauen Augen des Mannes hervor schauen konnten. Blondes Haar viel lang über seinen Rücken.
    Erleichtert erkannte der Sinaris in der linken Hand des Mannes ein lang gezogenes, schwarzes Schild mit Klingen zu den Seiten und an der Rechten die riesenhafte Klaue, wie die eines Skorpions. Und genau das war der Mann auch. Ein Selket.
    "Los, steh schon auf Sindaris. Alleine werd ich den Basilisken wohl nicht kleinkriegen. Ich zweifle ohnehin daran, dass wir ihm etwas anhaben können."
    Der Basilisk griff mit seinen Händen an seine Kapuze und warf sie zurück. Ein stacheliger Kamm stellte sich auf und er zischte beide ohrenbetäubend an. Dann streckte er seinen langen Hals und überragte sie um gut einen Meter. Als ob das nicht noch genug wäre plusterten sich die Muskeln in seinem Oberkörper auf und ließen den Stoff platzen, so dass schuppige Haut zum Vorschein kam. Die echsenhaften Arme waren muskulös und so dick wie Triaths Oberkörper.
    "Ach verdammt. Ich hasse Euch Zier.", zischte Triath mit Galgenhumor und zog seine beiden Klingen.
    "Du weißt hoffentlich noch, was dich dein Meister im Kampf gelehrt hat?", fragte der Selket rhetorisch.
    Triath grunzte und der Angriff kam wie ein Sturm. Die Beine des Wesens waren erstaunlich schnell und die Faust der Echse rammte tosend in den Boden. Triath, der dafür ausgebildet war, schnell und flink solchen Angriffen aus zu weichen hatte damit keinerlei Problem. Er war schon längst in einer Angriffsbewegung, ließ seine Klinge herunter fahren. Sie versenkte sich ins Fleisch, doch nur oberflächlich, denn die ledrige Haut hatte den Schlag fast komplett absorbiert.
    Die Bestie riss den Arm nach oben und holte zum Schlag gegen den Selket aus, der im Gras lag, weil er dem ersten Angriff nur ausweichen konnte, indem er sich zur Seite warf.
    Triath, der gekonnt in der Luft die Balanc hielt, als er nach oben gezogen wurde, nutzte den Schwung um mit ganzer Kraft sich nach unten zu werfen und so die feststeckende Klinge tief durch das Fleisch schneiden zu lassen. Der Basilisk zischte auf und holte nach dem Sinaris aus. Doch Triath warf sich nach hinten und machte eine Rückwärtsrolle. Dies nutzte der Selket und erhob sich rasch. Er holte mit der Klaue aus, doch der Basilsikt war verdammt schnell. Er packte mit der anderen Hand zu und stoppten den Schlag. Doch der Selket war kein Anfänger wie es Triath schien, der schon wieder in Bewegung war. Der Verbündete schlug kräftig mit seinem Schild in Richtung des Brustkorbes der Echse zu. Die stumpfe Spitze donnerte gegen Knochen und der Basilisk keuchte auf.
    Triath war hinter der Bestie und setzte zum Sprung auf den Rücken an, als wie aus dem nichts ein langer grüner Schwanz nach ihm peitschte. Er wurde so schwer getroffen, dass ihm schwarz vor Augen wurde und er durch einen Zaun krachte. Als er wieder aufblickte hatte er seine Schwerter nicht mehr in der Hand. Sie lagen hinter der Echse im Gras, die sich nun wieder mit dem Selket beschäftigte, der verzweifelt die Schläge der Bestie mit dem Schild aufhielt, während die andere Hand noch immer seine Klaue gepackt hielt. Der lange Schwanz peitschte währendessen nach vorne und traf immer wieder die Seite des Mannes. Mit einem explosionartigen Ruck wollte der sich befreien und machte schnell einige schritte nach hinten, als der Basilisk den Griff um die Klaue gelöst hatte. Ein weiterer Schwanzhieb folgte doch der Krieger des Mondes hieb mit seinem Schildarm zu. Unter lautem Gezische flog die Schwanzspitze des Basilisken davon. Doch genau das war auch der Moment, wo die rechte Faust mit voller Wucht auf dem Panzer des Selket einprallte und das Metall barst.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Weiter gehts:


