Hey Ihr Lieben ![]()
Na wie gez euch denn allen? Schon lang ncihts mehr gehört ![]()
Na gut, ich "schwafel" jetzt garnicht groß herum warum ich diesen Text schreibe,
was mich bewegt usw - ist eine längere Geschichte ... ich schieß einfach los ![]()
Und ich bitte nicht mit Kritik zu sparen (Mein erster Versuch in der ICH-Perspektive) ![]()
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Das erste was ich fühlte war Schmerz. Ein stechender Schmerz, der von meiner linken Hüfte bis in die Zehenspitzen pochte. Ich weigerte mich aufzuwachen. Wollte wieder einschlafen ... zurück in diese dunkle, gnädige Welt des Vergessens ...
Der zarte Duft von frischem Gras kitzelte in meiner Nase, mischte sich mit fruchtbarer Erde, honigsüßen Blüten und einem frischen Windhauch. Der Frühling hatte die eisige Kälte des Winters endgültig besiegt und erste Sonnenstrahlen wärmten meinen Körper. Willkommene Vorboten des Sommers. Ich liebte diese Jahreszeit, wenn alles Leben aus seinem einsamen Winterschlaf erwachte.
Doch etwas war falsch. Die feinen Härchen auf meiner Haut richteten sich auf.
Wo waren die Vögel? Ich konnte keinen einzigen hören. Ich lauschte angestrengt.
Aus weiter Ferne drangen Stimmen in mein Bewusstsein. Verzerrte Echos von Schreien, Fluchen, Flehen, Stöhnen ... Ein weiterer Geruch brannte in meiner Nase und ließ das liebliche Frühlingsbild in meinen Kopf bersten wie Meeresgischt. Es war der metallische Geruch von Blut.
Blut, plötzlich war es überall. Ich schmeckte es auf meiner Zunge, fühlte, wie es an meinen Händen klebte. Die Geräusche um mich herum kamen näher, wurden lauter ... Der Schmerz in meinem Rücken brannte immer heißer, breitete sich wellenartig in meine Beine und meinen Bauch aus. Langsam gewann ich die Herrschaft über meinen Körper zurück. Ich füllte meine Lungen mit einem tiefen Atemzug der verpesteten Luft und zwang mich die Augen zu öffnen.
Licht. Gleißende Helligkeit fraß sich in meine Pupillen. Reflexartig kniff ich die Lider zusammen. War ich tot? In der Anderwelt? Im Hades? Im Himmel der Christen? Oder ihrer Hölle?
Erneut öffnete ich die Augen und erkannte diesmal die Sonne, die mir direkt ins Gesicht schien. Ich war also nicht tot. Eine merkwürdig nüchterne Feststellung. Doch wo war ich? Ich lag auf dem Rücken. In kniehohem, frischem Gras. Ein schwarz-getupfter Marienkäfer erklomm einen Grashalm, der über mir baumelte und sich unter dem Gewicht des Käfers immer weiter nach unten bog. Über den Gräsern erhoben sich Baumwipfel. Birken, Ahorn und Pappeln, die sich sanft im Wind wiegten. Mein Schwert lag neben mir, überzogen von verkrustetem Blut. Man konnte kaum noch die Drachen erkennen, die auf der schmalen Klinge eingraviert waren. Angestrengt versuchte ich mich zu erinnern wie ich hier her gekommen war. Die Antwort lag direkt vor mir, doch ich konnte sie nicht fassen. Meinen Gedanken waren in einem zähen Nebel gefangen der sich nur langsam lichtete. In meinem Kopf bebte ein dumpfer Schmerz und meine Stirn brannte wie Feuer, als hätte ich einen harten Schlag abbekommen.
Ich ignorierte das Stechen in meinem Rücken und richtete mich auf indem ich mich zur Seite rollte und mit den Händen vom Erdboden wegdrückte. Meine Füße fühlten sich taub an und gehorchten nur widerwillig, trotzdem schaffte ich es mich aufzusetzen. Die dunklen Haare fielen mir in wirren Strähnen ins Gesicht und hingen zerzaust und verfilzt bis zu meinen Ellebogen.