    Der Sinaris hörte das Knacken des Metalls und das Knacken der Knochen. Blut tropfte lautstark in einem Schwall zu Boden und der Selket taumelte. Der Schwanz zischte hervor und packte die Taille des Mannes.
    Triath wollte aufspringen, doch die Muskeln seiner Arme und Beine versagten ihren Dienst. Er schlug mit dem Kopf im Gras auf und schaffte es gerade mal, ihn wieder an zu heben. Er sah mit an, wie der Basilisk ausholte und mit voller Kraft auf den offenen Brustkorb einschlug. Er vernahm ein schmerzhaftes Gurgeln und beobachtete mit Schrecken, wie das Wesen abermals ausholte. Langsam erhob sich die Klaue des Selket und richtete sich auf den Basilik. Dieser schien kurz zu überlegen und fuhr dann mit der Bewegung fort. Etwas klickte und ein langer spitzer Speer schoss aus der Klaue hervor. Er drang nicht tief in die Haut der Bestie ein, doch sie tat es und Triath wusste, was das zu bedeuten hatte. Dieser Speer, war der Stachel des Skorpions. Keine Schlange auf dieser Welt konnte diesem Gift überleben. Ganz gleich was mit dem Skorpion passieren würde, ist das Gift erstmal im Körper des Opfers, ist es zu Tode verdammt. Und genau das schien auch der Basilisk zu erkennen. Das Gift wirkte noch nicht, doch es würde es wohl bald tun. Schrilles Zischen ertönte und ein letzter Schlag donnerte auf den Körper des Selket ein. Diesmal jedoch auf den Kopf. Triath schloss die Augen und es knackte. Als er sie wieder öffnete sah er gerade noch den Körper des toten Selket auf sich zu fliegen. Der Zusammenprall sorgte für schwarze Ohnmacht.
    (Ende Kapitel 1)

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Kapitel 2: Preis des Versagens


    Silbern war Triaths Sicht. Er blickte nach links und rechts und erkannte nur dieses glänzende Silber. Träge wie Quecksilber floss es an ihm vorbei. Er sah an sich herunter, doch erkannte sich nicht. Panisch ruderte und glaubte nach hinten zu fallen, doch ob er aufprallte wusste er nicht. Alles um ihn herum sah gleich aus.
    Ihm wurde schlecht. Und das obwohl er doch keinen Körper hatte. Er lachte ironisch auf und seine Stimme klang seltsam verzerrt. Er wollte seine nicht sichtbare Hand bewegen und spürte, wie sich das Silber um ihn herum veränderte. Es forme sich, bekam Schattierungen. Plötzlich durchbrach eine Gestalt seine Welt aus Metall und stand in glänzender Leere vor ihm. Es war ein junges Mädchen. Ihre Augen schimmerten seltsam hinter einem Vorhang ihres schwarzen Haares hervor. Ihre edle graue und schwarze Kleidung hätte sie als Adelige ausweisen können.
    "Schön, dass wir uns wiedersehen Triath.", sagte sie ohne dass Triath erkennen konnte ob nun Ironie, Bosheit oder wahre Freude in deren Stimme lag. Doch diesmal lag erkennbare Kälte in ihrer Stimme als sie fortfuhr: "Ich werde nun verhindern, dass dieser Moment geschieht. Du wirst mir danken, glaub mir."
    Sie richtete ihre Hand auf ihn, doch plötzlich leuchtete es auf. Als wäre Triath nicht verwirrt genug gewesen tauchte eine weitere Gestalt in dieser Welt auf. Er erkannte nur deren Rücken und die seltsame, scheinbar fragmenthafte, goldbronzene Rüstung, über die violette Energie zuckte. Das lange weiße Haar der Gestalt wehte in magischem Wind. Die Frau sagte mit einer urtümliche Kälte und Bosheit, dass alles in dieser Welt erstarrte: "Was tust du hier? So viel Leid könnte dir erspart bleiben, wenn ich meine Tat vollenden würde. Außerdem würde ich ihn nicht töten. Ich würde nur verhindern, dass dies hier passiert."
    Die Gestalt drehte den Kopf und schaute ihn durch eine Maske mit den gleichen Eigenschaften wie die Rüstung direkt in die Augen. Triath erkannte darin etwas vertrautes, etwas wie eine Erinnerung, eine die er noch nicht gemacht hatte sich aber bereits daran erinnerte.
    Die männliche, und auch vertraute Stimme, sprach ihn direkt an: "Hör nicht auf sie. Ich werde diesen Moment geschehen lassen, wie er geschehen soll. Alles andere liegt an dir. Du wirst warscheinlich genau das gleiche fühlen wie ich in diesem Moment, doch wir werden uns niemals wiedersehen hast du verstanden? Du wirst mich in diesem Universum nicht mehr finden, wenn dieser Moment vorbei ist. Und jetzt..."
    Alles um Triath herum vibrierte und zitterte. Die Gestalten um ihn herum verschwammen und die Frau schien zu schreien. Die männliche Gestalt in der Rüstung stand weiter reglos vor ihr. Als diese verschwunden waren erschien eine neue Gestalt.
    "Natürlich", dachte sich Triath zynisch. Sie tropfte förmlich aus des Metall vor ihm heraus und formte sich zu einer annähernd humanoiden Form. Im Kopf gab es weder Augen, noch Nase. Nur eine ausgehölte Öffnung als Mund. Sie sprach mit metallener Stimme: "Triath ich habe dich auserwählt. Empfange meinen Segen."
    Er stieß nach vorne und traf mit seinen Fingern Triaths imaginären Kopf.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • "Was zum...", brüllte Triath, als er sich nach oben katapultierte und schwitzend schnaufte. Triath fluchte und blickte sich dabei um. Er lag in einem dunklen Raum. Vage erkannte Triath die Konturen von anderen Betten neben ihm. Alle waren leer. Die Fenster waren von schweren Vorhängen verhangen, doch von dahinter drang kein Licht herein. Leise donnerte es draußen und ein Windstoß rüttelte an den Scheiben.
    Triath stand vorsichtig auf, seinen Beinen noch nicht ganz trauend. Er wusste ja schließlich nicht, was geschehen war. Als er merkte, dass seine Füße ihn trugen, zog er sich nach oben. Er blickte an sich herab und erkannte die Unterkleidung, die jeder des Ordens der silbernen Dämmerung tragen musste. Leise tapste er zu einem der Fenster und schob sich durch den Vorhang zur Scheibe. Halbwegs gleichgültig schaute er in den dunklen Hof hinab, wo einige Ställe lagen und zu einem Tor führten.
    Sowas hatte er erwartet. Er blickte auf und ließ seinen Blick über die weiteren Gebäude des Komplexes schweifen und blieb bei einem Turm hängen. Dort begann soeben eine helle Glocke zu klingen und wurde vom Donner übertönt.