Hinter mir ertönte ein markerschütternder Schrei. Ich fuhr herum und erstarrte. Einige Dutzend Schritte von mir entfernt kniete ein junger Mann im niedergetrampelten Gras. Die dunklen, schweißnassen Haare klebten in seinem schmerzverzerrten Gesicht. Seine Hände waren auf dem Rücken zusammengebunden und um seinen Hals lag ein dickes Hanfseil. Hinter ihm hielt ein Soldat in rotem Umhang das Seil stramm gespannt, so dass der Mann ununterbrochen nach Luft ringen musste. Ein zweiter Soldat stand vor ihm und hielt einen Speer umklammert, der aus der rechten Brust des Gefangenen ragte. Mit südländischem Akzent redete er unablässig auf ihn ein. "... frage dich nocheinmal ... Wo ist euer Versteck? ... Du solltest es uns besser verraten oder ich und mein Freund hier werden dir zeigen, dass es schlimmeres gibt als den Tod, nicht wahr Quirin?"
Während er sprach, bohrte er den Speer noch tiefer in die Brust des Knieenden. Der Mann schrie aus Leibeskräften, so dass mir das Blut in den Adern gefror. Eine unbändige Wut rollte wie eine Welle über mich hinweg und erlöste mich aus meiner Erstarrung. Ohne nachzudenken packte ich mein Schwert und wollte aufspringen. Doch dann sah ich das Blut, das gurgelnd aus den Mundwinkeln des Gefangenen quoll. Die Lunge war verletzt. Er würde nicht mehr lange leben, an seinem eigenen Blut ertrinken. Ich riss meinen Blick von der grausigen Szene los und duckte mich wieder ins Gras. Mit den beiden Soldaten hätte ich es durchaus aufnehmen können, doch durch meine Verletzung war ich mir nicht einmal sicher ob ich aufstehen konnte. Ich konnte nichts für ihn tun, redete ich mir ein. Es war die Wahrheit, und trotzdem löste diese Gewissheit eine merkwürdige Traurigkeit bei mir aus - als würde ich einen Freund im Stich lassen.
Stumm schickte ich ein Gebet zur Große Göttin ihn von seinen Qualen zu erlösen, als ein Gefühl des Erkennens meinen Geist streifte. Ich kannte diesen Jungen ... sein Gesicht schien plötzlich so vertraut. Doch so sehr ich mich anstrengte, ich konnte die Erinnerungen nicht fassen. Wie ein nasser Fisch entglitt sie mir immer wieder.
Ich hörte wie ein Schwert aus der Scheide gezogen wurde. Es sirrte durch die Luft und sang das Lied des Todes - Stahl, der durch Fleisch schnitt und Knochen bersten ließ. Die Schreie verstummten. Furcht breitete sich wie ein Geschwür in jede Faser meines Körpers aus.
Ich musste hier weg. So schnell wie möglich, ohne entdeckt zu werden. Die aufsteigende Angst schärfte meine Sinne und ließ meinen Geist ein wenig klarer werden.
Vorsichtig hob ich meinen Kopf über das Gras und sah mich um. Der Junge lag nun regungslos am Boden. Der Speer in seiner Brust ragte senkrecht in den Himmel - ein Denkmal der Grausamkeit. Erst jetzt bemerkte ich drei Dutzend Leichen von Männern und einigen wenigen Frauen, die in unmittelbarer Nähe im Gras lagen. Fast alle waren in einfaches Gewandt aus Leinen oder Baumwolle gekleidet und durch Schwert oder Pfeil umgekommen. Doch unter den Toten waren beinahe doppelt so viele Soldaten in roten Umhängen.
Ich konnte nun auch weitere dreißig Soldaten ausmachen. Einige von ihnen hatten in der Mitte der Wiese ein Feuer geschürt und verbrannten ihre Toten Kameraden - sie hatten sich feuchte Tücher um Mund und Nase gebunden um sich vor den beißenden Rauch zu schützen. Der Rest durchsuchte die Leichen der gegnerischen Krieger. Waffen, Stiefel, Kleidung ... alles was Wert hatte oder nützlich sein konnte wurde mitgenommen.