    Triath blickte in den schwarzen Himmel. Es rumorte und der Wind flüsterte in den Winkeln und Ecken der Gebäude.
    Triath erkannte wo er war. Dies war eine Kaserne des Ordens der silbernen Dämmerung. Doch was ihm nicht gefiel, es war eine Kaserne der Selket. Als Sindaris hatte er persönlich nichts gegen Selket, aber jeder tat eben sein Ding und war meistens auch sehr erfolgreich darin. Zusammenarbeit der beiden Gruppierungen gab es nicht.
    Schritte hallten hinter einer Tür hervor und die Tür wurde wuchtig aufgeschmettert. Ein bulliger Krieger stand im Rahmen und ließ einen Adepten vorbei, der einen kleinen Kronleuchter trug.
    Triath erkannte kurze schwarze Haare und einen genauso langen Bart, außerdem einen finsteren Blick, der duch die Dunkelheit suchte und ihn schließlich am Fenster fand. Der Adept huschte zu dem Bett in dem Triath bis eben noch gelegen hatte und stellte den Kerzenständer auf einen kleinen Schrank. Das Triath nicht darin lag, schien ihn nicht zu stören. Der Adept huschte zur Tür hinaus, als der Selket eintrat.
    Der Sindaris machte sich zurück auf den Weg zu seinem Bett ohne Anstalten zu machen etwas zu sagen. Er setzte sich auf die Kante und wartete.
    Als der Selket ins Licht trat musste Triath schlucken. Die nachtschwarze Rüstung war in Gold gefasst.
    Triath war sehr nervös. Es bestand zwar keine Pflicht der zeremoniellen Verbeugung, da dies ein Selket war, doch nichts desto trotz stand ihm hier ein Hauptmann gegenüber. Einer von insgesamt sechs. Der zweithöchste Rang im gesamten Orden.
    Mit vernichtendem Blick musterte der Hauptmann den jungen Sindaris und verschränkte die Arme vor der Brust.
    "Triath Esfandiyar?", fragte der Hauptmann.
    Artig nickte Triath.
    "Ich bin Hauptmann Tyrdonar Issgan."
    Triath lief es kalt dem Rücken hinunter. Er kannte Geschichten von diesem Mann. Wenn es einen Helden in diesem Orden gab, der selbst den Menschen in den Städten von Parona bekannt war, dann war es Tyrdonar Issgan. Bezwinger der Bestie von Sondokar und einziger Überlebender des Massakers von Ophion. Er hatte selbst den Rang eines Generals abgelehnt, um weiter bei den Selket kämpfen zu können. Immer auf der Suche nach dem Tod. Immer auf der Suche nach dem Basilisk.
    "Du scheinst der einzige Überlebende des Angriffs zu sein. Einer unser Selkets nicht. Nun würde mich natürlich interessieren weshalb?"
    Triath spürte einen Hauch von Vorwurf in Tyrdonars Stimme. Triath wusste, er musste erzählen was passiert war. Diese Angelegenheit betraf auch die Selket. Also begann der Sindaris:
    "Meine Aufgabe als Anwärter bestand darin, der Sache in Sian auf den Grund zu gehen. Informationen die unsere Ritter gesammelt hatten und schließlich an und Sindaris weiterreichten, berichteten von der Aktivität des Kultes. Angeblich sollte es in der Stadt einen Anhänger des Kultes geben, der seinerseits als Beweis seiner Loyalität das Relikt des örtlichen Schreins stehlen sollte. Da dies keine all zu große Herausforderung schien, wurde ich losgeschickt, um mich der Sache an zu nehmen. Als ich in der Nacht schließlich ankam und den Anhänger des Kultes schließlich entdeckte, wollte ich mich daran machen, ihn aufzuhalten. Doch ich hatte nicht mit einem Basilisken gerechnet. Er war sogar noch etwas größer, als mir in der Ausbildung immer beschrieben wurde."
    Triath lachte.
    "Als Anwärter hatte ich natürlich noch keine Erfahrung im Kampf mit einem Basiliken, nur die Theorie, gelernt im Übungskampf. Klar, dass ich da keine Chance hatte. Zum Glück jedoch tauchte der Selket auf und rettete mich. Ich schaffte es nur dem Basilisken die Spitze seine Schwanzes abzutrennen. Doch mehr nicht. Ich wäre gestorben, wenn der Selket nicht kurz vor seinem Ende, Gift in des Basilisken gejagt hätte."
    Tyrdonar sagte trocken: "Es wurde kein Leichnam eines vergifteten Basilisk gefunden, weder im Dorf noch in der Umgebung in einem Umkreis von drei Kilometern..."
    Triath erstarrte.
    "Aber ich hab mit eigenen Augen gesehen, wie der Dorn des Selket in die Haut des Basilisken eingedrungen und dieser sogar gewankt ist. Leider bin ich dann ohnmächtig geworden."
    Der Hauptmann fügte abermals trocken hinzu: "Du warst nicht ohnmächtig, du warst drei Tage im Koma."

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Triath war sprachlos. Der Hauptmann musterte Triaths Gesicht und schien unzufrieden.
    Der Sandaris fragte: "Habt ihr meinen Vorgesetzten schon Nachricht gegeben?"
    Tyrdonar schaute ihn lange an und sagte dann nickend: "Ja. Dein Hauptfeldwebel weiß Bescheid und dein Feldwebel ist auf dem Weg hierher."
    Beim Gedanken an diesen zuckte Triath zusammen. Es war sein Lehrmeister. Jener, der ihn auf diese Reise schickte.
    "Er wird schätzungsweise in zwei bis drei Stunden hier sein. Sieh zu, dass du dich entsprechend vorbereitest. Auch wenn ich nicht dein Vorgesetzter bin, empfehle ich dir dringend, die Waschräume aufzusuchen..."
    Er erhob sich und schritt in entschlossenen Schritten zur Tür. Ein demütiger Adept öffnete ihm die Tür und verschloss sie hinter sich.
    Triath atmete durch und hielt sich seinen Kopf.
    "Drei Tage? Was ist nur passiert?"


    Der Himmel über der Kaserne war vor Wolkenbergen dunkel und ein seltsames Licht erfüllte die Atmosphäre, das ein Unwetter ankündigte. Wind brauste und Triath zog sich seinen grauen Überwurf enger. Auf dem großen Hof, er mit geschwärzten Steinplatten ausgelegt war, standen in drei Reihen frische Adepten. Sie waren warscheinlich aus den Dörfern und Städten der Umgebung hier, um endlich mal aus ihrem tristen Leben heraus zu kommen.
    Triath dachte grinsend, wie er sich damals gefühlt hatte. Sein Vater war,und ist es warscheinlich noch immer, Holzfäller, der mit seinen Männern regelmäßig und ausreichend das Sägewerk belieferte und abens dann seine Mutter anschrie.
    Leicht biss sich Triath auf die Unterlippe. Sein Vater konnte grausam sein. Er schlug nie zu, dass hatte er nie gewagt.
    "Zu feige.", sagte sich Triath immer geistig.
    Während er beobachtete, wie ein Unteroffizier der Selket die Männer anbrüllte und ihnen die Grundlagen eintrichtete, dachte Triath an seine Mutter. Sie war fürsorglich, gütig und aufrichtig. Doch Triath hatte sie des öfteren nicht würdigend behandelt. Oft war er wütend auf sie. Als Kind kannte er die Gründe dafür noch nicht. Doch später wurde ihm klar, dass er sie nicht verstand. Er konnte einfach nicht verstehen, warum sie mit seinem Vater zusammen war und warum sie sich nicht trennte.
    Der Sandaris schlug mit geballter Faust auf die hölzerne Wand eines kleinen Waffenhäuschens. Den Adepten hatte er den Rücken gekehrt.
    Schwer atmend blickte er die Straße zum großen Tor hin und schaute zu, wie dieses sich stumm öffnete. Der Blick auf rauschendes goldenes Gras wurde frei durch das sich die Straße schlängelte und in der finsteren Kulisse des Wetters verschwand. Drei Schemen zeichneten sich gegen die Wolkenkolosse ab und ritten schließlich in die Kaserne ein. Triath atmete durch und wandte sich den Reitern zu, die von zwei Adepten gestoppt wurden. Alle drei trugen die hellen Rüstungen der Sandaris. Der vorderste trug einen dunkelblauen Schal, der ihn als Feldwebel auswies. Die beiden Unteroffiziere trugen ein silbernes Band um den Oberarm.
    Triath schritt auf seinen Lehrmeister zu und erschrak, als er für einen Moment kurz das Bedürfnis sich einer Niederknieung zu widersetzen. Doch dann gewann sein Pflichbewusstsein und er kniete sich nieder.
    "Sandaris Triath Esfandiyar, melde mich wie befohlen Herr Feldwebel Zier Reus."
    Die Offiziere hinter dem Felwebel blickten ihn scharf an.
    Die scharfen Gesichtszüge des Felfwebels zuckten. Er hob den Kopf und streichelte sich über seinen penibel glatt rasierten Hals. Sein Haar viel dabei weit über seinen Rücken.
    Nach diesem Gehabe blickte er wieder auf Triath hinab und sagte: "Du hast versagt Triath."
    Dieser Satz war voller Trockenheit und Kälte und weit mehr als nur eine Feststellung der Tatsache.
    Triath versuchte sich zu rechtfertigen: "Mit Verlaub Herr Felfwebel, doch ich erwartete keinen Basilisken dort zu finden..."
    "Also warst du geistig nicht darauf vorbereitet?"
    Triath fuhr unbeirrt fort: "Er war zu stark für uns. Selbst mithilfe eines Selket konnte ich ihm nichts anhaben."
    "Das heißt also du warst unfähig?"
    Triath knirschte hörbar mit den Zähnen und antwortete: "Wir gaben unser Bestes und ich schlug dem Basilisken die Spitze seines Schwanzes ab."
    "...was nicht verhindern konnte, dass der Selket starb, du schwer verwundet wurdest, der Basilisk entkam und das Relikt aus dem Schrein gestohlen wurde."
    Triath sagte nichts mehr. Sein Geist befand sich im eisigen Griff seines Lehrmeisters.
    "Erhebe dich, wir gehen hinein. Hauptmann Tyrdonar erwartet uns."
    In Triath quoll Wut hoch, doch er ließ sich nichts anmerken und folgte dem Feldwebel und den Unteroffizieren.


    *Mal ne Pause einleg, damit ihr nachkommt* ;)

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

    Edited once, last by LastSword ().

  • Der Rest, weiter bin ich nochnicht, ist ja auch frisch und brandneu^^


    In einer spärlich erleuchteten Halle saß der Haupmann der Selket auf einem Stuhl am Ende einer Tafel. Seine Arme waren verschränkt und er wurde flankiert von zwei Feldwebeln. Nicht mehr lange und diese würden wohl in den Rang eines Hauptfeldwebels aufsteigen. Triath saß am anderen Ende während auf den Plätzen neben ihm sein Lehrmeister und die Offiziere neben ihm saßen. So langsam verstand Triath nicht mehr, was das hier überhaupt sollte. Ja er hatte versagt, zu Recht oder zu Unrecht, warum auch immer, aber warum diese Anhörung? Wenn ihn sein Meister aus seinem Dienst entlassen wollte – was er nicht hoffte – konnte er es jederzeit tun, wenn ihn sein Meister weiter ausbilden wollte und ihm vielleicht auch noch eine weitere Chance geben wollte... auch gut. Aber warum das hier?
    Hauptmann Tyrdonar Issgan sprach Zier an: "Unsere Vorbereitungen sind abgeschlossen. Wie geplant geht es in zwei Tagen los. Ihr steht weiterhin zu eurer Entscheidung was Sindaris Triath angeht?"
    Der Sindaris blickte fragend zu Feldwebel Zier. Dieser blickte finster drein und entgentete nach Zögern: "Ja. Ich werde ihn Euch übergeben."
    Er blickte den Sindaris direkt an und sagte streng: "Es war eigentlich geplant, dass du deinen Auftrag erfüllst und anschließend als vollwertiger Sindaris deinen ersten Auftrag bekommst. Doch nun, da du mich beschämt hast vor Hauptmann Tyrdonar Issgan, habe ich kurzzeitig gezweifelt. Doch nun schicke ich dich als Adepten in den neuen Auftrag, wenngleich mit Zweifel, ob du dieser Aufgabe gewachsen bist. Solltest du diese Aufgabe jedoch erfolgreich abschließen bin ich gewillt dich als Sindaris oder sogar als Anwärter zum Fahnjunker an zu erkennen."
    Triath war wirklich erstaunt. So kannte er seinen Lehrmeister gar nicht. Hatte dieser gerade hinter ihm gestanden und sogar eine Aufstiegstmöglichkeit geboten, trotz seines Versagens.
    "Ja. Ja natürlich Herr Feldwebel, wie ihr befehlt. Dürfte ich noch erfahren, um was es geht? Was ist mein Auftrag?"
    Feldwebel Zier blickte finster und entgengtete: "Hauptmann Tyrdonar wird dich einweisen. Und denk dran, er ist nun dein Vorgesetzter einschließlich aller Formalitäten."
    Der Feldwebel erhob sich und Triath verbeugte sich. Als der Feldwebel und seine Offiziere verschwunden waren blickte Triath den Hauptmann an. Dieser nickte und deutete auf den Stuhl. Triath setzte sich und wartete geduldig.Der Hauptmann erklärte: "Laut einer Informationsquelle wissen wir von dem Hauptstützpunkt der Basilisken in Ophion."
    Triath fiel die Kinnlade herunter.
    "Das hieße wir könnten die jahrtausende alte Bedrohung endlich vernichten!"
    Tyrdonar meinte: "Ja, falls die Informationen stimmen. Und genau da kommen wir ins Spiel. Bevor wir eine Hauptstreitmacht dort hinschicken können oder wollen, wird eine ausgewählte Gruppe als Späher die Lage sondieren. Denn sollte es wirklich der Fall sein, brauchen wir möglichst viele Informationen. Du, praktisch als Vertreter der Sindaris sollst mich dabei als Beobachter begleiten."
    Triath fühlte sich geehrt doch er hatte noch Einwände: "Mich? Herr Hauptmann ich bin ein einfacher Sindaris. Noch nicht einmal wirklich, wäre es nicht sinnvoller einen ausgebildeten Feldwebel wenn nicht sogar Leutnant zu schicken?"
    Der Hauptmann lächelte zynisch: "Unsere Gruppe wird elitär genug sein. Wir planen ohnehin nicht zu kämpfen. Außerdem sind die anderen Hauptmänner der Selkets der Meinung, je weniger und unbedeutender der Sindaris umso besser. Sie haben es nicht so gerne, wenn sich der Schwesterzweig in ihre Angelegenheiten einmischt. Und falls die Informationen richtig sind, werden die Sindaris und Selkets ohnehin gemeinsam ausrücken. Deine Stellung in der Gruppe ist also rein formell."
    Triath war ein wenig ernüchtert. Doch Befehl lautet Befehl.


    3 Das Mädchen Ziz

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • :D Gut das ich heute nochmal reingeschaut habe, sonst hätte ich das beste gleich am Anfang verpasst! ;)


    Danke das dus reingestellt hast, und ich freu mich schon auf das nächste Kapitel! :rolleyes:

    Mut bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst sondern die Erkenntnis, dass es etwas wichtigeres gibt als Angst.


    Elizabeth Kostova - Der Historiker

  • Ist in Arbeit :P aber so schnell ist das nich geschrieben^^ aber ich arbeite dran.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Îch hoffe ich kann diesmal mehr Leute für die Geschichte interessieren, bei meiner Sternensang Geschichte weiß ich ja, dass sie nicht diese Art von klassischer Fantasy ist und durchaus streitenswert ist ;)
    Diese hier wird wirklich Fantasy wie man sie sich vorstellt, zumindest von den Welten. In diesem Sinne.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Gerade frisch ergossen und sofort exclusiv für euch hier reinkopiert ;)


    3 Das Mädchen Ziz


    Wie vereinbart wartete Triath früh am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang im Hof der Kaserne. Die Adepten der Selket wurden schon seit knapp einer Stunde zu sportlichen Höchstleistungen getrieben. Triath wusste genau, dass es eine Stunde war. Das hatte er auch schon alles hinter sich. Und es würde eine weitere Stunde dauern, bis es für die Anwärter Essen geben würde.
    Triath drehte sich um, als laut knarrend das Tor zur Kapelle geöffnet wurde und drei Selket heraus stapften. Doch Tyrdonar war der eindrucksvollste. Über die goldgefasste, nachtschwarze Rüstung eines Selket trug er einen Überwurf aus königsblauem Stoff, der zu einem Cape auslief. Darüber lag ein Gehänge aus silbernen Ketten und Bändern an dem Wappen, Wimpel und Symbole verschiedenster Städte hingen. Gebunden waren die Ketten mit einem großen Goldenen Siegel an der linken Brust. Als wär das nicht genug, trug der Hauptmann in einer großen Scheide aus dem gleichen Stoff wie der Überwurf, ein mächtiger Säbel. Der Griff war lang und anscheinend für Zweihandkampf ausgelegt. Der Sindaris erinnerte sich an eine wichtige Tatsache. Ab dem Rang eines Oberleutnants durfte man die Wahl seiner Waffen selbst treffen und war nicht auf die einheitlichen Hackenschwerter oder die Klaue der Selket angewiesen. Man traute diesen Rängen wohl entsprechende kämpferische Kompetenz zu, Basilisken auch mit anderen als den bewährten Waffen zu bekämpfen.
    Triath schluckte als er seinen beeindruckenden Anführer auf ihn zu marschieren sah. Tyrdonar blickte ihn streng an und begann ruhig zu sprechen, als er den Sindaris erreichte: "Das sind meine beiden besten Oberleutnants: Die Brüder Kummani und Illujanka Wolfsfang."
    Jener der als Illunjanka vorgestellt wurde hatte wildes, ungekämmtes Haar von glänzendem Schwarz und ein kantikes Gesicht mit kurzem Bart. Das beeindruckende an ihm waren die vielen Waffen die er in verschiedensten Scheiden überall an seiner Rüstung verteilt trug. Sechs kurze Dolche in Scheiden auf Brusthöhe. Ein breites Schwert an der Linken, ein Streitkolen an der Rechten und eine zweihändige Streitaxt auf dem Rücken. Dazu noch einige Wurfäxte vorne an der Taille und Kurzschwerter in Scheiden auf den Oberschenkeln. Auf der Rüstung seiner Oberarme befand sich ein Mechanismus mit bogem, auf dem ein Bolzen lag, der durch einen Mechanismus an der Hand ausgelöst werden konnte.
    Der andere der beiden Brüder war von eher zierlichem Körperbau und seine Rüstung auch etwas schmaler. Er trug nur zwei dünne Sichelschwerter. Sonst waren keine weiteren Waffen zu erkennen. Das Gesicht von Kummani war schmal und seine Augen von stechender Schärfe und einem wissenden Blick.
    Wie es die Ettikette verlangte kniete Triath nieder um damit seinen Vorgesetzten Respekt zu zeigen und erhob sich danach wieder. Tyrdonar sagte: "Unsere Infomantin wartet draußen vor dem Tor. Gehen wir."
    Die Selket gingen voran und Triath folgte schweigen. Die Adepten, die Torwache hatten zogen hastig und nervös das Tor auf. Immer ehrfürchtig auf den Haupmann blickend. Die Straße vor der Kaserne war wie immer staubig und die gräue des Morgens ünterstützte den Eindruck. Plötzlich trat eine Gestalt aus dem Schatten der Mauer und stellte sich vor die Ordensanhänger in den Weg. Es war ein junges Mädchen. Nicht viel älter als fünfzehn oder sechzehn. Es hatte haselnussbraune Haare und grüne Augen, welche die Männer mit süffisantem Lächeln musterte. Ihre elegante Kleidung in schwarz und Rot deutete auf eine aristokratische Herkunft.
    Triath trat näher an sie heran um mehr zu erkennen. Er erstarrte als er sie erkannte. Es war jenes Mädchen aus seinem Komatraum.
    "Wenn ich vorstellen darf," sagte Tyrdonar mit freundlicher Stimme, "das ist Ziz."
    Ihr Blick landete auf Triath und ihre Augen leuchteten unmerklich auf.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Schön geschrieben und beschrieben! :D
    Da Ziz jetzt das erste Mädchen ist das in der Geschichte vorkommt, interessiert sie mich natürlich sehr! Hoffe sie ist ein interessanter Charakter (und nach dem was ich weiß, ist sie das wohl!^^)


    Süffisant! Das Wort ist super! :D
    Und das Augenmerk auf die Kleidung bringt gleich noch mehr "Leben" in die Figur.


    Super, wie immer! :klatsch:


    LG
    Juliet

    Mut bedeutet nicht die Abwesenheit von Angst sondern die Erkenntnis, dass es etwas wichtigeres gibt als Angst.


    Elizabeth Kostova - Der Historiker

  • Ich danke dir ;) Nach dem Kochen schreib ich weiter. Heute abend kommt dann frisches^^


    Ziz ist eine meiner favorisierten Antagonisten :P aber mehr sag ich nicht, vor allem niemand erwartet, was sie darstellt ^^


    Ich mein ein 15jähriges Mädchen, dass sich gegen Basilisken anlegt, ganz allein und ohne Familie ;)

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Dank dir, dann ist ja gut, wenn sie nicht so wirkt ;)
    Hier nun mein Erguss aus 45 Minuten Power-writing:
    --------------





    Triath ließ sich nichts anmerken. Es war ein Traum. Es konnte also nicht sein, dass dies das Mädchen war. Warscheinlich trügte ihn seine Erinnerung. Vielleicht sah das Mädchen in seinem Traum nur so ähnlich aus und sein Gehirn projezierte Ziz jetzt in seine Erinnerung hinein. So und nicht ander musste es sein.
    Tyrdonar sagte weiter: "Der Grund warum wir einem sechzehnjährigen Mädchen vertrauen liegt darin, dass sie uns gleich fünf wertvolle Relikte zurück brachte, die im Laufe einiger Jahre aus Schreinen gestohlen wurden. Nach ihrer eigenen Behauptung stammen diese aus der Stadt des Schlangenkönigs persönlich."
    "Aber Hauptmann Issgan," warf Triath ein, "diese Stadt ist ein Mythos. Niemand hat sie je selbst gesehen. Gäbe es wirklich eine so große Stadt voller Basilisken, hätte irgendjemand in Parona davon gehört."
    Tyrdonar nickte und meinte: "Ja, aber falls doch, dann haben wir ein Problem. Die Basilisken sind das eine Problem, doch sollte sich die Sache mit der Stadt bestätigen, befürchte ich, dass auch die Legende über ihren König stimmen könnte..."
    Triath knirschte mit den Zähnen. Er hatte so gut wie alle bekannten Legenden, Märchen und Geschichten über die Basilisken während seiner Ausbildung gelehrt bekommen, doch keine einzige davon konnte überprüft oder bestätigt werden. Es waren Geschichten. Das einzige was man wusste, war, dass es Basilisken gab und diese Relikte stahlen. Persönlich oder durch menschliche Helfer. Sollte sich jedoch heraustellen, dass dieser König der Schlangen tatsächlich existierte, könnte das auch bedeuten, all die anderen Geschichten währen war. Und Geschichten, die man sich nur unter Erwachsenen erzählte um sich zu gruseln oder Schaudern, würden sich plötzlich in reale Albträume verwandeln.
    Bilder schossen Triath durch den Kopf, gehört in finsteren Geschichten. Das Märchen von dem dem unsterblichen Ningischzida der in seiner Höhle Menschen mit Haut und Haar verschlang, der Mythos der Schlangeninsel, die vom Meer hinweggespült wurde und noch immer tief im Ozean darauf wartete seine echsenhaften Götter neu zu gebären, die Geschichte der legendären Drachentöter, die sich mit den Schlangendrachen anlegten...
    Triath sah Blut, Leichen und Rauch. Alles beschrieben in Legenden, die nicht mehr sein sollten als Schwaden aus Fantasie.
    Das Mädchen sprach das erste Mal und riss damit Triath aus den Gedanken: "Freut mich euch kennen zu lernen Triath Esfandiyar. Hauptmann Issgan berichtete mir bereits von dir."
    Sie machte einen eleganten Knicks und hob den raschelnden Saum ihres roten Kleides sanf an. Sie lächelte freundlich und beobachtete Triats Reaktion.
    Der Sindaris blieb kritisch, doch er deutete eine Verbeugung als Höflichkeitsform an. Konzentriert beobachtete auch er im Gegenzug das Mädchen, doch es blickte freundlich und unscheinbar. Doch das Bild in Triaths Kopf von seinem Traum blieb. Doch an der Gestalt vor ihm konnte er nicht falsches ausmachen. Triath atmete tief durch und blickte dann zu Tyrdonar, der in strenger als sonst musterte. Erschrocken fuhr der Kämpfer der Sonne zusammen. Tyrdonar schien etwas bemerkt zu haben.
    Der Haupmann wandte sich wieder dem Mädchen zu und sagte: "Bis Adven werde ich die Navigation übernehmen. Ab dort vertrauen wir auf deine Kenntnisse über Ophion."
    Triath konnte nicht glauben, dass Hauptmann Issgan einfach so einem noch nicht mal volljährigem Mädchen vertraute. Ja sie sogar mit in ein Land der Toten mitnahm.
    "Die Pferde!", rief der Haupmann aus und sofort brachten zwei Adepten die Rösser. Das größte von allen war natürlich für den Hauptmann bestimmt. Dunkel und glänzend im Fell. Am Rücken bedeckt mit einem königsblauem Gedeck auf dem der Sattel lag. Gekonnt schwang sich der Selket hinauf und blickte auf die anderen. Kummani, saß auf einem eleganten weißen Pferd auf während sein Bruder auf einem robusteren aufsaß. Dieses war länger behaart und stämmig gebaut. Triath erkannte in dem Tier ein gezähmtes Wildpferd aus dem weit im Süden gelegenen Auen von Seravin. Dem Schwesterland von Kamind.
    Das Mädchen ließ sich von einem Adepten in die Höhe helfen und saß dann mit gespreizten Beinen auf der jungen Stute. Triah hatte erwartet, sie ließe sich vielleicht einen Damensattel bringen, auf dem man mit überschlagenen Beinen seitlich, sitzen konnte.
    Triaths Pferd war aschgrau und groß. Es schnaubte nervös. Ebenso wie nun Triath. Er selbst war nicht oft auf einem Pferd gessen. Er hatte die Reitgrundausbildung genossen doch höhere Reitkunst wurde erst als vollwertiger Sindaris gelernt.
    Mutig griff er den Knauf und war erleichtert, als er ausaß.
    Das Pferd bockte kurz doch ließ sich dann nach vorne Treiben. In gemächlichem Trab ging es los und in diesem Moment ging auch gerade die Sonne auf.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

  • Echt lässig ... bin gespannt wies weitergeht - an Ideen mangelts dir ja nicht :)


    *nochmal betone* - Dein Schreibstil verbessert sich wirklich mit jedem Post!!! ^^


    LG :)

  • Ja, wenn ich mal in Fahrt gekommen bin läufts wirklich flüssig^^ vor allem ist das ja die Erstschrift und dafür gar nicht mal so schlecht :P
    Danke für das Kompliment :)
    Heut Nachmittag mach ich weiter.

    Liebe ist so kompliziert, wie man sie macht.
    -Ich-

    '5 Centimeter per Second' - die Geschwindigkeit mit der Kirschblüten zu Boden fallen [und gleichzeitig die Geschwindigkeit in der sich Menschen voneinander entfernen].

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!